Schwere Schwangerschaftserkrankung

Gesundheitslexikon: Eklampsie

© Vadim Zholobov

15. Juli 2019 - 11:13 Uhr

Eklampsie - schwere Erkrankung im letzten Schwangerschaftstrimester

Es gibt eine Reihe von Erkrankungen, die speziell bei Schwangeren auftreten. Die Eklampsie ist eine davon.

Was ist eine Eklampsie?

Die Eklampsie ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft auftritt. Sie kann jedoch auch erst kurz nach der Geburt oder im Wochenbett in Erscheinung treten. Die Eklampsie ist die schwerste Ausprägung der Gestose, die auch als Schwangerschaftsvergiftung bekannt ist. Es kommt zu Krampfanfällen oder tiefer Bewusstlosigkeit. Zu den typischen Vorboten der Erkrankung gehören Bluthochdruck und eine vermehrte Eiweißausscheidung mit dem Urin (Proteinurie). Dieses Vorstadium wird auch als Präeklampsie bezeichnet. Von der Eklampsie ist durchschnittlich eine von 2.000 bis 3.000 Schwangeren betroffen.

Ursachen einer Eklampsie

Die genauen Ursachen der Eklampsie sind bisher nicht eindeutig geklärt, es scheint sich jedoch um ein multifaktorielles Geschehen zu handeln. So sprechen die betroffenen Frauen vermutlich besonders sensibel auf verschiedene Stoffe an, die sich auf die Regulierung der Blutgefäßweite auswirken. Dadurch steigt die Neigung zu Gefäßkrämpfen (Vasopasmen). Ferner spielen immunologische Faktoren eine Rolle. Das Abwehrsystem der Schwangeren reagiert äußerst empfindlich auf die Schwangerschaft und die damit einhergehenden Veränderungen. Man spricht deshalb auch von einer Anpassungsstörung. Die körperlichen Anforderungen der Schwangerschaft können nicht erfüllt werden, sodass es zu Funktionsstörungen in verschiedenen Organen kommen kann.

Vorboten und Symptome

Für gewöhnlich kündigt sich eine Eklampsie durch verschiedene Symptome an. Meist zeigt sich nach der 20. Schwangerschaftswoche Bluthochdruck. Dabei steigt der systolische Wert bei mindestens zwei aufeinanderfolgenden Messungen in einem Abstand von sechs Stunden auf Werte größer als 140 mmHg. Der diastolische Blutdruckwert liegt höher als 90 mmHg. Zudem scheiden die Schwangeren vermehrt Eiweiß mit dem Urin aus. Es kommt zu Wasseransammlungen (Ödemen) im Gewebe, die sich vor allem an den Händen und Füßen sowie im Gesicht bemerkbar machen. Die Eklampsie führt ferner zu schweren Bewusstseinstrübungen bis zum Koma. Die erkrankten Frauen klagen über Oberbauchbeschwerden wie Magenschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen.

Diagnose einer Schwangerschaftsvergiftung

Bei der Diagnose muss der behandelnde Arzt neben den oben erwähnten Werten neurologische Symptome wie Kopfschmerzen, Sehstörungen oder übersteigerte Reflexe beachten. Bei bis zu 50 Prozent aller Patientinnen mit einer Gestose treten zusätzlich sogenannte tonisch-klonische Krämpfe mit Erschlaffung der Muskulatur, rhythmischen Zuckungen oder Atemstillstand auf. Ein solcher Anfall kündigt sich häufig durch starke frontale Kopfschmerzen, Augenflimmern oder Blindheit, Verwirrtheit und motorische Ausfallerscheinungen an. Bei Fortschreiten der Erkrankung drohen Leber- und Nierenversagen. Die Eklampsie ist für die Mutter und das Ungeborene lebensbedrohlich. So beträgt die mütterliche Letalität bis zu fünf Prozent. 30 bis 50 Prozent der Kinder überleben die Eklampsie nicht.

Therapie bei Eklampsie

Magnesium ist bei der Behandlung der Eklampsie das Mittel der ersten Wahl. Da eine zu hohe Dosis des Mineralstoffes den Herzschlag drastisch verlangsamen (Bradykardie) und zu Atemstillstand führen kann, ist eine vorsichtige Dosierung wichtig. In den meisten Fällen wird das Magnesium intravenös verabreicht. Zur Therapie der Krampfanfälle erhalten die Schwangeren krampflösende Medikamente wie Diazepam oder Clonazepam. Je nach Ausprägung kann eine vorzeitige Beendigung der Schwangerschaft durch eine Einleitung oder einen Kaiserschnitt erforderlich sein. Dadurch bessert sich auch rasch die Stoffwechsellage der Mutter.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.