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Corona-Impfung

Alles Wichtige über die Corona-Impfung auf einen Blick. Diese Impfstoffe gibt es – und mehr.

Corona-Impfung picture alliance/dpa/Reuters/Pool | Hannibal Hanschke

Weltweit entwickelten Unternehmen und Wissenschaftler mehrere Impfstoff-Typen im Kampf gegen das Coronavirus. Über 200 Impfstoffentwicklungen sollen laut WHO angelaufen sein, Ende 2020 befanden sich rund 50 Kandidaten in klinischen Studien. Die vier bisher in Deutschland zugelassenen Impfstoffe sind die beiden mRNA-Impfstoffe Biontech/Pfizer und Moderna sowie die beiden Vektor-Impfstoffe AstraZeneca und Johnson&Johnson. Bis auf den Wirkstoff von Johnson&Johnson ist bei den Impfstoffen jeweils eine zweite Dosis zur Auffrischung nötig.

mRNA-Impfstoff und Vektor-Impfstoff – was ist der Unterschied?

Beide Impfstoff-Arten bringen dem Körper bei, einen Schutz gegen das Coronavirus aufzubauen. Sie unterschieden sich lediglich in der Art und Weise, wie sie es dem Körper beibringen.

mRNA-Impfstoffe (messenger-Ribonukleinsäure/Boten-RNA) beinhalten in winzigen Tröpfchen eine Bauanleitung. Bei den Corona-mRNA-Impfstoffen ist es die Bauanleitung des Spike-Proteins, welches an der Hülle des Coronavirus vorzufinden ist. Die Zellen des Immunsystems bilden daraufhin Antikörper und so ist der Körper auf den Fall einer Corona-Infektion vorbereitet.

Vektor-Impfstoffe hingegen beinhalten ungefährliche Viren. Diese werden Vektoren genannt und können sich im menschlichen Organismus kaum bis gar nicht vermehren. So lernt der Körper das Spike-Protein kennen und das Immunsystem kann eine Abwehr gegen den Erreger des Coronavirus aufbauen.

Zusammengefasst: Beim mRNA-Impfstoff werden Nano-Partikel, beim Vektor-Impfstoff ungefährliche Viren genutzt, um das Immunsystem vorzubereiten.

Wie wirksam sind die verschiedenen Corona-Impfstoffe?

Eine Sache haben die vier in Deutschland zugelassenen Impfstoffe gemeinsam: Der Impfschutz ist nicht direkt nach der Impfung gegeben, dazu muss einige Tage gewartet werden. Mit dem Johnson&Johnson-Impfstoff Geimpfte müssen nach der Impfung 14 Tage warten, bis der vollständige Impfschutz besteht. Bei einer Biontech-Impfung ist der volle Impfschutz 7 Tage nach der Zweitimpfung erreicht, bei einer Moderna-Impfung 14 Tage und bei AstraZeneca 15 Tage nach der zweiten Impfung. Wie lange der Schutz der Impfstoffe anhält, ist noch nicht bekannt.

Die mRNA-Impfstoffe Biontech und Moderna haben beide eine Wirksamkeit von bis zu 95%. Dies bedeutet, dass bis zu 95% der mit Biontech oder Moderna geimpften Personen nach Kontakt mit Erregern des Coronavirus nicht krank werden. Geimpfte Personen können sich zwar noch infizieren, aber es ist anzunehmen, dass sich andere Personen seltener bei ihnen anstecken.

Der Vektor-Impfstoff AstraZeneca hat eine Wirksamkeit von bis zu 80%. Demnach werden bis zu 80% der mit AstraZeneca geimpften Personen nach Kontakt mit Erregern des Coronavirus nicht krank. Auch hier ist anzunehmen, dass andere Personen sich seltener bei den Geimpften anstecken können.

Der Vektor-Impfstoff Johnson&Johnson hat eine Wirksamkeit von etwa 65%. Demnach werden 65% der geimpften Personen nach Kontakt mit Erregern des Coronavirus nicht krank. Hier ist ebenfalls anzunehmen, dass sich andere Personen seltener bei Geimpften anstecken können.

Und sind die Impfstoffe wirksam gegen Corona-Mutationen?

