Drohnen suchen nach vermeintlicher Giftschlange
Ausgelöst wurde der Einsatz durch die Meldung eines Mitarbeiters einer Baumschule. Ein Foto sollte die Sichtung belegen, doch als die Feuerwehr alarmiert wurde, war die vermeintliche Schlange verschwunden. „Heute Morgen um kurz nach neun gab es von einem Feldarbeiter eine Sichtung einer Schlange, die auch mit einem Foto belegt wurde. [...] Und jetzt suchen wir diese Schlange“, sagte Halstenbeks Bürgermeister Jan Krohn. Stundenlang suchten Einsatzkräfte nach der angeblichen Speikobra – einer Schlange, die ihr Gift gezielt in die Augen spucken kann.
Nach rund drei Stunden dann die Entwarnung. „Es handelt sich um einen Fake-Einsatz. Hier gab es keine giftige Kobra und das Bild ist eine KI-Fälschung“, erklärte Dennis Renk vom Kreisfeuerwehrverband Pinneberg. Ermittlungen ergaben laut Polizei: Ein 14-Jähriger hatte das Bild mit Künstlicher Intelligenz erstellt, um seinem Vater einen Streich zu spielen. Der wiederum hielt das Foto für echt und informierte seinen Vorgesetzten, der schließlich die Polizei einschaltete.
Für die Polizei steht fest, dass der Notruf in gutem Glauben erfolgte. „Hier ist keine Absicht zu unterstellen oder ein böser Wille. [...] Es handelte sich mit der Generierung des Fotos um einen bösen Jungenstreich, der völlig andere Dimensionen angenommen hat“, sagte Polizeisprecher Maik Seidel. Jetzt wird geprüft, wer für die Kosten des Großeinsatzes aufkommen muss. Der Fall zeigt zugleich, wie schwer es für Behörden inzwischen wird, täuschend echte KI-Bilder von der Realität zu unterscheiden.