Häuser, Autos und BooteNorwegen warnt 13.500 Bürger! Enteignung im Kriegsfall möglich

Norwegen bereitet seine Bürger auf den Kriegsfall vor: Im Ernstfall kann der Staat Privatbesitz wie Häuser oder Autos beschlagnahmen.
Tausende Bürger erhalten dazu in diesen Tagen Post vom Militär. Die Schreiben sollen die Streitkräfte für einen möglichen Konflikt rüsten. Ein Logistik-Chef der Armee spricht von der „schwersten sicherheitspolitischen Krise seit dem Zweiten Weltkrieg”.
Norwegens Militär informiert Montag (19. Januar) Tausende Bürger, dass der Staat im Kriegsfall ihre Häuser, Autos, Boote und andere Ausrüstung beschlagnahmen kann. 13.500 Briefe gehen raus. Die Maßnahme soll „sicherstellen, dass die Streitkräfte im Kriegsfall Zugriff auf die für die Landesverteidigung notwendigen Ressourcen haben”.
Laut Armee haben die Schreiben in Friedenszeiten keine praktischen Auswirkungen. Eine Beschlagnahme gilt demnach zunächst für ein Jahr.
„Die Bedeutung der Krisen- und Kriegsvorsorge hat in den vergangen Jahren dramatisch zugenommen”, erklärt Anders Jernberg, Chef der Logistik-Organisation der Armee. Ihm zufolge befindet sich Norwegen „in der schwersten sicherheitspolitischen Krise seit dem Zweiten Weltkrieg”. Die Gesellschaft müsse daher „auf sicherheitspolitische Krisen und im schlimmsten Fall auf einen Krieg vorbereitet sein”. Neben der militärischen werde auch die zivile Bereitschaft verstärkt.
Norwegen ist Nato-Mitglied, gehört aber nicht der EU an. Das skandinavische Land teilt im Norden eine 198 Kilometer lange Landgrenze mit Russland und grenzt zudem im Arktischen Ozean an das Land. (rsa)
Verwendete Quelle: AFP