Einige Corona-Mutationen sind bereits bekannt. Die Alpha-Variante trat im September 2020 in Großbritannien auf und zeichnet sich durch eine leichtere Übertragbarkeit sowie eine höhere Reproduktionszahl aus. Die Beta-Variante trat im Dezember 2020 in Südafrika auf, hat ebenfalls eine höhere Übertragbarkeit und Infizierte haben meist schwerere Verläufe. Die Gamma-Variante wurde in Brasilien entdeckt, weist ebenfalls eine höhere Übertragbarkeit auf und ähnelt der Beta-Variante. Die Delta-Variante wurde in Indien erstmals erkannt, ist noch leichter übertragbar als die Alpha-Variante und zeichnet sich durch schwere Krankheitsverläufe aus. Die Eta-Variante wurde im Dezember 2020 in Angola entdeckt und zählt noch nicht zu den als ‚besorgniserregend‘ eingestuften Varianten. Die Lambda-Variante wurde im August 2020 in Peru gefunden, ist generell ansteckender und das menschliche Immunsystem kann sie schlechter bekämpfen.

Generell gehen Experten davon aus, dass Impfstoffe und Antikörper vor den neuartigen Virus-Mutationen schützen. Untersuchungen dazu laufen und Impfstoffhersteller arbeiten daran, die nächsten Generationen von Impfstoffen herzustellen, die gegen diese und weitere Mutationen schützen.

Impfreaktion, Nebenwirkung oder Komplikation?

Impfreaktionen und klassische Nebenwirkungen nach einer Impfung (nicht nur nach der Corona-Impfung) zeigen, dass der Körper auf den Impfstoff reagiert. Reaktionen dieser Art können Müdigkeit, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Fieber, Schüttelfrost oder Schmerzen an der Einstichstelle sein. Diese Erscheinungen verschwinden für gewöhnlich nach wenigen Tagen.

Doch es gibt auch unerwünschte Nebenwirkungen, die problematischer sind. Dazu zählen beispielsweise allergische Reaktionen, die in seltenen Fällen bei einer Impfung auftreten können. Hat der Körper durch die erste Impfung eine allergische Reaktion, ist von einer zweiten Dosis abzuraten – sowohl bei mRNA-Impfstoffen als auch bei Vektor-Impfstoffen. Vereinzelt traten nach einer Biontech-Impfung Gesichtslähmungen auf, die sich nach einigen Wochen zurückbildeten. Ebenfalls bekannt ist die Komplikation der Sinusvenenthrombosen (im Unterschied zur ‚normalen‘ Thrombose liegt hier die Verstopfung durch ein Blutgerinnsel in einer großen Vene des Gehirns vor), die in seltenen Fällen auftraten. Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, Arm- oder Beinschwellungen und/oder schwere und lang anhaltende Kopfschmerzen könnten Anzeichen für eine Komplikation sein, weshalb umgehend ein Arzt aufgesucht werden sollte.

Wie sieht der deutsche Impffahrplan aus?

Nach der Zulassung des Biontech-Impfstoffs durch die Europäische Arzneimittel-Agentur wurde für Deutschland der 27. Dezember 2020 als Startpunkt für die Impfungen gewählt. Zunächst gab es eine begrenzte Impfstoffverfügbarkeit, weshalb erst einmal Personengruppen geimpft wurden, die einem besonders hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Dazu zählen unter anderem Bewohner von Seniorenheimen, Personen im hohen Alter, sowie medizinisches Pflegepersonal. Seit dem 7. Juni 2021 ist die Impfpriorisierung aufgehoben.

Über speziell von den Bundesländern eingerichtete Impfzentren wird der COVID-19-Impfstoff verteilt. Impfzentren sorgen außerdem dafür, dass schneller mehr Menschen geimpft werden können als beispielsweise beim Hausarzt. Dort konnte zu Anfang nicht geimpft werden (u.a. da der Impfstoff teils besonders gelagert werden muss), inzwischen impfen aber auch Hausärzte.

Die Kosten der Corona-Impfung werden vom Bund übernommen, sodass die Corona-Impfung für alle Bürger und Bürgerinnen kostenlos ist. Auch eine Impfpflicht wird es laut Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht geben.

Alle wichtigen Informationen zum Thema Corona-Impfung finden Sie bei RTL News.