Schäden durch Unwetter

Zerstörte Häuser, voll gelaufene Keller: Welche Versicherungen jetzt helfen

21. Juli 2021 - 12:33 Uhr

Starkregen und Hochwasser sorgen für große Schäden

Ob in der Eifel, in Hagen, im Rheinland oder im Ahrtal: Viele Menschen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz leiden unter den Schäden, die Tief Bernd angerichtet hat. Auch wenn vielerorts die Lage noch sehr angespannt ist, wird das Ausmaß des Unwetters allmählich sichtbarer.

Welche Versicherung zahlt welchen Schaden und worauf sollten Haus- und Wohnungsbesitzer jetzt unbedingt achten? Alle Antworten finden Sie im Video.

+++ Alle Infos zur aktuellen Wetterlage hier im Unwetter-Live-Ticker +++

Versicherungen zahlen nicht immer

Wer seine Unwetter-Schäden bei der Versicherung einreichen will, sollte sich zunächst einmal ein Überblick verschaffen, welche Versicherungen überhaupt vorliegen. Im Falle von Unwetterschäden sind vor allem die Hausratsversicherung, die Wohngebäudeversicherung und die Elementarversicherung oder Extremwetter-Versicherung von Bedeutung. Letztere ist im Falle von Überschwemmungen die wohl wichtigste Versicherung.Denn sie deckt Schäden die durch Naturkatastrophen ausgelöst worden sind, ab. Viele herkömmliche Gebäudeversicherung klammern extreme Naturkatastrophen komplett aus und schränken den Versicherungsschutz im Schadenfall massiv ein.

Versicherungsexpertin berichtet aus vollgelaufenen Keller

Minütlich nehmen Versicherungsexperten aktuell Schadensmeldungen aus den betroffenen Gebieten auf. Im Video berichtet eine Schadensreguliererin aus einem Wohnhaus mit Wasserschaden: "So etwas habe noch niemand erlebt", und die genauen Ausmaße sind noch nicht absehbar.

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Anwalt: "Ohne Extremwetter-Schutz kann es eng werden"

"Vielfach stehen wirklich Existenzen auf dem Spiel. Da müssen die Geschädigten unbedingt eine Elementar-Versicherung haben, ansonsten kann es eng werden" sagt Arndt Kempgens, Fachanwalt für Versicherungsrecht. Doch häufig denken Haus-und Wohnungsbesitzer gar nicht daran, eine solche Versicherung abzuschließen.

Gerade einmal 45 Prozent aller Privathäuser in Deutschland sind laut Verbraucherzentrale durch eine derartige Versicherung vor Naturkatastrophen geschützt. Im Nachhinein lässt sich eine Extremwetter-Versicherung oft nicht mehr abschließen.

Dokumentation und Schadensmeldung: Hierauf sollten Sie dringend achten

Doch auch die reguläre Gebäude- und die Hausratsversicherung können bei Unwetter Kosten übernehmen. Der Versicherungsexperte rät:

  • Dokumentieren Sie sämtliche Schäden durch Fotos oder Videos, sodass sie ausreichende Belege und Beweise bei der Versicherung einreichen können.
  • Wer versucht hat, den Schaden so klein wie möglich zu halten, in dem zum Beispiel Sandsäcke vor die Tür gestellt wurden, kann mehr Geld von der Versicherung bekommen. Doch auch hier gilt: Dokumentation ist alles. Machen Sie Fotos von den gebauten Barrieren.
  • Machen Sie eine Schadensliste, aus der genau hervorgeht, was genau alles kaputt gegangen ist oder beschädigt wurde. Außerdem sollten sämtliche Schäden sofort bei der Versicherung gemeldet werden. Später gemeldete Beschädigungen könnten die Versicherer nicht mehr akzeptieren.
  • Sollte es zu Streitigkeiten oder sogar zu einer juristischen Auseinandersetzung mit der Versicherung kommen, empfiehlt sich außerdem eine Rechtschutzversicherung.

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