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Fall Nicole Schalla

Der Fall Nicole Schalla (†16): 27 Jahre später wird ihr Mörder gefasst

Fall Nicole Schalla

Am Abend des 14. Oktobers 1993 wurde Nicole-Denise Schalla das letzte Mal lebend in Dortmund gesehen. Nach einer Busfahrt von ihrem Freund nach Hause stieg die Schülerin aus dem Bus aus und verschwand anschließend spurlos. Zuhause kam die Schülerin niemals an: Am nächsten Tag wurde die Leiche der 16-Jährigen gefunden. Die Blutergüsse am Hals deuten auf einen Mord durch Erwürgen als Todesursache hin.

DNA-Test überführt den 56-Jährigen Täter Rolf H.

27 Jahre nach dem Verschwinden und Auffinden der Leiche von Nicole Schalla (†16) wird der Mörder Rolf H. mittels DNA-Befund überführt. Das Gericht geht darum davon aus, dass Ralf H. das Mädchen vergewaltigte und dann erwürgte, um die Tat zu vertuschen. Eine Anklage auf Todschlag hätte Rolf H. nicht mehr ins Gefängnis bringen können, da die Tat nach 20 Jahren verjährt war. Neue DNA-Spuren aus einer Hautschuppe und die damit verbundene Vergewaltigungsanklage brachten den Angeklagten schließlich lebenslänglich ins Gefängnis. Rolf H. bestreitet die Tat bis heute.

Mörder von Nicole Schalla auf freiem Fuß und angeblich verschollen

Nach der Verurteilung von Rolf H. durfte dieser zunächst weiterhin in den eigenen vier Wänden leben – Fluchtgefahr sah die Justiz im Fall Nicole Schalla (†16) nicht. Wenig später teilte die Polizei Dortmund der Öffentlichkeit mit, dass der Täter nicht mehr aufzufinden sei. Die Eltern von Nicole Schalla reagierten geschockt. Sie betitelten den Vorfall als "eine Schlappe für unsere Justiz". Vor allem Sigrid Schalla, die Mutter des Opfers, zeigte sich entsetzt: "Man hat das Gefühl, dass das Leben unserer Tochter nichts wert war."

Fehler der Justiz – Täter im Fall Nicole Schalla sei nie flüchtig gewesen

Bis das Urteil des Landgerichts Dortmunds rechtskräftig wurde, blieb der verurteilte Ralf H. auf freiem Fuß. Nach der Meldung der Polizei Dortmund, dass der Täter nicht auffindbar sei, meldete sich sein Anwalt zu Wort: „Mein Mandat will nicht flüchten.“ Dass er nicht auffindbar sei, läge an einem peinlichen Fehler der Justiz. Denn statt der aktuellen Adresse des verurteilten Mörders wären Unterlagen für eine Fußfessel-Verordnung an einen veralteten Wohnort zugestellt worden. Daraufhin haben die Beamten falschen Alarm geschlagen. Ralf H.s neue Adresse sei dabei allen Behörden bekannt gewesen – der Polizei aber offenbar nicht. Sein Anwalt beschreibt den Vorfall als "skandalös" und "unverzeihlich". Schlussendlich habe Rolf H. das Schreiben der Justiz entgegengenommen.

Fußfessel kann Rolf H. nicht stoppen: Polizei greift flüchtigen Mörder in den Niederlanden auf

Nach dem bürokratischen Fehler der Polizei Dortmund floh der verurteilte Mörder Rolf H. schlussendlich tatsächlich. Der 56-Jährige entledigt sich der verordneten Fußfessel und floh in die Niederlanden. Aufgrund der zuvor aufgezeichneten Bewegungsdaten kann Rolf H. am 24.12.2021 gefasst werden. Die Festnahme erfolgte in Enschede, Niederlande, im Beisein seiner Lebensgefährtin. Nach der Überstellung muss der Verurteilte seine Haftstrafe in Deutschland antreten.