Dieser Mann hat seine Tochter in 86 Fällen sexuell missbraucht. Das gesteht er vor dem Landgericht Gera. Das Mädchen war bei den Taten zwischen sieben und elf Jahre alt. Eines von vielen betroffenen Kindern.
Auch wenn in einzelnen Teilbereichen Rückgänge von Fallzahlen erkennbar sind, bleiben die Zahlen der Sexualdelikte erschreckend hoch und verzeichnen auch in Teilen einen dramatischen Anstieg.
2025 wurden rund 17.000 Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern registriert, fast 5 % mehr als im Jahr davor. Bei diesen Zahlen geht es nur um Kinder bis 14 Jahren. Jugendliche werden gesondert erfasst. In mehr als der Hälfte der Fälle gibt es eine Beziehung zwischen Kind und Täter. Am häufigsten passiert es In der Familie.
Und Kindern fällt es natürlich besonders schwer, sich dann auch anzuvertrauen. Denn einerseits ist es eine nahestehende Person und andererseits tut genau diese Person einem Kind diese Form von Gewalt an.
Was auffällt Besonders stark angestiegen sind Delikte mit jugendpornografischen Inhalten.
Deswegen wird die Nutzung erstens der Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz essenziell sein, zweitens eben auch die Präsenz im Netz, um diese Täter und Täterstrukturen schneller zu identifizieren und dagegen vorzugehen.
Unabhängig davon, um welche Art von sexuellem Missbrauch es sich genau handelt, braucht es hier mehr Unterstützung.
Wir brauchen Schulungen von Eltern, denn natürlich haben die Eltern eine wichtige Rolle und eine hohe Verantwortung. Aber, und auch da müssen wir uns ehrlich machen Sie haben nicht die Kompetenzen.
Hilfe gibt es aber auch jetzt schon. Betroffene können sich zum Beispiel an das Onlineberatung Portal Schreib-Ollie wenden oder das Hilfetelefon nutzen. Im Missbrauchsfall aus Gera wurde der Vater zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Außerdem darf er sich Kindern und Jugendlichen nicht mehr nähern, damit er hoffentlich nie wieder straffällig wird.