Nervenaufreibend für Eltern und Kind

Trennungsangst beim Baby – so gehen Sie mit den Ängsten um

Trennungsangst ist anstrengend für die Eltern und das Kind: So trösten Sie die Kleinen am besten und begleiten sie durch die emotionale Zeit.
Trennungsangst ist anstrengend für die Eltern und das Kind: So trösten Sie die Kleinen am besten und begleiten sie durch die emotionale Zeit.
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21. August 2020 - 14:39 Uhr

Trennungsängste sind in der Babyentwicklung ganz normal

Die Entwicklung eines Kindes hat viele unterschiedliche Phasen, die ganz verschiedene Verhaltensweisen hervorbringen. Manche dieser Lebensabschnitte sind für Eltern sehr nervenaufreibend. Schwierig ist beispielsweise der Zeitraum zwischen dem 7. und dem 18. Lebensmonat. Während dieser Phase entwickeln die Kinder eine starke Trennungsangst. Obwohl das viele Nerven kostet, ist das ein ganz natürlicher Entwicklungsschritt. Psychologen stufen solche Angstzustände nur dann als pathologisch ein, wenn die Trennungsängste deutlich über den genannten Lebensabschnitt hinaus auftreten oder wenn sie so stark sind, dass sie das soziale Leben stark beeinflussen.

Trennungsangst beim Baby: ein großes Problem für die Eltern

Stellen Sie sich vor, Sie sind gerade bei Ihrem Baby und müssen nur für eine Minute auf die Toilette. Das sollte eigentlich kein Problem darstellen, doch das Kind schreit währenddessen ohne Unterbrechung. Das ist ein typisches Zeichen von Trennungsangst. Besonders problematisch wird das Ganze, wenn es in die Kinderkrippe geht. Die Verabschiedung bringt dann stets viel Stress für die Eltern und das Kleine mit sich. Die Trennungsangst betrifft dabei meist nur die wesentliche Bezugsperson – in den häufigsten Fällen die Mutter.

Phasen der emotionalen Entwicklung des Kindes

Während der ersten Lebensmonate entwickelt das Baby noch keine eigene Persönlichkeit. Es nimmt sich selbst und die Person, die es versorgt, als eine Einheit wahr. Gedanken über eine eigene Identität sind während dieser Zeit noch viel zu komplex. Das Baby ist schon genug damit gefordert, seine Muskeln zu koordinieren.

Erst ab dem siebten Lebensmonat setzt ein eigenes Persönlichkeitsempfinden ein. Das Kind erkennt nun, dass es selbst und seine Mama – beziehungsweise eine andere wichtige Bezugsperson – zwei verschiedene Wesen sind. Das ist jedoch ein langsamer Prozess, der erst in einem Alter von etwa zwölf Monaten zum Abschluss kommt.

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Trennung vom Baby: Gründe für die Angstgefühle

Die Erfahrung, eine eigenständige Persönlichkeit zu sein, bringt viel Unsicherheit und Verwirrung mit sich. Das Baby muss erst lernen, dass auf die Trennung bereits nach kurzer Zeit das Wiedersehen folgt. Während der Phase der Trennungsangst erkennt es lediglich, dass ihm seine Bezugsperson fehlt. Da es nicht weiß, dass dies kein dauerhafter Zustand ist, setzten große Ängste ein. Ein weiterer Faktor der Trennungsangst besteht darin, dass das Kind in diesem Alter erstmals eine Objektpermanenz entwickelt. Das bedeutet, dass es begreift, dass sich seine Bezugsperson an einem anderen Ort befindet, wenn sie nicht bei ihm ist.

Tipps für den Umgang mit Trennungsangst

Viele Eltern, deren Kinder eine große Trennungsangst entwickeln, versuchen den Moment der Trennung so zu gestalten, dass das Kind ihn nicht bemerkt. Sie schleichen sich aus dem Raum, während das Baby abgelenkt ist. Das ist jedoch ein Fehler. Sobald das Kind die Abwesenheit bemerkt, entwickelt es noch viel größere Ängste und ist fortan besonders wachsam.

Vielmehr ist es wichtig, sich bewusst – am besten mit einem kleinen Ritual – vom Kind zu verabschieden, auch wenn es dabei weint. Oftmals hilft es auch, ein Kuscheltier, mit dem sie oft gemeinsam spielen, im Rahmen der Verabschiedung zu überreichen, damit sich das Baby geborgen fühlt.