Politik und RKI werben für Doppel-Impfung

Ein Piks auch gegen die Grippe: Das müssen Sie jetzt wissen

06. Oktober 2021 - 13:20 Uhr

Jetzt auch noch Grippewelle in Deutschland

Jetzt haben wir das, was alle befürchtet haben: Auch noch eine Grippewelle in Deutschland. Dazu kommt ein Anstieg der Corona-Infektionen. Die Lage ist so kritisch, dass RKI-Chef Lothar Wieler und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch wieder gemeinsam eine Pressekonferenz gegeben haben. Wichtigste Botschaft: Gegen beides impfen lassen, Corona und Grippe. Was jetzt wichtig ist, erklärt Arzt und Medizin-Journalist Dr. Christoph Specht hier.

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Spahn: "Grippe ist kein harmloses Fieber"

Gesundheitsminister Jens Spahn machte es bereits vor: Er ließ sich gegen die Grippe impfen - und das, obwohl er kein Risikopatient ist. "Bitte lassen Sie sich gegen Grippe impfen, das ist kein harmloses Fieber", sagte der Gesundheitsminister im Anschluss. Das RKI empfiehlt ab sofort allen Risikogruppen eine Grippeschutzimpfung. Wenn man vermeiden wolle, dass es zu Überlastungen des Gesundheitssystems im Winter durch eine doppelte Infektionswelle komme, sollte man sich impfen lassen, begründeten Spahn und Wieler diese Empfehlung auf der gemeinsamen Pressekonferenz. Mehr dazu sehen Sie im Video oben!

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Wer soll sich alles impfen lassen?

Nicht nur SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach ist besorgt. "Wenn Corona, die Influenza und die gewöhnlichen Erkältungen gemeinsam massenhaft auftreten, könnte es zur Überlastung von Krankenhäusern und Intensivstationen kommen", mahnt er. Das will RKI-Chef Wieler verhindern: "Je mehr Risikopatienten gegen Grippe geimpft sind und je mehr Menschen gegen Corona geimpft sind (...), desto besser kommen wir durch diesen Herbst und diesen Winter."

Lese-Tipp: Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Grippe-Impfung?

Aber wer sollte sich jetzt alles gegen Influenza-Viren impfen lassen? "Chronisch Kranke, also Menschen, die zum Beispiel eine festgestellte Herzerkrankung wie Herzinsuffizienz oder auch eine Lungenerkrankung haben, die profitieren natürlich von der Grippe-Impfung", erklärt Arzt und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht im Interview mit RTL. "Dann natürlich alle Menschen ab 60 Jahren sowie Menschen, die in Gemeinschaftsunterkünften, also Alten- und Pflegeheimen, aber auch anderen Einrichtungen dieser Art leben – und auch die Schwangeren."

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Gleichzeitig gegen Covid und Grippe impfen lassen - eine gute Idee?

Bundesgesundheitsminister Spahn wirbt für den Doppel-Piks: "Wer sich noch nicht gegen Corona hat impfen lassen oder eine Auffrischimpfung benötigt, kann das zeitlich mit der Grippeimpfung kombinieren", sagte er. Ist das sinnvoll?

"Absolut", sagt Specht. "Und das gilt vor allen Dingen für die über drei Millionen über 60-Jährigen, die jetzt noch nicht gegen Corona geimpft sind - das kann jetzt quasi in einem Aufwasch gemacht werden." Bis vor 14 Tagen war die Stiko noch vorsichtig und wollte beide Impfung lieber gestreckt sehen. "Das war eine reine Sicherheitsempfehlung", sagt uns Specht. "Jetzt weiß man, wenn man gleichzeitig impft, passiert gar nichts Schlimmes." Im Gegenteil gebe es dadurch eher weniger Nebenwirkungen.

Die Vorteile: Man braucht nur einen Termin beim Arzt zu machen. "Der hat dann da zwei Spritzen liegen, die eine kommt in den rechten Oberarm, die andere in den linken und dann hat man sozusagen alles getan und ist geschützt", so der Arzt. Das gelte im Übrigen auch bei einer Auffrischungsimpfung oder für die zweite Corona-Impfung.

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Was kann man tun, um das Immunsystem wieder auf Trab zu bringen?

Das Immunsystem hatte in den vergangenen Monaten wenig zu tun und dementsprechend fehlt es jetzt etwas an Übung. Was kann man tun, um es wieder in Schwung zu bringen? "An Mittelchen kann man da eigentlich nicht viel nehmen", sagt Specht. "Es gibt da gar kein Nahrungsergänzungsmittel oder Ähnliches, was uns da helfen könnte." Sein einfacher Ratschlag: "Ganz normal rausgehen und sich an der frischen Luft bewegen, auch wenn das Wetter mal nicht so gut ist." Das helfe unserem Immunsystem am besten - das sei wissenschaftlich bewiesen. Außerdem wichtig: Gute Gedanken und eine positive Einstellung zum Leben haben. (dpa, ija)

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