Frühchen Jaden kam mit 360 Gramm zu Welt

Ab wann ist ein Frühchen eigentlich überlebensfähig?

1. August 2019 - 11:01 Uhr

Frühgeburt: Wenn ein Kind unreif zur Welt kommt

Es ist unglaublich: Jaden kam mit gerade mal 360 Gramm zur Welt. Der Geburtstermin war im November geplant, doch plötzlich platzte die Fruchtblase seiner Mama. Ellonn Smartt (25) aus Des Moines, Iowa, brachte ihr Kind im fünften Monat zur Welt. Seither kämpft Jaden um sein Leben. Doch wie hoch sind die Überlebenschancen eines so jungen Frühchens?

Überlebenschancen von Frühchen

Durch die intensive Pflege und Behandlung im Brutkasten haben sich die Überlebenschancen von Frühgeborenen enorm verbessert. Bei einer Frühgeburt ab der 24. Schwangerschaftswoche hat das Baby heute bei intensivmedizinischer Betreuung gute Chancen zu überleben. Ab der 28. Woche liegen die Überlebenschancen sogar schon bei 95 Prozent. In den meisten Fällen entwickeln sich die Frühgeborenen zu gesunden Kindern. Sie können zwar in ihrer Entwicklung im Vergleich zu anderen Kindern noch über Jahre zurück sein, schließen aber meist irgendwann auf. Kinder die zwischen der 32. und 37. Schwangerschaftswoche geboren werden, holen meist in ihrer Entwicklung schnell auf und unterscheiden sich selten von reif geborenen Babys.

Bei Babys, die vor der 28. Woche auf die Welt kommen, ist das Risiko hoch, dass sie bleibende Schäden davontragen. Extrem unreife Frühgeborene entwickeln sich nur selten völlig gesund.

Risiken einer Frühgeburt

Das größte Problem bei einer Frühgeburt ist meist die Atmung des unreifen Kindes. Da die Lunge nicht vollkommen ausgebildet ist, hat sie nicht die volle Lungenfunktion. Jedoch lässt sich durch eine medikamentöse Beschleunigung der Lungenreifung in vielen Fällen ein Sauerstoffmangel verhindern.

Hinzu kommt, dass die Blutgefäße bei einem Frühchen noch sehr empfindlich sind und reißen können. Dadurch besteht das Risiko einer Hirnblutung. Die Neugeborenen werden aber ständig auf Anzeichen solcher Komplikationen beobachtet. Zusätzlich sind zu früh geborene Kinder anfälliger für Infekte. Die Behandlung mit Antibiotika ist deshalb in der Regel lebensnotwendig.

Eltern-Kind-Beziehung ist bei Frühchen besonders wichtig!

Ein wichtiger Aspekt bei der gesunden Entwicklung des Frühchens ist die Eltern-Kind-Beziehung. Im Gegensatz zu früher können Eltern von Frühgeborenen heute mehr in die Betreuung des Kindes mit einbezogen werden.

Sie können mehr Zeit mit ihrem Kind verbringen, haben mehr Hautkontakt ("Känguru-Pflege") und können von der Muttermilch ernährt werden. Denn Vormilch und Milch von Müttern, die zu früh geboren haben, enthalten wichtige Nährstoffe, die für Frühgeborene die ideale Nahrung ist. Alle diese Faktoren fördern die gesunde Entwicklung eines Frühchens nachweislich.