Wichtiger Entwicklungsschritt

Die Bauchlage beim Baby fördern?

Wenn das Baby auf dem Bauch schläft, sind Eltern häufig besorgt, es könnte den plötzlichen Kindestod erleiden - stimmt das?
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29. Juni 2020 - 12:32 Uhr

Wann sich das Baby auf den Bauch dreht

Im Alter zwischen drei und fünf Monaten lernen Babys, sich selbstständig auf den Bauch zu drehen. Dies kann nur geschehen, wenn die Nackenmuskulatur des Babys ausreichend gekräftigt ist. Ist dieser Meilenstein in der Entwicklung geschafft, neigen viele Babys dazu, plötzlich nur noch in Bauchlage zu schlafen. Die Bauchlage hat aber einen schlechten Ruf. Plötzlicher Kindstod beim Baby ist noch immer nicht ausreichend geklärt und die Bauchlage könnte eine Ursache sein. Trotzdem müssen Eltern nicht direkt in Panik verfallen, denn die Bauchlage ist wichtig für die Entwicklung des Babys und fördert die Motorik. Zudem hilft die Bauchlage, Schädelverformungen zu vermeiden.

Ruhe bewahren, wenn das Kind sich in Bauchlage dreht

Wenn das Baby gelernt hat, sich in die Bauchlage zu drehen, macht es das auch im Schlaf. Dies gehört zu den natürlichen Bewegungsabläufen und kann nicht komplett vermieden werden. Kinderärzte bestätigen, dass Bauchschläfer nicht grundsätzlich vom plötzlichen Kindstod bedroht sind.

Trotzdem sollten Eltern den Schlaf des Babys so sicher wie möglich gestalten. Es hilft sehr, mit den Babys das Schlafen auf dem Rücken zu trainieren. Ist diese Position erst einmal als angenehm abgespeichert, wird das Baby meist auch so schlafen. Ein Mobilé über dem Bett hilft dem Baby dabei, diese Position für gut zu befinden. 

Gefährliche Vorsichtsmaßnahmen gegen die Bauchlage

Einige Eltern übertreiben es damit, ihr Kind von der Bauchlage abzubringen und schaffen neue Gefahren. Sie sollten nicht versuchen, die Bauchlage mit Stützen aus Kissen, Rollen oder Kuscheltieren zu verhindern. Ein Kind kann sich trotzdem drehen und durch die Gegenstände schlecht Luft bekommen. Auch spezielle Schlafpositionierer sind nicht zu empfehlen. Diese Kissen aus den USA sind mittlerweile in Verruf geraten, da auch hier die Babys eine ungünstige Position einnehmen können, die das Atmen behindert. Jegliches Fixieren birgt mehr Gefahren, als es verhindern soll.

Risikogruppen für den plötzlichen Kindstod

Generell sollten Babys, die zur Risikogruppe für den plötzlichen Kindstod gehören, genauer überwacht werden. Hier ist das Training für die Rückenlage immens wichtig. Meist betrifft es Babys im Alter zwischen zwei und vier Monaten. Dabei sind mehr Jungen als Mädchen betroffen.

Frühgeborene mit einem geringen Geburtsgewicht und untergewichtige Kinder gehören zu der Risikogruppe, ebenso wie Kinder mit Atemproblemen. Liegen in der Familie Fälle vom plötzlichen Kindstod vor, sollte auch besonders auf das Baby geachtet werden. Babys von drogenabhängigen Müttern sind ebenfalls betroffen. Zudem sollten Eltern darauf achten, ob das Baby Anzeichen einer schlechten Weckbarkeit und auffallender Bewegungsarmut zeigt.

Training für die Bauchlage

Wenn das Baby beaufsichtigt werden kann, ist die Bauchlage förderlich für die Entwicklung. Die Nackenmuskulatur des Babys wird in dieser Position gekräftigt, da es versucht, in Bauchlage den Kopf zu heben. Die starken Muskeln sind später beim Krabbeln und Sitzen immens wichtig und müssen deshalb trainiert werden. Bevorzugt das Kind die Bauchlage, können Eltern das Zurückdrehen üben. Auch dieser Bewegungsablauf wird dann automatisch übernommen und im Schlaf umgesetzt. Ein Schlafsack kann dafür sorgen, dass das Baby sich nicht in Decken verfängt. Auch eine angenehme Raumtemperatur vermindert häufige Bewegungen im Schlaf.