Es soll laut Gericht das große Finale von Neil K. sein: An dieser Tankstelle in Hannover steht im vergangenen Juni plötzlich ein Auto lichterloh in Flammen - dahinter zu sehen: Neil K. oberkörperfrei und mit einer Axt bewaffnet, mit der er Mitarbeiter und Polizisten bedroht.
Er hatte möglicherweise die Hoffnung, das hat die Kammer festgestellt, dass er dort in anderen im Rahmen eines Polizeieinsatzes erschossen wird, um dann ehrenhaft zu sterben.
Das Landgericht Hannover verurteilt ihn heute Mittag zu 12 Jahren Haft - unter anderem wegen Brandstiftung und auch schwerer Vergewaltigung. Entscheidend für das Strafmaß war das, was vor der Tankstellen-Attacke passiert ist: Laut Urteil vergewaltigt Neil K. mehrfach seine Ex-Freundin und auch deren Großmutter. Wenige Tage später klaut er dann das Auto der Ex-Freundin und setzt es an der Tankstelle mit Benzin und Grillanzünder in Brand - mit dem Ziel eine Explosion auszulösen!
Es geht um die Schuldfähigkeit. Das ist ja das, was alle interessiert hat und den Richter , die Staatsanwältin alle interessiert hat. Was ging in dem Kopf vor?
Denn Neil K. leidet an einer bipolaren Störung. Laut Verteidigung soll er zum Zeitpunkt der Taten nicht schuldfähig gewesen sein. Auch eine Unterbringung in ein psychatrisches Krankenhaus wird zu Beginn des Prozesses in Betracht gezogen. Das Gericht sieht das heute aber anders.
Allerdings sind die Taten zum Nachteil seiner Ex-Freundin nicht aufgrund dieser Erkrankungen erfolgt, sondern es waren gezielte und geplante Taten. Hinsichtlich der Vergewaltigung der Großmutter, seiner Ex-Freundin und auch der Tat an der Tankstelle hat die Kammer nicht positiv feststellen können, dass er vermindert schuldfähig gewesen ist, konnte dies aber auch nicht ausschließen.
Neil K. hat die Vergewaltigungen zwar gestanden, laut Gericht aber nicht vollumfänglich.
Ihm fehlen einfach gewisse Teile und wenn er ein Teil dieser Vergewaltigungshandlung herausnimmt, weil er nicht erinnert, dann ist das für mich erst mal so hinnehmbar. Ich übertrage das so: Das Gericht hat das so gewertet, dass da etwas fehlt.
Auch die Ex-Freundin von Neil K. war heute mit im Saal. Sie möchte nicht gezeigt werden.
Vor der Urteilsverkündung wirkte sie sehr nervös. Auch unsicher teilweise. Sie ist mit ihrer Anwältin dann auch noch mal vor die Tür gegangen.
Sie musste ihm heute hoffentlich das letzte Mal in die Augen schauen, aber noch ist das Urteil aber nicht rechtskräftig. Neil K. und sein Anwalt wollen in Revision gehen.