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Krebs-Vorsorge: Das sind die wichtigsten Untersuchungen

Vorsorge rettet Leben

Krebs-Früherkennung: Das sind die wichtigsten Untersuchungen

Krebs-Vorsorge kann Leben retten.
Nur durch eine regelmäßige Vorsorge lassen sich Krebserkrankungen bereits im Frühstadium erkennen. Dies erhöht die Heilungschancen.
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Gerade in der Corona-Pandemie meiden viele Menschen den Gang zum Arzt. Nach Angaben der AOK ist die Nachfrage nach der Krebs-Früherkennung seit Beginn der Pandemie bei einigen Krebsformen phasenweise um bis zu 20 Prozent zurückgegangen. Dabei sind Vorsorge-Untersuchungen die einzige Chance, eine Erkrankung so früh wie möglich zu erkennen und zu behandeln. Und je eher ein Tumor erkannt wird, desto größer sind auch die Heilungschancen.

Ein Überblick über die wichtigsten Untersuchungen

Wichtig bei Frauen und Männern: Wenn in Ihrer Familie gehäuft bestimmte Krebsarten im jungen Alter (50 oder jünger) aufgetreten sind, weisen Sie Ihren Arzt darauf hin. Bestimmte Vorsorgeuntersuchungen wie etwa eine Darmspiegelung können dann früher durchgeführt werden.

Ab 20 Jahre

Um Gebärmutter- und Gebärmutterhalskrebs vorzubeugen sollten Frauen jährlich vom Frauenarzt einen Abstrich von Gebärmuttermund und -hals nehmen lassen. Auch die Scheide sollte abgetastet werden.

Ab 30 Jahre

Ab 30 Jahren sollten Frauen zur Früherkennung von Brustkrebs einmal im Jahr Brustdrüsen und dazu gehörende Lymphknoten beim Frauenarzt abtasten lassen. Außerdem sollte dieser Vorgang auch zu Hause durchgeführt werden. Der beste Zeitpunkt dazu ist nach der Regelblutung, dann ist das Brustgewebe besonders weich.

Ab 35 Jahre

Um Hautkrebs frühzeitig zu erkennen, sollten Frauen und Männer alle zwei Jahre beim Haus- oder Hautarzt ihre Haut am ganzen Körper untersuchen lassen. Besonders wenn sie viele Leberflecken haben, ist die Untersuchung beim Hautarzt mit einer Auflicht-Mikroskopie ratsam. Der Arzt überprüft die betreffenden Stellen mit einer speziellen Lupen-Lampe. Die Kosten für diese Untersuchung (40 Euro) werden allerdings nicht von der Krankenkasse bezahlt.

Diese Vorsorgeuntersuchungen stehen ab 40 Jahren an

Ab 40 Jahre

Raucher haben ein besonders großes Risiko, an Kehlkopfkrebs zu erkranken. Da bösartige Tumore hier im Frühstadion keine Schmerzen oder Beschwerden verursachen, sollten jährlich Kehlkopf und Stimmbänder kontrolliert werden. Die Kontrolluntersuchung ist schmerzfrei und erfolgt mittels Stroboskopie.

Ab 45 Jahre

Um Prostata- und Hodenkrebs vorzubeugen, sollten Männer ab jetzt Prostata und äußere Geschlechtsorgane einmal im Jahr untersuchen lassen. Die Prostata wird rektal abgetastet und kann per Ultraschall untersucht werden. Auch eine jährliche Messung des PSA-Wertes kann sinnvoll sein. Diese kostet allerdings mit 20 Euro und wird von der Krankenkasse nicht übernommen.

Ab 50 Jahre

Frauen zwischen 50 und 70 Jahren werden zur Brustkrebsprävention alle zwei Jahre zum Mammografie-Screening eingeladen. Falls im Familienkreis zwei Verwandte aus direkt nächster Generation (Mutter und Tante) erkrankt sind, übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Untersuchung meist auch schon vor dem 50. Lebensjahr. Zusätzlich sollte auch eine Ultraschall-Untersuchung durchgeführt werden, da das Brustgewebe noch sehr dicht ist. Die Kassen zahlen dafür allerdings nicht - Kostenpunkt: 80 Euro.

Zur Darmkrebsprävention sollten Männer und Frauen außerdem jährlich das Rektum durch Tasten oder Ultraschall überprüfen lassen. Auch eine Untersuchung auf Blut im Stuhl sollte jährlich per Papierstreifenmessung durchgeführt werden.

Ab 55 Jahre

Alle zehn Jahre sollte bei Männern und Frauen eine Darmspiegelung durchgeführt werden. Werden Krebsvorstufen - sogenannte Polypen - entdeckt, müssen sie entfernt werden. Je nach Befund sollte die Spiegelung dann alle ein bis zwei Jahre wiederholt werden. Wer eine Darmspiegelung ablehnt, sollte jährlich erneut seinen Stuhl auf Blut untersuchen lassen. Wirklich sicher ist aber nur eine Darmspiegelung.