Jetzt sprechen die Brüder eines Opfers mit RTL NordDoppelmord in Wesselburen: Stefan B. tötete aus Frust!

Zwei Morde in zwei Jahren!
Eine 3.300-Einwohner-Stadt im Kreis Dithmarschen (Schleswig-Holstein) wird zum Schauplatz eines rätselhaften Mordes! Im August 2006 wird ein Mann, erschossen in seinem Auto, mitten auf der Landstraße gefunden. Schnell gerät ein junger Mann ins Visier der Ermittler – und im Zuge der Vernehmungen gesteht der 21-Jährige noch einen weiteren Mord.
Sandra Christiansen verschwindet spurlos

Es ist der 4. August im Jahr 2004 in Wesselburen, die Schulferien neigen sich dem Ende zu. Der Schulhof ist ein zentraler Treffpunkt für Jugendliche. An jenem verhängnisvollen Abend treffen sich dort mehrere junge Leute. Auch die damals 15-jährige Sandra Christiansen ist mit dabei. Gegen 23.30 Uhr macht sie sich auf den Heimweg - ein Weg von nur rund einem Kilometer. Doch zuhause kommt die Jugendliche nie an. Und auch ihr Handy ist ausgeschaltet.
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Zeugen melden sich bei der Polizei: Sie hätten Sandra gesehen!
Am nächsten Tag erstattet Sandras Mutter eine Vermisstenanzeige bei der Polizei. Die Beamten in Heide nehmen die Ermittlungen auf. Die Polizisten bitten auch die Bevölkerung einige Tage nach ihrem Verschwinden um Mithilfe. Und tatsächlich: Ein Zeuge meint, die 15-Jährige in Büsum gesehen zu haben. Deswegen geht die Polizei erst einmal davon aus, dass Sandra noch lebt. Doch die Tage ziehen ins Land und noch immer ist die Jugendliche verschwunden. „Man hat sich Sorgen gemacht, was los ist und warum man sie nicht erreichen konnte“, erzählt Lars Christiansen, ein Bruder von Sandra, RTL Nord vor wenigen Wochen.
Schock in Norddeutschland! Mitarbeiter finden Leiche
10. September 2004: Rund sechs Wochen nach dem Verschwinden von Sandra entdecken Vermessungsmitarbeiter an einem Regenrückhaltebecken direkt an der Bundesstraße 5 eine Leiche, rund 20 Kilometer nördlich von Wesselburen. Es handelt sich dabei um den Leichnam von Sandra Christiansen - für die Familie ein Schock: „Man hat die Hoffnung ja nie aufgegeben, dass sie noch lebt und nach Hause zurückkommt. Und nicht, dass sie Wochen später gefunden wird und nicht mehr lebt“, erklärt Florian Christiansen, ebenfalls ein Bruder von Sandra. Aufgrund der Auffindesituation geht die Polizei von einem Tötungsdelikt aus, doch Sandras Mörder können sie nicht ermitteln – zunächst nicht!
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Zwei Jahre später: Ein weiteres Verbrechen

Zwei Jahre nach dem Tod von Sandra wird Wesselburen im Jahr 2006 erneut zum Schauplatz eines Verbrechens! Ein Erntehelfer wird tot in seinem Auto gefunden. Bei dem Toten handelt es sich um den 41-jährigen Dirk W. Er wurde durch mehrere Schüsse in Kopf und Hals getötet. Das Auffällige am Tatort: Die Ermittler finden ein kleines schwarzes Plastikteil und vermuten, dass das Auto des Täters beschädigt sein könnte. Deswegen fragen sie gezielt in Werkstätten nach. Nur zwei Tage nach dem Mord gelingt der Polizei ein Ermittlungsdurchbruch: Eine Zeugin bekommt mit, dass die Polizei aktiv in diese Richtung ermittelt. Sie meldet sich bei den Beamten. Sie kenne jemanden mit dem Spitznamen „Goggo”. „Goggo” habe einen Unfallschaden an seinem Auto. Dazu noch eine 9-Millimeter-Pistole. Und dieser Mann habe laut Zeugin mal gesagt, dass er gerne mal jemanden erschießen würde.
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Stefan B. wird als Tatverdächtiger von der Polizei vernommen
Bei dem Verdächtigen handelt es sich um Stefan B., einen 21-jährigen Mann, der als Gemüsehändler arbeitet. Zuerst streitet dieser jegliche Tatbeteiligung ab. Doch die Beweislage gegen ihn ist erdrückend: Der kleine Kunststoffsteg, den die Polizei am Tatort des getöteten Erntehelfers findet, stammt von seinem Auto. Und auch die Tatwaffe finden die Polizisten anschließend bei einer Durchsuchung seines Zimmers in dem Wohnhaus seiner Eltern. Stefan B. wird vernommen und im Laufe der Vernehmung gesteht er die Tat. Sein Motiv? Stefan B. tötete Erntehelfer Dirk W. aus Frust. Er ist ein Zufallsopfer. Kurz vorher sagte jemand zu Stefan B., dass sein Auto nicht genügend PS habe. Und dieser Satz löst rasende Wut in dem jungen Mann aus.
Im Verhör gesteht der junge Mann dann noch einen weiteren Mord

Im weiteren Verhör beschließen die Ermittler, ihn auch zu dem Tötungsdelikt aus dem Jahr 2004 zu befragen. Die Polizei spricht Stefan B. auf Sandra an und fragt, ob er etwas mit dem Tod der damals 15-Jährigen zu tun habe. Und tatsächlich: Er gesteht auch diese Tat. Er habe Sandra im August 2004 in seinem Auto erwürgt. Stefan B. wird im Februar 2007 wegen zweifachen Mordes angeklagt. Am 21. März 2007 fällt das Urteil: Stefan B. wird zu einer 15-jährigen Haftstrafe verurteilt, außerdem wird er in die Psychiatrie eingewiesen, er gilt als vermindert schuldfähig.
Verwendete Quellen: RTL-Recherche, Polizei Heide, Polizei Itzehoe, Polizei Flensburg


































