Hauseinstürze und Talsperren drohen zu brechen

Hochwasser-Katastrophe: Darum ist das Bangen längst nicht vorbei

16. Juli 2021 - 9:19 Uhr

Lage in Erftstadt ist dramatisch

Für viele Menschen im Westen Deutschlands ist die Unwetter-Katastrophe längst nicht ausgestanden: Dämme drohen zu brechen, Talsperren drohen überzulaufen. In Erftstadt-Blessem ist eine Reihe von Häusern ganz oder teilweise eingestürzt. Ursache seien massive und schnell fortschreitende Unterspülungen der Häuser. Menschen können derzeit aber nur mit Booten vom Wasser aus gerettet werden. Ganze Landstriche und Straßenzüge stehen nach wie vor unter Wasser, aus der Luft lässt sich die Lage überblicken: Die Aufnahmen aus dem Helikopter über dem Rhein-Erft-Kreis sehen Sie im Video.

+++ Alle Infos zur aktuellen Lage hier im Unwetter-Live-Ticker +++

Gasaustritt gefährdet Einsatzmaßnahmen

Aus den Häusern in Blessem erfolgen immer wieder Notrufe, da Personen trotz Warnung zurück ins hoch gefährliche Schadensgebiet zurückgekehrt sind oder es nicht verlassen haben. Teilweise können die Personen nur mit Booten oder Strömungsrettern gerettet werden. Viele Personen sollen sich noch in ihren Häusern befinden – etliche Menschen werden vermisst.

Dazu wurde ein nicht abstellbarer Gasaustritt festgestellt, der weitere Einsatzmaßnahmen stark gefährdet. Die Infrastruktur ist ausgefallen, Krankenhausbetriebe vor Ort sind nicht mehr möglich und mehrere Pflegeheime werden geräumt.

Rurtalsperre läuft über - große Schäden im Kreis Düren erwartet

Die Rurtalsperre in der Nordeifel läuft seit kurz vor Mitternacht über. Der Wasserverband Eifel-Rur meldet, dass sich die Zuflüsse zu den Talsperren in den vergangenen Stunden reduziert haben und der prognostizierte Überlauf der Rurtalsperre Schwammenauel mit "einer geringen Dynamik" begonnen habe. Wie dramatisch die Lage an der Rurtalsperre wirkt, erklärt RTL-Reporter Carsten Lueb im Video.

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RTL-Reporter live von der Rurtalsperre

Der Wasserverband Eifel-Rur ruft daher die Bevölkerung dazu auf, in den nächsten Stunden vorsichtig zu sein, ggf. Wertgegenstände zu sichern und Autos in Sicherheit zu bringen. Menschen sollten sich nicht in Flussnähe aufhalten, da die Gefahr bestehe, mitgerissen zu werden. Auch sollten vollgelaufene Keller nicht betreten werden, weil die Gefahr von Stromschlägen bestehe. Nach Möglichkeit sollte der Strom vorher abgeschaltet werden. An besonders von Hochwasser betroffenen Stellen sei auch mit Evakuierungen zu rechnen. Auch könne es zur Sperrung von Straßen kommen.

RTL-Reporterin fliegt über Katastrophengebiet: Bad Neuenahr großflächig zerstört

In Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben des Bundesamtes für Bevölkerung und Katastrophenschutz (BBK) in Bonn 23 Städte und Landkreise von Überschwemmungen betroffen. Auch Regionen in Rheinland-Pfalz sind von den Folgen des Unwettertiefs Bernd katastrophal betroffen.

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