Hannah S. (25) in Hamm getötet

Bekannte von Verdächtigem Simon S.: Er war von Anfang an aufdringlich

25. September 2021 - 10:03 Uhr

Hamm: Verdächtiger hatte Fotos der Leiche auf seinem Handy

Simon S. (27) steht im Verdacht, die 25-jährige Hannah S. in Hamm (Nordrhein-Westfalen) missbraucht und getötet zu haben. Am Mittwoch nahm ihn die Polizei erneut fest, nachdem er zwei Tage auf freiem Fuß gewesen war. Die Beweise gegen ihn scheinen erdrückend – unter anderem entdeckten die Ermittler Fotos der Leiche auf seinem Handy. Verkäuferin Joyce S. (26) kennt Simon S. seit einigen Jahren. "Ich hatte damals schon das Gefühl, dass mit ihm etwas nicht stimmt", sagt sie im RTL-Interview.

Simon S. wollte DVDs bei seiner Oma im Keller gucken

Joyce S. kannte Simon S. und sagt über ihn: Er war schon immer aufdringlich
Joyce S. kannte Simon S. und sagt über ihn: Er war schon immer aufdringlich
© RTL

"Er war immer komisch und aufdringlich. Nicht persönlich, aber im Internet", berichtet die 26-Jährige. Sie sei bei weitem nicht die Einzige, die diese Erfahrung gemacht habe. "Wir haben uns ungefähr 2016 kennengelernt, waren damals auf der Suche nach einer Ausbildung. Das war eine größere Gruppe von Leuten. Er hat mich über Facebook und Whatsapp mehrfach angeschrieben, das war sehr unangenehm. Er wollte sich mit mir treffen. Damals hat er noch bei seiner Oma im Keller gewohnt und wollte dort mit mir DVDs gucken."

Verdächtiger wirkte gegenüber Frauen aufdringlich

Simon S., Verdächtiger im Fall Hannah (Hamm)
Simon S. steht im Verdacht, die 25-jährige Hannah S. in Hamm getötet zu haben.
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Simon S. sei einerseits "irgendwie zurückhaltend" gewesen, aber gegenüber Frauen habe er anders gewirkt. "Er war von Anfang an aufdringlich", sagt Joyce S. "Nicht nur bei mir, sondern auch bei anderen Teilnehmerinnen der Gruppe. Er hat sich immer dazugestellt und gefragt, ob man sich mal privat treffen soll. Man hat gemerkt, dass er wenig Freunde hat."

Irgendwann wurde es Joyce S. zu viel. "Nachdem er mich mehrfach angeschrieben hatte, hab' ich ihn blockiert. Ich hatte ihm gar nicht mehr zurückgeschrieben – eigentlich ist dann klar, dass man nicht mehr kontaktiert werden möchte."

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Joyce S. hörte auf ihr Bauchgefühl

"Wenn ich darüber nachdenke, was er getan haben soll … – ich hab ihm schon die Hände geschüttelt. Das ist ein schreckliches Gefühl", sagt Joyce S. "Ich bin froh, dass ich mich damals nicht mit ihm getroffen und auf mein Bauchgefühl gehört habe. Denn man weiß ja nicht, was dort schon passiert wäre." (bst)