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Mordprozess Nicole Schalla (†16): Eltern schockiert - darum kommt der Verdächtige frei

Angeklagter im Mordprozess aus U-Haft entlassen

Familie Schalla unter Schock: Wieso ist der mutmaßliche Mörder ihrer Tochter wieder auf freiem Fuß?

Rechtsanwalt über die Freilassung des Angeklagten Familie von Nicole Schalla unter Schock
01:29 min
Familie von Nicole Schalla unter Schock
Rechtsanwalt über die Freilassung des Angeklagten

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Im Video: Rechtsanwalt über die Freilassung des Angeklagten

Der mutmaßliche Mörder der Dortmunder Schülerin Nicole Schalla ist überraschend aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Die Eltern sind geschockt über diese Entscheidung des Oberlandesgerichts in Hamm. 27 Jahre nach dem Tod ihrer Tochter sitzt der Mörder immer noch nicht hinter Gittern. Wieso der Verdächtige Ralf H. nun frei ist, erklärt Rechtsanwalt Dr. Alexander Stevens im Video.

Prozess gegen Ralf H. läuft schon seit Oktober 2018

Der Prozess gegen Ralf H. lief seit 2018. Anfang des Jahres platzte das Verfahren, weil die Richterin erkrankte. Spätestens ab April hätte weiter verhandelt werden müssen, doch das passierte nicht. Darum ließ das Gericht den Angeklagten überraschend frei. Die Eltern der ermordeten Nicole Schalla haben Zweifel an der Justiz.

Der Mann soll am 14. Oktober 1993 in Dortmund eine 16-jährige Schülerin ermordet haben.
Der Mann soll am 14. Oktober 1993 in Dortmund eine 16-jährige Schülerin ermordet haben. Die Festnahme des Beschuldigten erfolgte nach einem DNA-Treffer im Juni 2018.
bt cul, dpa, Bernd Thissen

Der Prozess soll nun am 4. August neu beginnen. Joachim Schalla ist aufgebracht und bezweifle, dass der mutmaßliche Tatverdächtige zum nächsten Prozess kommt, erzählt er uns im Telefoninterview. Schließlich habe der Angeklagte nicht umsonst in Untersuchungshaft gesessen.

Angeklagter soll Nicole Schalla vergewaltigt und erwürgt haben

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, im Oktober 1993 die damals 16-jährige Nicole Schalla in Dortmund verfolgt, vergewaltigt und erwürgt zu haben. Eine Zeitungsbotin fand die Leiche des Mädchens am nächsten Morgen. Der Täter hatte sie in der Einfahrt einer Schule ganz in der Nähe ihres Elternhauses einfach liegen lassen.

Jahrelang tappten die Ermittler auf der Suche nach dem Täter im Dunkeln. Als die Polizei die alten Spuren noch einmal mit modernen Methoden überprüfte, ergab sich ein DNA-Treffer, der schließlich zur Festnahme des Tatverdächtigen im Juni 2018 führte.