Heizkosten sparen? Worauf Sie achten sollten

Warum kalte Räume eine Gefahr für Babys und alte Menschen sind

Heizen Sie schon oder frieren Sie noch? Experte klärt Fragen
03:50 min
Experte klärt Fragen
Heizen Sie schon oder frieren Sie noch?

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von Vera Dünnwald

Alles ist teurer geworden – auch das Heizen. Seitdem gilt: Büros und andere öffentliche Gebäude dürfen nur noch bis maximal 19 Grad geheizt werden. Wer sparen will, dreht auch in den eigenen vier Wänden die Heizung runter. Aber: So lässt sich zwar bares Geld sparen – doch eine zu geringe Temperatur in den Innenräumen kann die Gesundheit zweier Personengruppen ganz schön gefährden, wie Allgemeinmediziner und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht erklärt. Und zwar nicht nur wegen erhöhter Schimmelgefahr.

Lese-Tipp: Heizung runterdrehen und Kosten sparen? Experten warnen vor massiver Schimmel-Gefahr

Temperatur senken wenn Babys und Senioren im Haus leben? Bloß nicht!

Wir wissen: Schimmel im Haus oder in der Wohnung zu haben, ist alles andere als gut für unsere Gesundheit. Und wann bildet sich Schimmel? Wenn nicht genügend geheizt wird, es zu kalt ist und die Luftfeuchtigkeit im Raum zu hoch ist. Allen Spar-Ambitionen in Ehren: So ganz kommen wir also nicht darum herum, unser Thermostat an der Heizung etwas aufzudrehen.

Die idealen Raumtemperaturen sind dabei:

  • ca. 16 Grad in weniger genutzten Räumen
  • 16-18 Grad im Schlafzimmer
  • ca. 18 Grad in der Küche
  • 20-22 Grad für Wohnräume wie Wohn- und Esszimmer sowie für Kinder- und Arbeitszimmer
  • 22 Grad im Bad

Aufgepasst jedoch, wenn diese zwei Personengruppen im Haus leben: „Die Temperaturen herunterzudrehen ist bei gesunden, erwachsenen Menschen und auch Kindern ab fünf, sechs Jahren überhaupt kein Problem. Aber es kann bei kleinen Kindern – sprich bei Babys – und Senioren zum Problem werden“, sagt Dr. Specht im RTL-Interview.

Es komme bei der Raumtemperatur durchaus auf das Alter an und auf das, was man tut. „Wenn man nämlich – und das ist auch gleich ein Grund warum Ältere sooft frieren – weniger Muskelmasse hat, sich weniger bewegt, dann erzeugt man selbst sehr viel weniger Wärme und friert dadurch leichter.“ Wenn die Muskelmasse schwindet, so der Mediziner, dann brauche sie weniger Energie. Aber genau dieser Prozess sei es, bei dem normalerweise Wärme freigesetzt wird. Diese Wärme fehle dann.

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Bei Babys komme hinzu, dass sie neben dem „normalen“, weißen Fettgewebe auch braunes Fettgewebe besitzen. Dr. Specht sagt: „Wir als Erwachsene haben das braune Fettgewebe nur noch in kleineren Mengen. Aber es ist sehr günstig, gerade für die Kleinen. Es sitzt unter dem Brustbein und produziert Wärme, ist aber nicht hormonaktiv.“ Auch wenn dies nur bis zu einem gewissen Punkt funktioniere, ist es dennoch eine gute Funktion des Körpers, Babys warm zu halten. „Selbstverständlich brauchen sie darüber hinaus noch genug Wärme. Bei aller Spar-Wut wäre am falschen Ende gespart, wenn man alte Leute und Babys frieren lässt.“

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Der Tipp des Mediziners lautet daher: „Bei 19 Grad stirbt kein Kind. Aber sie brauchen eben höhere Temperaturen. Wenn man es sich aktuell einfach nicht leisten kann, alle Räume zu heizen, dann sollte man zumindest dafür sorgen, dass es einen Raum gibt, der warm gehalten wird.“ Denn sonst werde man tatsächlich krank. „Bei Senioren kann sich das, was sie als Grunderkrankung haben, verschlimmern. Aber auch die Gelenke können erkranken und die Schmerzempfindlichkeit insgesamt erhöht sich.“ Sparen ist gut und wichtig – doch dabei sollte niemandes Gesundheit beeinträchtigt werden!