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Verurteilter Mörder von Nicole-Denise Schaller erscheint vor Gericht in Münster - nach unklarem Aufenthaltsort

Komplett vermummt bei Anhörung zu elektronischer Fußfessel

Verurteilter Schalla-Mörder erscheint vor Gericht - Polizei glaubte, er sei untergetaucht

Mutmaßlicher Täter Ralf H. doch nicht untergetaucht Mordfall Nicole Schalla

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Nicole Schalla starb 1993 auf dem Heimweg von ihrem Freund

Ende Januar wurde Ralf H. am Landgericht Dortmund zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Der heute 56-Jährige soll die Jugendliche Nicole-Denise Schalla 1993 erst vergewaltigt und dann erwürgt haben. Trotz Verurteilung blieb H. auf freiem Fuß. Der Grund: Das Urteil ist noch nichts rechtskräftig, das Gericht sah keine Fluchtgefahr. Doch dann kam es zu Missverständnissen und Problemen: Die Polizei vermutete zwischendurch sogar, dass H. untergetaucht sei – offenbar, weil man ihm einen Brief mit Gerichtsunterlagen zuerst nicht zustellen konnte. Am heutigen Mittwoch erschien er dann aber zu einer Anhörung vor dem Amtsgericht Münster.

Verwirrung über Aufenthaltsort

In den letzten Wochen rissen die Nachrichten rund um den verurteilten Mörder der damals 16-jährigen Nicole-Denise Schalla nicht ab. Erst blieb Ralf H. trotz Verurteilung zu lebenslanger Haft auf freiem Fuß, dann verschwanden wichtige Akten auf dem Postweg. Ende Februar beantragte die Polizei Überwachung und Fußfessel beim Amtsgericht. Dazu sollte eine Anhörung stattfinden, doch ein Missverständnis sorgte dafür, dass die Polizei den verurteilten Mörder nicht fand und zwischenzeitlich davon ausging, er sei untergetaucht. Das wiederum stellte sich als Fehler heraus. RTL-Reporter Uli Klose weiß:

„Das stimmte nicht, muss man ganz deutlich sagen. Der Hintergrund, dass er hier nicht zum ursprünglichen Termin gekommen ist vor einer Woche: Die Polizei und das Gericht haben einfach die falsche Adresse gehabt.“ Das Problem liege nicht bei den Behörden. Man habe sich am aktuellen Meldeverzeichnis der Stadt bedient. „Doch er ist umgezogen, er musste wegen Mietschulden raus, hat sich dann nicht umgemeldet und somit landete das alles an der falschen Adresse.“

Ralf H. erschien mit Kapuze und Maske

Ralf H. versteckte sein Gesichter unter einer Kapuze und hinter einer Maske.
Ralf H. versteckte sein Gesichter unter einer Kapuze und hinter einer Maske.
bt cul, dpa, Bernd Thissen

Am heutigen Mittwoch erschien Ralf H. dann am Amtsgericht in Münster zu der Anhörung, die eigentlich schon viel früher hätte stattfinden sollen. „Wir können definitiv bestätigen, dass er an dieser Anhörung teilnimmt“, so Uli Klose. Der Termin habe um neun Uhr begonnen, H. sei aber schon 20 Minuten früher vor Ort gewesen. Der Mann trug eine Regenjacke und zog die Kapuze tief ins Gesicht. „Er hat eine Maske aufgehabt, also alles getan, damit man ihn nicht identifizieren kann. Das hat auch damit zu tun, dass hier in Münster eine gereizte Stimmung ist“, berichtet der Reporter.

Jetzt müsse man schauen, was bei der ganzen Sache herauskäme. Muss Ralf H. demnächst eine elektronische Fußfessel tragen oder nicht? Bei der Anhörung werden beide Parteien – Ralf H. und die Polizei – ihre Sichtweisen austauschen. „So was dauert in der Regel 20 Minuten bis eine Stunde“, so Klose. Für gewöhnlich käme man dann zu einem Ergebnis. Bei den außergewöhnlichen Umständen könnte man sich aber auch vorstellen, dass Bedenkzeit erbeten werde und ein Ergebnis erst in ein oder zwei Wochen folge.

„Ich habe eben noch mit dem Verteidiger von Ralf H. gesprochen. Der hat mir auch gesagt, er hält es für unwahrscheinlich, dass wir heute schon eine Entscheidung haben“, so unser Reporter zur Lage vor Ort.

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Nicole Schalla wurde auf dem Heimweg ermordet

Nicole-Denise Schalla starb auf dem Heimweg von ihrem Freund.
Nicole-Denise Schalla starb auf dem Heimweg von ihrem Freund.

Das letzte Mal lebend gesehen wurde Nicole Schalla aus Dortmund, als sie aus einem Bus ausstieg. Es war der Abend des 14. Oktober 1993. Die 16-Jährige hatte ihren Freund besucht und wollte nach Hause, doch dort kam sie nie an. Ihre Leiche wurde am nächsten Tag gefunden. Ende Januar wurde der 56-jährige Ralf H. wegen des Mordes an der Schülerin zu lebenslanger Haft verurteilt. DNA-Spuren, knapp unter dem Intimbereich des Mädchens hatten den Täter überführt.

Nicoles Mutter: So was lässt man nicht hinter sich

Besonders tragisch: Nicoles Mutter konnte den Schuldspruch von Ralf H. nicht miterleben. Nach den Plädoyers musste Sigrid Schalla mit einem Herzinfarkt im Krankenhaus behandelt werden. "So etwas lässt man nicht hinter sich", sagte die Mutter unter Tränen. Im Video beschreibt sie, wie sie heute über die schreckliche Tat denkt.

Nicoles (†16) Mutter: "So etwas lässt man nicht hinter sich" Prozess um brutalen Mord an Teenager

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