Das Baby macht große Fortschritte

Die Babyentwicklung im 6. Monat – die Sinne schärfen sich

In seinem 6. Lebensmonat wird das Baby immer aktiver und entdeckungsfreudiger - durch die vielen neuen Eindrücke kommt es allerdings häufig zu Schlafstörungen.
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09. September 2020 - 17:13 Uhr

Babyentwicklung im 6. Monat: Fortschritte nach einem halben Jahr

Bei einem Baby im 6. Monat fällt auf, wie es seine Umgebung immer deutlicher wahrnimmt. Seine Motorik und auch die Sinne verbessern sich. Auch die emotionale Entwicklung des Babys zeigt ebenfalls große Fortschritte. Auf RTL.de erfahren Sie, welche Fortschritte Ihr Baby wahrscheinlich im 6. Monat machen wird.

Wachstum und Entwicklung des Babys

Das körperliche Wachstum des Babys können Sie durch das Messen der Größe und des Gewichts genau beobachten und aufzeichnen. Die durchschnittlichen Gewichtswerte sind 7.300 Gramm bei Mädchen und 7.900 Gramm bei Jungen. Da jedoch das Wachstum sowie Gewicht von Kind zu Kind unterschiedlich sind, müssen Sie erst bei Abweichungen von mehr als 800 Gramm mit Kinderarzt sprechen.

Passend zur Körperlänge tragen die Kleinen eine Kleidergröße zwischen 62 und 74. In der Regel liegt die Schuhgröße zwischen 15 und 18. Bei der Suche nach Mützchen oder einer anderen Kopfbedeckung ist dessen Umfang wichtig: Dieser beträgt meist 42 bis 46 cm.

Die Sinne werden schärfer

In ihrem sechsten Lebensmonat haben Babys bereits einen sehr guten Hörsinn und auch ihr Sehvermögen hat sich im Vergleich zu den ersten Wochen erheblich verbessert. Letzteres entwickelt sich jedoch noch weiter, bis Ihr Nachwuchs etwa drei Jahre alt ist. Auch der Tastsinn, der bereits von Geburt an stark ausgeprägt ist, verfeinert sich.

Mit der Entwicklung der Sinne verändert sich auch die Aktivität. Die Kleinen werden beweglicher und lernen, Dinge gezielt zu greifen und loszulassen. Weitere Veränderungen beziehen sich auf die emotionale Entwicklung: Ihr Nachwuchs kann schon zum kleinen Sturkopf werden oder Sie stellen Trennungsangst beim Baby fest.

Der Bewegungsdrang entwickelt sich

Links oder rechts, diese Frage stellt sich nicht nur dann, wenn sich das Baby von der Bauchlage auf den Rücken dreht. Für welche Hand das Baby eine Vorliebe hat, bemerken Sie ebenfalls im sechsten Monat. Die Kleinen beginnen, selbst die Richtung festzulegen und sich für eine Hand zu entscheiden.

Durch die immer kräftigeren Bewegungen erhöht sich das Risiko, vom Wickeltisch zu fallen, gerade bei temperamentvollen Babys. Darum ist es nützlich, Barrieren einzusetzen. Diese können auch im Bettchen hilfreich sein und das Kind vor schmerzhaften Unfällen schützen.

Die emotionale Entwicklung beim Baby

Mit fünf Monaten werden die Kinder immer mitteilungsfreudiger. Doch manchmal ist auch Trennungsangst beim Baby zu beobachten, die unmittelbar zum Fremdeln des Babys führt. Es zeigt sich unbekannten Personen gegenüber abwehrend. Im Allgemeinen sind die Kinder im sechsten Lebensmonat jedoch relativ neugierig und freuen sich darüber, wenn sie von Fremden angelächelt werden.

Stimmungswechsel sind im sechsten Monat an der Tagesordnung. Wenn das Kind schlecht gelaunt ist, lässt es sich jedoch mit ein paar Spielereien bald wieder zum Lachen bringen. Der Blubbereffekt von Luftblasen im Glas ist ein guter Trick, um das Baby abzulenken.

Die geistige Entwicklung des Babys

Fünf Monate alte Babys haben großen Spaß daran, die Umgebung neugierig zu beobachten – vor allem, wenn andere Kinder in der Nähe sind. Sie versuchen, größere Kinder und erwachsene Personen mit Geräuschen nachzuahmen, was manchmal so klingt, als würden sie bereits mitreden wollen.

