Nach der Bundestagswahl

FDP und Grüne wollen gemeinsam Sondierungsgespräche führen

Anders als üblich wollen zuerst die Königsmacher von FDP und Grünen in Sondierungsgespräche gehen.
Anders als üblich wollen zuerst die Königsmacher von FDP und Grünen in Sondierungsgespräche gehen.
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27. September 2021 - 7:56 Uhr

Zwei Ansprüche aufs Kanzleramt

Von Marko Schlichting

Nach der Bundestagswahl ist vor den Sondierungsgesprächen, doch so wie sonst wird es dieses Mal wohl nicht. Denn obwohl die Union der klare Wahlverlierer ist, beansprucht Armin Laschet das Kanzleramt für sich. Das stärkt die so genannten Königsmacher von Grünen und FDP.

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Königsmacher wollen zuerst verhandeln

Die Wahlen sind gelaufen. Aber wer der neue Bundeskanzler wird, steht noch nicht fest. Dazu muss es erst Koalitionsgespräche geben. Normalerweise lädt dazu der Wahlsieger ein. Aber diesmal ist das Ergebnis sehr eng. Darum machen sich sowohl Wahlsieger Olaf Scholz von der SPD als auch der zweitplatzierte Armin Laschet von der Union Hoffnungen aufs Kanzleramt. Beide brauchen zum Regieren die Grünen und die FDP.

Die wollen zuerst miteinander reden. Das hat FDP-Chef Christian Lindner in der Berliner Runde von ARD und ZDF vorgeschlagen. Grünen-Chef Robert Habeck und FDP-Generalsekretär Volker Wissing sagten im Ersten, sie seien damit einverstanden. Der stellvertretende FDP-Fraktionschef Alexander Graf Lambsdorff machte bei Maybrit Illner im ZDF klar: "Es ist richtig, dass wir vorhaben, zuerst mit den Grünen zu sprechen."

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Neuer Regierungsstil

Eine interessante Idee entwickelte der Grünen-Politiker Cem Özdemir bei Anne Will im Ersten: "Wir müssen die Lehren ziehen aus der großen Koalition", forderte er. Es könne jetzt nicht mehr darum gehen, ferne Ziele zu beschließen. Vielmehr müsse man sich darauf konzentrieren, was man in den nächsten vier Jahren erreichen will.

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Wichtiger aber ist ihm, dass sich in einer Koalition nicht jede einzelne Partei auf ein Fachgebiet festlegen sollte. Özdemir möchte, dass sich alle Koalitionsmitglieder auf gemeinsame Ziele verständigen und diese dann zusammen umsetzen.

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FDP-Generalsekretär Volker Wissing stimmte zu: "Ich glaube, man muss sich von Anfang an die Frage stellen, wie aus der Zusammensetzung der Teilnehmer für die Gesellschaft ein Mehrwert entstehen kann." Damit wäre dann auch SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil einverstanden.

Die Koalitionsverhandlungen werden sich vermutlich bis Ende Dezember hinziehen.

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