Rebecca Reusch seit zwei Jahren vermisst

Staatsanwalt: "Fall Rebecca ist kein Cold Case, wir suchen weiter"

09. Februar 2021 - 13:36 Uhr

Fall Rebecca Reusch ist für die Ermittler kein "Cold Case"

Auch zwei Jahre nach dem Verschwinden der damals 15-jährigen Rebecca Reusch geben die Ermittler nicht auf. Der Fall sei nicht abgeschlossen, betonte Staatsanwalt Martin Steltner in einem am Freitag veröffentlichten Video auf Youtube. Er sei kein "Cold Case".

Rebeccas Schwager steht weiter im Verdacht

"Wir suchen weiter nach Rebecca. In den vergangenen zwei Jahren haben wir Tausende Hinweise aus der Bevölkerung abgearbeitet, sind ihnen nachgegangen und tun das auch weiterhin", sagte der Berliner Staatsanwalt.

Rebecca war am 18. Februar 2019 aus dem Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers in Berlin-Neukölln verschwunden. Der Schwager, Florian R., stehe weiter im Verdacht, das Mädchen getötet zu haben, sagte Steltner. "An den Verdachtsmomenten hat sich nichts verändert. Es ist ein Verdacht, nicht mehr und nicht weniger." Es habe sich damals gezeigt, "dass Rebecca plötzlich und spurlos verschwunden ist, ohne dass es irgendwelche Hinweise darauf gab, dass sie freiwillig verreist, untergetaucht oder gar entführt worden sein könnte".

Rebeccas Mutter Brigitte Reusch glaubt jedoch auch Monate dem Verschwinden ihrer Tochter, dass sie noch lebt und womöglich irgendwo gegen ihren Willen festgehalten wird. Auch der Antwalt der Familie kritisierte das Vorgehen der Ermittler. Laut Khubaib-Ali Mohammed haben sich die Behörden zu sehr auf eine Richtung festgelegt, obwohl es keine Beweise gibt, dass Rebecca getötet wurde.

Staatsanwalt zum Fall Rebecca Reusch: Auch nach Jahren können Tötungsdelikte aufgeklärt werden

Steltner räumte ein, trotz der aufwendigen Suche durch zeitweise zwei Mordkommissionen, Polizei-Hundertschaften, Hunde und Polizeitaucher müsse man feststellen: "Wir haben Rebecca nicht gefunden." Dennoch schließe die Polizei den Fall nicht ab: "Auch nach Jahren können viele Tötungsdelikte noch aufgeklärt werden. Darauf bauen wir. Auch im Fall Rebecca."

Wenige Tage nach dem Verschwinden der Schülerin geriet der 27-jährige Schwager in Verdacht. Sein Auto war am Tag des Verschwindens und am folgenden Tag auf der Autobahn zwischen Berlin und Polen erfasst worden. Zeugen sahen an dem Tag ein ähnliches Auto und einen auffälligen jungen Mann in einem Wald in Brandenburg südöstlich von Berlin. Zweimal nahm die Polizei den Schwager fest, konnte ihm aber nichts nachweisen. Wochenlang suchten Hunderte Polizisten in Wäldern und Seen vergeblich nach der Leiche des Mädchens.

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