Herzergreifendes Video aus Israel

Vater schützt Neugeborenes vor heranfliegenden Hamas-Raketen

18. Mai 2021 - 11:03 Uhr

Raketenangriffe auf Israel: Mann geht mit Baby hinter Autobahnmauer in Deckung

Mitten auf der Autobahn wird eine Familie in Israel vom Raketenfeuer überrascht. Der Vater hat nur eins im Sinn: sein Neugeborenes vor den heranfliegenden Geschossen der radikalislamischen Hamas zu schützen. Unser Video zeigt, wie er sein Baby fest an sich drückt und hinter einer Mauer zwischen den Fahrbahnen in Deckung geht. Ein Ende der Kämpfe zwischen militanten Palästinensern und dem israelischen Militär ist nicht in Sicht.

Israels Armee veröffentlichte Video auf Twitter

Die israelische Armee veröffentlichte die Szene von der Autobahn am Sonntagmorgen auf Twitter. "Versetzten Sie sich in die Lage dieses Vaters" steht über dem Tweet. Im Text heißt es weiterhin: "Die Armee wird weiterhin gegen die Hamas kämpfen, um die israelische Zivilbevölkerung zu schützen."

Auch die Bilder von Baby Omar aus Gaza-Stadt gingen um die Welt

Vor einigen Tagen waren die Bilder von Baby Omar um die Welt gegangen. Der sechs Monate alte Junge überlebte den Einschlag israelischer Raketen in Gaza-Stadt nur, weil sich seine Mutter schützend auf ihn geworfen hatte.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Kämpfe zwischen Israelis und Palästinensern dauern an

Seit Montag vergangener Woche kämpfen Israelis und militante Palästinenser aus dem Gazastreifen gegeneinander. Internationale Bemühungen um eine Waffenruhe scheiterten bislang. Auch in der Nacht auf Montag griff Israels Militär nach eigenen Angaben großflächig Ziele im Gazastreifen an. Die Armee beschoss Häuser von neun hochrangigen Hamas-Kommandeuren. Einige seien auch als Waffenlager genutzt worden, hieß es. Aus Gaza flogen Raketen auf angrenzende Gebiete in Israel.

Benjamin Netanjahu: Einsatz wird noch dauern

"Unsere Kampagne gegen die Terrororganisationen wird mit voller Wucht fortgesetzt", sagte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Sonntag. Die Armee habe bislang mehr als 1.500 Ziele im Gazastreifen attackiert. Der Einsatz "werde noch einige Zeit dauern". Von palästinensischer Seite hieß es, es seien die bisher schwersten Luftangriffe in dem dicht besiedelten Küstengebiet gewesen.

Nach massiven Raketenangriffen aus dem Gazastreifen auch auf die Metropole Tel Aviv attackierte Israels Luftwaffe am Wochenende Vertreter der Hamas-Führung. Angegriffen wurde unter anderem das Haus des dortigen Chefs der islamistischen Palästinensergruppe, Jihia al-Sinwar.

Gazastreifen: Israels Luftwaffe zerstört Büros von Journalisten

Israels Luftwaffe zerstörte am Wochenende auch ein Hochhaus mit Büros von Medienunternehmen im Gazastreifen. Berichten zufolge waren die Bewohner zuvor telefonisch gewarnt worden. Die von dem Vorfall betroffene Nachrichtenagentur Associated Press (AP) zeigte sich entsetzt, Journalistenverbände protestierten.

In dem Hochhaus sei ein Geheimdienstbüro der Hamas untergebracht gewesen, das Angriffe auf israelische Zivilisten organisiert habe, rechtfertigte Netanjahu den Angriff gegenüber dem US-Sender CBS. Es sei also "ein völlig legitimes Ziel" gewesen.

Infrastruktur im Gazastreifen zerstört

Durch die israelischen Luftangriffe spitzt sich die humanitäre Lage im Gazastreifen zu. Weil die Infrastruktur schwer beschädigt wurde, haben viele Menschen nicht ausreichend Strom und Wasser. Auch Kommunikationssysteme wurden zum Teil zerstört. "Ich weiß nicht, wann das alles wieder funktionieren wird", sagte ein Bewohner des Gazastreifens dem chinesischen Sender CCTV. "Es ist zum Kotzen."

Konflikt zwischen Israel und Hamas eskalierte vor einer Woche

Seit Beginn der Eskalation am Montag vergangener Woche wurden nach Armeeangaben mindestens 3.100 Raketen auf Israel abgefeuert. Die Intensität des Beschusses sei so hoch wie nie zuvor in einem Konflikt mit der islamistischen Hamas. Seit der gewaltsamen Machtübernahme der Palästinenserorganisation im Gazastreifen 2007 haben sich Israel und die Hamas bereits drei Kriege geliefert.

Im Gazastreifen wurden nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums seit Montagabend fast 200 Menschen getötet. Allein in der Nacht auf Sonntag kamen demnach bei Angriffen der israelischen Armee auf Häuser in dem Küstengebiet 42 Palästinenser ums Leben. In Israel wurden Rettungskräften zufolge durch den Raketenbeschuss seit Montagabend zehn Menschen getötet.

Palästinenser fühlten sich gedemütigt

Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern hatte sich während des muslimischen Fastenmonats Ramadan und nach der Absage der palästinensischen Parlamentswahl fortlaufend zugespitzt. Als Auslöser gelten Polizeiabsperrungen in der Jerusalemer Altstadt, die viele junge Palästinenser als Demütigung empfanden. Hinzu kamen drohende Zwangsräumungen für palästinensische Familien im Jerusalemer Viertel Scheich Dscharrah und heftige Zusammenstöße auf dem Tempelberg (Al-Haram al-Scharif) in der Altstadt von Jerusalem.

Tote bei Zusammenstößen im Westjordanland

Auch im Westjordanland gab es schwere Zusammenstöße zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften, mehrere Menschen starben. In mehreren Städten im israelischen Kernland kam es erneut zu Auseinandersetzungen zwischen Juden und arabischen Israelis.

In Jerusalem wurden sechs Polizisten verletzt, als ein Fahrer sie mit einem Auto rammte. Zur Identität des Fahrers machte die Polizei zunächst keine Angaben. Er sei "neutralisiert" worden, hieß es. (dpa/bst)