Teuflischer Plan aus LiebeAu-pair-Mädchen hilft Gastvater, seine Frau zu töten – weil sie an eine gemeinsame Zukunft mit ihm glaubte

Wie sehr muss ein Mensch für solch einen Mord lieben?
Juliana Peres Magalhães ist 21 Jahre alt und Au-pair, als sie ihrem Gastvater hilft, seine Frau kaltblütig zu ermorden. Sie tut es aus Liebe, weil sie an eine gemeinsame Zukunft glaubt. Doch ihr mörderischer Plan fliegt auf, beide werden verhaftet. In den USA schlägt der Fall hohe Wellen. Gastvater Brendan streitet die Tat ab. Doch Juliana bricht ihr Schweigen und schildert vor Gericht die grauenvollen Details des Tattages.
Brendan will Mord und keine Scheidung
Juliana wirkt klein, als zwei Justizbeamtinnen sie in den Gerichtssaal von Fairfax County führen. Aber sie läuft gerade und entschlossen zu ihrem Platz im Zeugenstand. Wie ein Mensch, der sich eine Last von der Schulter nehmen möchte. Als sie sich setzt, atmet sie noch einmal tief durch, dann schaut sie durch ihre ziemlich große Brille mit einem leichten Lächeln in den Saal. Es kann losgehen. Das werden keine leichten Stunden!

Fast drei Jahre liegt dieser schreckliche Tag nun zurück. Es ist Februar 2023, als sie und ihr Gastvater Brendan Banfield ihren teuflischen Plan in die Tat umsetzen. Da ist Juliana aus Brasilien schon anderthalb Jahre bei den Banfields und inzwischen die Geliebte von Brendan. Als er beschließt, seine Frau Christine für sie aus dem Weg zu räumen, willigt sie ein, ihm zu helfen.
„Er wollte keine Scheidung”, erzählt Juliana im Zeugenstand. „Er wollte seine Tochter Valerie für sich haben, weil Christine keine gute Mutter war. Und er wollte sein Geld nicht mit ihr teilen.”
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Ihr Plan geht zunächst auf
Die beiden entwickeln einen teuflischen Plan. Mit Christines Laptop melden sie sich in ihrem Namen auf einer Seite für Fetisch-Liebhaber an. Sie wollen einen Mann ins Haus locken, der denkt, er komme zu einem Fessel-Sex-Date. Ihn und Christine wollen sie dann beide töten und es aussehen lassen, als sei er in das Haus eingedrungen, um Brendans Ehefrau zu ermorden. Der Plan geht tatsächlich auf – ein Mann meldet sich und stirbt bei diesem einen Date im Haus der Banfields – genauso wie Ehefrau Christine.
„Warum wollen Sie sich heute hier vor dem Gericht schuldig bekennen?”, fragt die Staatsanwältin. Leise, zögernd und fast wie auswendig gelernt antwortet die junge Frau: „Ich konnte das einfach nicht mehr mit mir ausmachen. Dieses Gefühl von Scham und Traurigkeit und all diese Gefühle.”

Und dann erzählt sie, was an diesem Tag im Februar 2023 passierte, nachdem ein Mann namens Joe zu dem angeblichen Fetisch-Date mit Stricken und einem Messer erschienen war.
„Christine stand im Schlafzimmer“, berichtet Juliana zögernd. „Und sie schrie. ‘Brendan, er hat ein Messer’. Wir sind nach oben gerannt. Und da hat Joe geschossen.” „Was tat Brendan als Nächstes?“, fragt die Staatsanwältin.
„Ich habe ihm ein Handtuch geholt, und als ich wieder in das Schlafzimmer kam, sah ich, dass er auf Christine kniete und auf sie einstach.... Ich habe mir Augen und Ohren zugehalten, aber ich musste immer wieder hinschauen. Und dann sah ich, dass Joe sich bewegte. Ich rief Brendan, aber er reagierte gar nicht. Und da habe ich auf Joe geschossen.”
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Brendan weist jede Schuld von sich
Brendan selbst verfolgt Julianas Aussage still, fast abwesend. Er schweigt in dem Prozess, weist jede Schuld von sich. Acht Monate lebten die beiden nach dem Mord noch gemeinsam im Haus, bis die Ermittler Zweifel an Brendans Version des Mordes kommen, weil zu viele Details nicht zusammenpassten.
Der Prozess läuft nach dem Geständnis weiter – aber Juliana hat sich mit dieser Aussage wohl einen großen Gefallen getan. Weil sie als eine Art Kronzeugin ausgesagt hat, dürfe ihr Urteil deutlich milder ausfallen als das von Brendan, dem eine mehrfach lebenslange Haft droht.
Verwendete Quellen: CNN, AP



