Vollständiges Aussetzen der Atmung

Gesundheitslexikon: Apnoe (Atemstillstand)

2. April 2019 - 8:27 Uhr

Von Schlafapnoe bis Apnoe-Tauchen: Ein Atemstillstand ist immer riskant

Der Stillstand des Atems ist ein sehr gefährlicher Zustand für einen Menschen. Innerhalb weniger Minuten ergeben sich für den Betroffenen weitreichende Konsequenzen, die schlimmstenfalls zum Tod führen können. Eine Apnoe wird nur selten bewusst herbeigeführt. Meistens führen Unfälle zu einem Atemstillstand.

Was ist eine Apnoe?

Die Atmung sorgt für einen kontinuierlichen Gasaustausch zwischen dem Blut und den Zellen sowie für den wichtigen Gastransport von Luftsauerstoff durch den gesamten Körper. Die durchschnittliche Atemfrequenz eines Erwachsenen liegt bei ungefähr 14 Atemzügen pro Minute. Unter dem Begriff Apnoe wird das Anhalten beziehungsweise der Stillstand dieses Atmens beschrieben. Ob dies willentlich, etwa beim Apnoe-Tauchen, oder unwillentlich, etwa beim Schlafapnoe-Syndrom, geschieht, ist dabei unerheblich. Die Dauer des Atemstillstands kann von wenigen Sekunden bis hin zu mehreren Minuten andauern. Eine zu geringe oder ganz ausbleibende Atemfrequenz führt zu kritischen Situationen, die den gesamten Körper betreffen.

Ursachen für eine Apnoe

Es gibt diverse Auslöser für eine Apnoe bzw. einen Atemstillstand. So kann die Atemmuskulatur gelähmt sein, beispielsweise als Folge einer Querschnittslähmung. Außerdem kann das Atemzentrum geschädigt sein, wie es oft nach einem Unfall der Fall ist. Ebenfalls hat die Strangulation durch Erdrosseln oder Erhängen einen Atemstillstand zur Folge. Durch das versehentliche Verschlucken eines Fremdkörpers können die Atemwege blockiert sein, was eine Apnoe auslösen kann. Auch neurologische Erkrankungen, welche die Nerven des Atemzentrums betreffen, können ursächlich sein, ebenso eine Quetschung des Brustkorbes. Als weitere Ursachen können Vergiftungen, Unfälle mit Strom oder falsch dosierte Anästhesien die Atmung signifikant beeinträchtigen.

Mögliche Folgen

Die meisten Menschen können lediglich rund zwei Minuten ihren Atem willentlich anhalten. Während dieser Zeit stagniert das Gasvolumen in den Lungenflügeln gleichbleibend. Mit fortschreitender Dauer erhöht sich allerdings der Kohlenstoffdioxidwert des Blutes, schließlich muss das Gas kontinuierlich abgeatmet werden. Es entsteht ein starker Reiz auf das Atemsystem. Nun kommt es zudem zu einem Sauerstoffmangel im Blut (Hypoxämie). Unterbleibt die Atmung weiterhin, kumuliert das Kohlenstoffdioxid im Blut, während parallel ein immenser Sauerstoffmangel entsteht. Die Apnoe führt innerhalb kurzer Zeit zu einem Ausfall der wichtigen Vitalfunktionen. Nach wenigen Minuten führt die Hemmung des Atems zu einer Sauerstoffunterversorgung des Hirns. Es zeigen sich irreparable Folgen, die meist mit dem Tod einhergehen.

Einer Apnoe vorbeugen

Da eine Apnoe in vielen Fällen unwillentlich eintritt, nämlich im Rahmen eines Unfalls, einer Vergiftung oder einer sonstigen Blockade der Atemwege, ist es kaum möglich, diesen allgemeinen Lebensrisiken vorzubeugen. Wer einen Menschen beobachtet, der unter einer akuten Apnoe leidet, sollte beherzt eingreifen. Sinnvoll ist es, den Rachenraum auf mögliche blockierende Gegenstände hin zu untersuchen und diese, wenn vorhanden, zu entfernen. Sind die Atemwege frei, könnte mit einer Mund-zu-Mund-Beatmung bei gleichzeitiger Herzdruckmassage begonnen werden. Auch der Einsatz eines Defibrillators könnte hilfreich sein. In jedem Fall muss sofort der Rettungsdienst verständigt werden, um eine möglichst schnelle weiterführende Behandlung gewährleisten zu können.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.