Ein grauer Dezembernachmittag. Der Wind bewegt eine Fahne mit den Worten „Ein Licht für Hayo“. Zwei Monate nach dem tragischen Unfall schmerzt jede Erinnerung, so schön sie auch ist.
„Hajo war wundervoll. Er war ein aufgeweckter Junge. Er war unfassbar beliebt bei allen.“
Hayo hatte diese besondere Art, andere sofort mitzunehmen.
„Wenn ich mit ihm zur Arbeit gelaufen bin, den Schulweg hoch, Hayo hat alles gegrüßt: ,Hallo, hallo.' Und ich musste mitmachen."
Hayo war ein Sonnenschein. Begeistert vom Leben und von der Magie. Sein großes Vorbild: die Ehrlich Brothers. Mit seinen Tricks hat er es immer geschafft, andere zu verzaubern.
„Und es war nie der Mittelpunkt Hayo. Hayo war immer nur ,Mich gibt es nur im Zusammenhang mit dem ganzen Umfeld'.”
Im Januar sollte sein großer Wunsch in Erfüllung gehen: Die Ehrlich Brothers aus dem Fernsehen endlich mal live sehen.
„Es war ein Weihnachtsgeschenk. Er wusste davon nichts. An dem Tag, als er den Unfall hatte, und wir dann endlich irgendwann mal zu ihm durften, da haben wir nach Hoffnung gerungen, und dann haben wir es ihm auch gesagt."
Mandy und Christian haben einen letzten Wunsch: einen Zaubertrick, nur für ihren kleinen Hayo.
Und der soll heute in Erfüllung gehen, ohne dass die beiden es bisher wissen. In Erfurt, bei der Show der Ehrlich Brothers. Mandy und Christian wollen stark sein für ihren Sohn.
„Deswegen haben wir uns dazu entschieden, die Karten nicht zu verkaufen, sondern für ihn, mit ihm hinzugehen. Das ist alles, was wir können.”
Hayos Platz bleibt leer. Und doch ist er da. Dann der große Moment!
Mandy und Christian sind ihrem Hayo in diesem Moment ganz nah. Chris Ehrlich zeichnet auf der Bühne ein Bild ihres verstorbenen Sohnes.
Bei der Übergabe wird selbst die Stimme von Profi Chris Ehrlich ganz dünn: „So ihr zwei, Hayo hat Glitzer und Konfetti geliebt und deswegen haben wir Hayo auf besondere Art und Weise verewigt – für euch.”
Diese Show ist etwas ganz Besonderes. Und Mandy und Christian sind sich sicher: Hayo hätte sie geliebt.
„Er hätte sich über alles gefreut und immer wieder gesagt ,Papa, guck!’. Und sich das vorzustellen, war schön. Auch die Vorstellung, dass er hier sitzt und seinen Kopf an meine Schulter lehnt, das war schön. Als hätte man ein letztes Mal was mit ihm gemacht.”
Der Tod ihres Sohnes ist für die Familie noch immer kaum greifbar. Doch dieser Moment, dieser letzte Zaubertrick, er fühlt sich an wie ein Abschluss.
„Von dem, was wir ihnen geben konnten, als er noch lebte. Und jetzt kommt das, was wir tun, ohne ihn. Und das
ist schwierig. Aber das heute, das war notwendig, glaube ich.”
Beide wissen: Hayo hätte nicht gewollt, dass sie traurig bleiben. Sie wollen versuchen, nach vorne zu schauen. Für sich. Und für ihren kleinen Hayo.