Anne Korff, Reporterin: "Frau Hamburg, Sie haben heute hier in der Schule eine digitale Lernreise miterlebt. Warum sind gerade solche digitalen Lernreisen vielleicht besonders gut in der Demokratiebildung?"
Julia Willie Hamburg, Kultusministerin Niedersachsen:
"Schülerinnen und Schüler sagen uns oft, dass sie sich nicht mehr abgeholt fühlen von der Art, wie wir Unterricht machen. Und gerade bei der Demokratiebildung geht es darum, etwas zu erleben und zu erlernen, wirklich auch selber zu machen. Diese Angebote reizen dazu an, sich selbst etwas auszudenken, selbstwirksam zu sein, aber auch Wissensvermittlung durch digitale Angebote im Gamingbereich zu erfahren. Und das macht das so attraktiv."
Anne Korff: "Und welches Feedback haben Sie denn heute von den Lehrkräften und vor allem von den Schülerinnen und Schülern erhalten?"
Julia Willie Hamburg: "Die Schülerinnen und Schüler waren begeistert, weil sie gesagt haben: Es ist wirklich mal was anderes. Sie haben sich selbst Ideen ausgedacht. Zum Beispiel hat eine Gruppe gesagt, wir könnten doch einfach Tische auf die Straße stellen, Gesellschaftsspiele dazusetzen, und dann kommt die Nachbarschaft zusammen und redet endlich mal wieder miteinander – etwas, das viel zu kurz kommt. Und solche Ideen braucht es gerade in diesen Zeiten."
Anne Korff: "Genau, Sie sprechen gerade von diesen Zeiten. Warum ist gerade jetzt und heute Demokratiebildung so wichtig?"
Julia Willie Hamburg: "Immer mehr Menschen fragen sich heutzutage: Warum ist eigentlich die Demokratie gut? Wie funktioniert sie eigentlich? Was bringt sie mir? Demokratie ist eine Staatsform, die immer wieder gelernt und vor allem gelebt werden muss. Man kommt nicht von alleine auf die Idee, dass sie gut ist. Und deswegen ist es ganz wichtig, hier gerade in den Schulen anzusetzen."
Anne Korff: "Vielen Dank für das Gespräch, Frau Hamburg."