Die Laute, die Ihr Baby bildet, stellen die frühkindliche Kommunikation dar, die Erwachsene öfter dazu verleitet, in Babysprache zu verfallen. Diese ist inzwischen aber nicht mehr so verpönt wie noch vor zwanzig Jahren. Das Kind freut sich über die konzentrierte Zuwendung.

Neue Entdeckungen fördern die Entwicklung des Babys

Die geistige Entwicklung wirkt sich unmittelbar auf die sprachlichen Fähigkeiten sowie auf die Motorik aus. Das ist vor allem daran zu erkennen, dass sich das Kind in seinem sechsten Monat sehr aufgeweckt und munter verhält. Es entdeckt fast jeden Tag etwas Neues und übt vielleicht Laute von Tieren, die es im Bilderbuch anschauen kann. Die kleinen Händchen greifen nach dem weichen Plüschesel und Sie hören sogar schon eine Art "I-ah"? Das deutet eindeutig auf eine gesunde Entwicklung hin!

Entwicklung bei 6 Monate alten Babys: Die Motorik verbessert sich

Die kleinen Hände wollen alles Mögliche anfassen; viele Gegenstände berühren die Babys aber auch mit ihrem Mund. Die Koordination hat sich mittlerweile so entwickelt, dass es dem Kind möglich ist, zielgerichtet nach bestimmten Dingen zu greifen. Der Forscher- und Spieldrang sorgt für große Begeisterung an vielen Spielideen.

Außerdem verstehen die Kleinen oft sehr schnell den Zusammenhang von Ursache und Wirkung. Was sie zu Boden werfen, heben Mama und Papa wieder auf: Das kann ein Spiel sein, an dem das Baby viel Spaß hat. Dass sie viele Sachen in den Mund stecken, beinhaltet hingegen eine gewisse Gefahr.

Was lernt das Baby im 6. Monat dazu?

Im sechsten Monat machen viele Babys ihre erste Erfahrung mit Babybrei. Sie lernen den Löffel kennen und müssen sie sich an einen ungewohnten Geschmack gewöhnen. Ein Reflex sorgt dafür, dass Kinder bis zum fünften oder sechsten Monat alle festen Gegenstände gleich wieder aus ihrem Mund hinausschieben.

Dieser Schutzreflex soll verhindern, dass sie feste Teile herunterschlucken. Wenn Sie das bei Ihrem Baby noch beobachten, dann verschieben Sie das Füttern mit dem Löffelchen einfach auf einen späteren Zeitpunkt. Bald sollte das Kind jedoch die neue Art des Essens, zunächst als Zufütterung, erlernen.

Das Baby beim Essen

Kinderärzte und andere Experten empfehlen, Brei und ähnliche Beikost erst dann anzubieten, wenn das Interesse des Kindes zu erkennen ist. Oft zeigt es seine Neugier beim gemeinsamen Essen mit den Eltern und den großen Geschwistern. Durch buntes Babygeschirr mit fröhlichen Motiven steigt die Freude an den Mahlzeiten. Trinklernbecher sind beim Essen ebenso nützlich wie bruchsichere Teller und Schälchen.

Besonders spannend ist das gemeinsame Essen, wenn das Baby in einem Hochstuhl sitzt. Hier ist es etwa auf gleicher Höhe wie die anderen Familienmitglieder, die am Tisch sitzen. Allerdings muss Ihr Nachwuchs erst selbständig sitzen können, bevor Sie einen Babyhochstuhl benutzen.

Veränderungen beim Schlafrhythmus

Häufig sind im sechsten Lebensmonat Schlafstörungen zu beobachten. Der Rhythmus, den sie etwa im dritten oder vierten Monat finden, kann durch verschiedene Auslöser gestört werden. Typische Ursachen für Schlafprobleme sind:

  • Erkrankungen
  • viele ungefilterte Eindrücke
  • Unregelmäßigkeiten und fremde Umgebungen
  • Zahnen
  • übermäßige Aktivität auch nachts

Mit Ritualen beim Schlafengehen lassen sich solche Schwierigkeiten beheben. So bekommt Ihr Kind eine gute Orientierung und gewöhnt sich an den normalen Tagesablauf. Der erneuerte Schlafrhythmus gibt ihm dabei viel Sicherheit und macht es leicht, die Störfaktoren auszuräumen.