Fiese Betrugsmasche: Polizei warnt vor Aura-Leserinnen
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Die Polizei München warnt aktuell vor einer Betrugsmasche bei der hauptsächlich Frauen angesprochen werden. Und zwar von vermeintliche Wunderheilerinnen. Die erzählen ihren potentiellen Opfern, sie könnten ihnen ihre dunkle Energie nehmen. Natürlich nicht umsonst. Gerade bei Frauen die in einer Lebenskrise stecken haben sie damit leichtes Spiel - wie uns eine Betroffene erzählt.
Anna, freischaffende Künstlerin: „Ich muss auch sagen, ich war da auch ziemlich offen, weil ich wirklich sehr verzweifelt war. Meine Mutter lag da fast im Sterben. Und ich war total fertig und hatte Schwierigkeiten. Sie hatte recht mit all den Dingen, die sie gesagt hat."
Um ihre Identität zu schützen, nennen wir diese Frau hier Anna. Sie wurde Opfer einer vermeintlichen Aura-Leserin. Mit uns spricht sie offen über das, was ihr passiert ist.
Anna, freischaffende Künstlerin: „Sie schaut mich an und fängt zum Reden an und erzählt von meiner Aura, dass ich eine großartige Ausstrahlung habe Und sie sieht Farben um mich herum und sie sieht aber, dass ich da ganz traurig bin und dass ich sehe, dass ich meine Aura total gestört ist."
Die Opfer der Wunderheilerinnen: Überwiegend Frauen, die in schwierigen Lebenslagen stecken und einen Hang zur Esoterik haben.
Anna, freischaffende Künstlerin: „Bei mir sieht man an, dass ich schon als Künstlerin eine Affinität habe. Ich habe Tattoos, die spirituell sind und die natürlich darauf hinweisen. Also sie hat eine sehr gute Beobachtungsgabe und wusste genau, wen sie anspricht."
Eine gestörte Aura und das vertrauen zu der Frau, verleiten Anna schließlich dazu eine hohe Geldsumme abzuholen.
Anna, freischaffende Künstlerin: „Und dann bin ich echt im Schneeregen rausgelaufen aus diesem Kaufhaus während meiner Arbeitszeit. Bin da rüber und habe Gott sei Dank, weil es Minimum oder Limit sind 500 € und habe 500 € abgehoben und bin mit dem Geld wieder zurückgelaufen."
Dabei fordern die Täterinnen keinen festen Betrag. Die Opfer sollen so viel Geld geben, wie sie wollen. Die Polizei München geht von einer hohen Dunkelziffer aus, was den finanziellen Schaden betrifft.
Thomas Schedel, Polizei München: „Hat natürlich dann vielleicht auch mit viel Schamgefühl auf der Opferseite im Nachhinein, wenn ihnen dieser Betrug bewusst wird, mit zu tun. Und da haben wir wirklich eine Spanne von zweistelligen Beträgen bis hin zu Vermögensschäden im sechsstelligen Eurobereich."
Eine der Hauptverdächtigen, die abkassiert, ist diese Frau. Mariana M. Sie wird europaweit gesucht.
Thomas Schedel, Polizei München: „Ich bin da schon optimistisch und vertrauen in unsere Fahndungseinheiten, dass irgendwann der wichtige Hinweis mit kommt, die wichtige Spur und dass man da dann ans zum Erfolg kommt."
Und die Polizei versichert: schämen muss sich hier niemand - im Gegenteil.
Thomas Schedel, Polizei München: „Das ist auch unserer Seite nie mit irgendwelchen Vorwürfen verbunden, sondern das tatsächlich einfach nur das Strafverfolgungsinteresse im Vordergrund, dass man da einfach jeden Ansatz, den man bekommen kann, um da Tatverdächtige zu identifizieren und zu ermitteln, dem nachgehen kann."
So auch Anna, die den Mut hatte uns ihre Geschichte zu erzählen - mit der Hoffnung, das weitere Opfer zur Polizei gehen und die Täterinnen geschnappt werden.

