Reaktion auf Ukraine-Krieg

McDonalds macht dicht - auch Coca Cola und Pepsi gibt's nicht mehr zu trinken

FILE PHOTO: Bottles of Coca-Cola are seen at a Carrefour Hypermarket store in Montreuil, near Paris, France, February 5, 2018. REUTERS/Regis Duvignau/File Photo
Coca Cola zieht sich nach einem Shitstorm aus Russland zunächst zurück. (Symbolbild)
/FW1F/Shounak Dasgupta, REUTERS, Regis Duvignau

Keine iPhones, keine Autos von BMW und VW und sogar kein Playmobil mehr: Der Krieg in der Ukraine hat auch für die Menschen in Russland immer größere Auswirkungen. Etliche westliche Unternehmen haben sich aus Russland zurückgezogen und machen dort keine Geschäfte mehr. So zum Beispiel Apple, Volkswagen oder Siemens. Unternehmen, die weitermachen wie zuvor, stehen jetzt deshalb heftig in der Kritik. Deshalb rufen Twitter-User zum Boykott auf. McDonalds, Coca Cola, Starbucks und PepsiCo haben sich die Kritik offenbar zu Herzen genommen – und stellen den Betrieb in Russland zunächst ein.

Lese-Tipp: Alle aktuellen Informationen rund um den Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit im Liveticker

McDonalds schließt Filialen in Russland

Viele Unternehmen haben das Geschäft in Russland auf Eis gelegt. Damit wollen sie zum einen ein Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine setzen und zum anderen Russland direkt schaden. Verkäufe von Produkten in Russland werden dort versteuert und tragen so also auch zum Wirtschaftsgewinn des Landes bei.

Einige große Konzerne wie McDonalds hielten sich damit allerdings zurück und standen deshalb immer mehr unter Druck. Auf Twitter war mittlerweile ein riesiger Shitstorm entstanden. Unter den Hashtags „#BoykottMcDonalds“ oder „#BoykottCocaCola“ rufen die User dazu auf, die Unternehmen bzw. deren Produkte auch außerhalb Russlands zu boykottieren.

Für McDonalds war dies scheinbar ein Weckruf. Denn nun kündigt das US-Unternehmen an, die etwa 850 Filialen in Russland vorübergehend zu schließen, so „CNBC“. Damit reagiert McDonalds nun nach fast zwei Wochen nachdem Russland in die Ukraine einmarschiert ist.

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Pepsi, Starbucks und Coca Cola ziehen sich zurück

Nach und nach ziehen nun weitere Unternehmen nach. So stellt Starbucks die Geschäftstätigkeit in Russland vorübergehend komplett ein. Die Lieferung von Produkten und der Betrieb von Cafes würden gestoppt, so der US-Konzern.

Auch Coca-Cola stellt seinen Betrieb in Russland ein. Das teilt der US-Getränkeriese mit. Das Unternehmen wolle die Entwicklung beobachten. Nach dem Konkurrenten zieht sich auch PepsiCo aus Russland temporär zurück. Der US-Getränkekonzern stellt nach eigenen Angaben sämtliche Kapitalinvestitionen und Werbe-Aktivitäten dort ein. Der Verkauf der Marken Pepsi-Cola, 7UP und Mirinda werde gestoppt.

Andere – vor allem amerikanische – Großkonzerne halten sich bisher mit einer Reaktion auf den Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine zurück. Dazu zählen Burger King und KFC. Seitens der Unternehmen gibt es dazu bisher keine Stellungnahme.

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Marken-Experte zu Shitstorm: "Die finden das gar nicht nur schlecht“

Der Marken-Experte Jon Christoph Berndt vermutet im RTL-Interview, dass die Unternehmen die Situation aktuell aussitzen wollen bzw. aus der Sache vermutlich sogar noch Profit schlagen wollen: Sie rechnen „damit, dass morgen schon eine andere digitale Sau durchs digitale Dorf getrieben wird. Und abseits dessen ist es auch Aufmerksamkeit für diese Unternehmen. Die finden das gar nicht nur schlecht.“

Ein Boykott könnte den Unternehmen zwar schaden, würde sich im Umsatz vermutlich aber kaum bemerkbar machen. Würde es durch den Boykott Umsatzeinbrüche in Europa oder den USA geben, wo die die Boykottaufrufer hauptsächlich sitzen, könnte dieser Verlust durch Umsätze in anderen Ländern wieder ausgeglichen werden: „Also die Skaleneffekte sind so groß, dass am Ende des Jahres ein vorübergehender Boykott sich gar nicht bemerkbar machen würde.

Das Einstellen des Geschäfts in Russland würde aber auch andere Probleme mit sich bringen: Denn die Franchises in Russland werden zum Teil selbstständig betrieben, können also selbst entscheiden, ob sie weiter produzieren wollen oder nicht. Zum anderen hängen an den Filialen auch sehr viele Arbeitsplätze, die durch eine Schließung auf dem Spiel stehen würden: „Soll jetzt der gewöhnliche Russe, die Russin, die bei McDonald's am Counter steht, darunter leiden, dass ein Krieg angezettelt wurde von der Politik in Russland, für den sie gar nichts kann?“

Trotzdem müssten die Unternehmen zu einem Ereignis, wie dem Ukraine-Krieg Stellung beziehen, meint der Experte: Das heißt: „Haltung zeigen und klar argumentieren, wenn sie boykottieren, genauso wie wenn sie ihn nicht boykottieren.“ (khe)

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