Mordplan mit Sex-FalleGastvater schuldig gesprochen – Urteil im Au-pair-Mordprozess
Das Urteil ist gefallen.
Nach einem verstörenden Mordplan, einer verbotenen Affäre und zwei Toten spricht die Jury den ehemaligen Bundesbeamten Brendan Banfield schuldig. Wochenlang hatte der Prozess die USA beschäftigt. Jetzt steht fest: Der Gastvater ist ein Mörder. Seine frühere Geliebte, das Au-pair der Familie, sagte gegen ihn aus.
Jury spricht Brendan Banfield in allen Punkten schuldig
Neun Stunden lang beraten sieben Frauen und fünf Männer über das Schicksal von Brendan Banfield. Dann verurteilen die Geschworenen in Fairfax im US-Bundesstaat Virginia den ehemaligen Steuerfahnder wegen Mordes an seiner Ehefrau Christine und an Joseph Ryan. Auch wegen Waffenbesitzes bei der Tat und wegen Gefährdung seiner damals vierjährigen Tochter wird er schuldig gesprochen. Ihm droht nun lebenslange Haft ohne Chance auf Bewährung. Das Strafmaß soll Anfang Mai verkündet werden.
Lese-Tipp: Au-pair hilft Gastvater, seine Frau zu töten – jetzt erzählt sie vor Gericht die ganze Wahrheit
Staatsanwalt Steve Descano findet nach dem Urteil deutliche Worte für das Verhalten des Täters. Die Entscheidung, so eine verdrehte Geschichte zu erfinden und vor der Jury dabei zu bleiben, sei laut New York Post „monströs” gewesen. „Ich mache diesen Job schon eine ganze Weile – und ich kann sagen, dass dieser Angeklagte unter all den Mordfällen der letzten sechs Jahre hier besonders herausragt.”
Video-Tipp: Au-pair Mädchen und Gastvater verabreden Mord an seiner Gattin
Au-pair-Geliebte belastet ihn schwer
Im Zentrum des Prozesses steht das frühere Au-pair Juliana Peres Magalhães. Die 25-jährige Geliebte hatte bereits im Rahmen eines Deals mit der Staatsanwaltschaft ausgesagt und sich schuldig bekannt. Vor Gericht schildert sie den mutmaßlichen Plan: Um seine Ehefrau loszuwerden, ohne sein Geld durch eine Scheidung zu verlieren, soll Banfield mit seinem Au-pair ein Fake-Profil auf einer Fetisch-Seite erstellt haben. So sollen sie den ahnungslosen Joseph Ryan ins Haus ins Haus gelockt haben.

Die Anklage ist überzeugt: Banfield erschießt den fremden Mann mit seiner Dienstwaffe und ersticht anschließend seine eigene Frau, um alles wie ein Sexualdelikt mit tödlichem Ausgang aussehen zu lassen. Acht Monate lang lebt die Nanny nach der Tat noch im Haus, bis das Lügengebilde einstürzt. Banfield räumt im Prozess zwar die Affäre mit dem Au-pair ein – bestreitet aber einen Mordplan. Er gibt zu, Joseph Ryan erschossen zu haben, spricht jedoch von Notwehr zum Schutz seiner Frau. Die Jury glaubt ihm nicht.

Für die Angehörigen ist der Schuldspruch ein schwerer, aber wichtiger Moment: „Es war ein sehr, sehr emotionaler Tag”, sagt Staatsanwalt Descano der Presse. „Ich hoffe, dieses Urteil gibt den Familien ein Stück Frieden und bringt sie ein wenig weiter auf dem Weg zur Heilung nach diesem tragischen, tragischen Mordfall.” (nha)
Verwendete Quellen: New York Post
































