Ihr Baby konnte gerettet werden

Schwangere Braut stirbt auf dem Weg zum Altar

19. September 2019 - 16:29 Uhr

Jessica schaffte es nicht bis zum Altar

Es sollte der schönste Tag ihres Lebens werden, doch dann endete er mit einer Tragödie. Jessica stand schon bereit, winkte noch einmal grinsend in die Kamera des professionellen Hochzeitsfotografen, um dann als strahlende Braut zum Altar zu schreiten und ihrem Verlobten Flavio das Jawort zu geben. Doch dazu kam es nicht. Die 30-Jährige, die im sechsten Monat schwanger war, erlitt einen Schlaganfall. Die tragische Geschichte, und wie immerhin die kleine Sophia als extremes Frühchen doch noch gerettet werden konnte, sehen sie im Video.

Wie kam es zu dem plötzlichen Tod?

Im einen Moment ging es Jessica noch gut, im nächsten klappte sie zusammen. Zuvor hatte sie darüber geklagt, dass ihr schwindelig sei und sie Nackenschmerzen hätte. Doch Jessica selbst und ihre Familie schoben die leichten Symptome auf die Aufregung, wie das brasilianische Online-Magazin "Crescer" berichtet. Grund für den Schlaganfall der Krankenschwester aus São Paulo (Brasilien) war eine Präeklampsie.

Die Erkrankung bleibt oft unbemerkt

Die Präeklampsie gilt als gefährlichste Komplikation während der Schwangerschaft. Vor allem deshalb, weil sie oft unbemerkt bleibt und plötzlich auftreten kann, ist die Erkrankung für Mutter und Kind lebensgefährlich. Die Präeklampsie ist eine der Haupttodesursachen für werdende Mütter. Sie kann etwa ab der 20. Schwangerschaftswoche bis hin ins Wochenbett, also nach der Entbindung, auftreten. Um das Risiko der auch als Schwangerschaftvergiftung bekannten Erkrankung einzudämmen, werden Schwangere bei ihren Untersuchungen auf erhöhten Blutdruck, den Eiweißgehalt im Urin und Wassereinlagerungen untersucht – denn dies sind die drei Hauptsymptome für eine Präeklampsie.

In Folge dieser klinischen Symptome fühlen sich die Betroffenen oft schlapp, haben Kopfschmerzen, Augenflimmern oder Schmerzen im Oberbauch. Tritt dies also auf, sollte man dem Frauenarzt unbedingt davon erzählen. Auch wer schon früh in der Schwangerschaft (vor der 28. Woche) angeschwollene Finger oder Beine hat, sollte sich vorsichtshalber untersuchen lassen.

Welche Schäden können durch die Präeklampsie auftreten?

Denn wenn der krankhaft hohe Blutdruck in der Schwangerschaft erst einmal da ist, werden Mutter und Kind nicht mehr richtig versorgt und können Schäden an den Organen davontragen. Wird eine Präeklampsie diagnostiziert, wird die (werdende) Mutter sofort stationär im Krankenhaus behandelt. Oft ist die einzige Therapie eine vorzeitige Beendigung der Schwangerschaft, wobei es häufig zu Not-Kaiserschnitten und Frühgeburten kommt.

Die Präeklampsie kann – wie der Fall von Jessica zeigt – auch das Schlaganfallrisiko erhöhen. Außerdem kann es zu Krampfanfällen und Hirnblutungen kommen, Nieren, Lunge oder Leber können versagen – die Liste ist lang.

Präeklampsie: Ursachen

Wie eine Präeklampsie entsteht, ist bisher unklar. Man weiß inzwischen jedoch, dass Erstgebärende, Frauen, die bei einer früheren Schwangerschaft bereits Präeklampsie hatten, Frauen über 35, übergewichtige oder an Diabetes mellitus leidende Frauen oder Schwangere mit Mehrlingen ein erhöhtes Risiko haben. Auch, wer bereits vor der Schwangerschaft an Bluthochdruck leidet, kann eher eine Präeklampsie entwickeln.