Hilal seit 27 Jahren vermisstBruder bittet den Täter um anonyme Hinweise: „Ich habe keinen Hass”

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von Luisa Wiewgorra und Annalena Antzar

Krass, dass Abbas Ercan das so sagt!
Genau 27 Jahre nach dem Verschwinden seiner kleinen Schwester Hilal in Hamburg-Lurup appelliert er an den möglichen Täter und Zeugen: „Die werden auch nicht irgendwie verfolgt oder bestraft.” Warum der 39-Jährige niemals aufgeben wird.

Ein schrecklicher Jahrestag

Jedes Jahr am 27. Januar kommt Abbas Ercan zurück zu dem Ort, an dem seine kleine Schwester 1999 verschwand. Dort hängt eine Vermisstenanzeige der Polizei Hamburg, um an Hilals Verschwinden zu erinnern. Auch in diesem Jahr liegen darunter Blumen. Dann empfindet er nicht nur Trauer, sondern auch ein bisschen Hoffnung: „Dass ich den einen oder anderen treffe, der vielleicht etwas zu dem Verschwinden sagen können”, sagt Abbas Ercan im RTL-Interview. „Ich glaube nach wie vor, dass wir das eines Tages lösen werden.”

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Seine Bitte an den Täter

Abbas Ercan möchte nur wissen, wo seine Schwester ist. „Ich bitte ihn darum, das auch anonym zu machen oder Zeugen, die vielleicht etwas wissen (...), die werden auch nicht irgendwie verfolgt oder bestraft”, bekräftigt Abbas Ercan. Er wolle seine Schwester nur nach Hause bringen. „Ich habe keinen Hass, ich habe kein Rachegefühl. Ich möchte nur wissen, wo meine Schwester ist und dass wir endlich ein Grab haben.” So sehr wünscht er sich einen Ort, an dem sie für Hilal beten und ihr das Beste wünschen können.

Ercan sucht weiter „solange mein Herz schlägt”

Für Abbas Ercan ist klar: Aufgeben ist keine Option. „Ich bin der große Bruder von meiner Schwester. Ich habe das zu meiner Lebensaufgabe gemacht, sie zu finden.” Er sieht es als seine Aufgabe an, seine Schwestern zu beschützen. Das ende für ihn erst, wenn er Hilal gefunden hat. „Ich werde bis zum Ende versuchen, sie in diesem Leben zu finden, so Gott will, solange mein Herz schlägt.”

Hilals Mutter ist schwerkrank

Er erinnert sich noch genau an den Tag von Hilals Verschwinden. „Meine Mutter hat schon an dem Tag gespürt, dass irgendwas Schlimmes passiert ist”, erzählt Abbas Ercan. „Aber ich hatte immer die Hoffnung, dass sie irgendwie an der Tür klingelt und auf einmal sagt ‘Ich bin zurück’.” Mittlerweile ist seine Mutter schwerkrank. „Ihr letzter Wunsch ist, Hilal wieder zu finden.” Und auch für Hilals und Abbas Vater und Schwester gibt es kein größeres Anliegen.

Die größte Suchaktion in Hamburg seit dem Zweiten Weltkrieg

Hilal Ercan ist 10 Jahre alt, als sie am 27. Januar 1999 die Wohnung ihrer Eltern in Hamburg verlässt, um Kaugummis zu kaufen. In der nur 100 Meter von ihrem Zuhause entfernten Elbgaupassage im Hamburger Stadtteil Lurup verschwindet sie dann spurlos und das am helllichten Tag. Die Suchaktion, die darauf folgt, ist die größte seit dem Zweiten Weltkrieg. Doch sie endet erfolglos.

Quellen: Eigene RTL-Recherche