Baby wird misstrauisch

Fremdeln beim Baby: Natürlicher Ausdruck der Entwicklung

Das Baby wird misstrauisch und weint, sobald es fremde Personen sieht? Das sogenannte Fremdeln ist ganz normal und ein wichtiger Schritt in der Babyentwicklung.
Das Baby wird misstrauisch und weint, sobald es fremde Personen sieht? Das sogenannte Fremdeln ist ganz normal und ein wichtiger Schritt in der Babyentwicklung.
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21. August 2020 - 14:33 Uhr

Etwas ganz Natürliches: das Fremdeln

Sie kannten Ihr Baby als freundliches Kind mit einem strahlenden Lachen und nun ist es ein misstrauischer Schreihals? Es gibt in der Regel keinen Grund zur Sorge. Dieses Fremdeln ist ein natürlicher und wichtiger Entwicklungsschritt. Wie stark es ausgeprägt ist, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Was hinter dem Fremdeln steckt und wie Sie Ihrem Baby in der Zeit helfen können, steht hier. 

Was ist Fremdeln und wann beginnt es beim Baby?

Fremdeln wird auch als Acht-Monats-Angst beim Baby bezeichnet, da diese Verhaltensweise zumeist in einem Kindesalter von acht Monaten auftritt. Die Kinder strahlen nun nicht mehr immer, sondern schauen Fremde oder sogar alle Personen (abgesehen von der engsten Bezugsperson) mit großem Argwohn an. Es ist ein natürlicher Schritt des Kleinen, da es nun eine echte Bindung zu Mutter oder Vater aufgebaut hat. Zudem nimmt es Menschen und die Umwelt anders wahr. Das Fremdeln beim Baby ist somit ein Ausdruck, der sich langsam ausbildenden sozialen Fähigkeiten.

Das Fremdeln: Warum entsteht es und wie äußert es sich?

Das Fremdeln des Babys beeinflussen verschiedene Faktoren, weshalb es bei einigen Kindern intensiver als bei anderen ist. Bereits Säuglinge unterscheiden sich darin, wie sie mit neuen Situationen umgehen. Einige sind neugierig, andere eher ängstlich. Zudem spielt die Umgebung eine entscheidende Rolle. Ein neues Umfeld inklusive neuer Personen bedeutet für Babys oft Stress, wodurch sie sich unsicher fühlen.

Beachtenswert ist ferner, dass das Fremdeln vom Verhalten der anderen beeinflusst wird. Sehr aufdringliche Personen, die aktiv in den Sicherheitsbereich des Kindes eindringen, lösen eine stärkere Acht-Monats-Angst beim Baby aus. Worin auch immer die Ursache liegt: ein fremdelndes Kind bringt seinen Protest durch Versteifen und Schreien zum Ausdruck. 

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Was sollte man in der Phase des Fremdelns beachten?

Es ist ratsam, fremde Personen und Bekannte auf das Fremdeln aufmerksam zu machen. Sie sollten Ihrem Kind Zeit und Raum bei der Annäherung geben. Außerdem sollte akzeptiert werden, dass Ihr Baby bereits persönliche Grenzen hat. Sie sollten es daher auch nicht unvorbereitet anderen Personen in die Arme geben.

Beobachten Sie stattdessen Ihren Nachwuchs und seine Reaktionen. Da das Fremdeln auch mit Trennungsangst verbunden ist, kann es hilfreich sein, über das Guck-Guck-Spiel kurze Trennungen von Ihnen zu üben. Dafür verstecken Sie Ihr Gesicht für einen kurzen Moment hinter einem Tuch, nehmen es dann weg und sagen "Guck-Guck".

Wie lange dauert die Phase des Fremdelns?

Wie lang das Fremdeln genau andauert, hängt von dem jeweiligen Kind ab. In der Regel ebbt es langsam ab, sobald sich bei Ihrem Baby die sprachliche Kommunikation verbessert. Aus ihm wird nun ein Kleinkind, welches ein wenig sprechen kann. Zudem kann es nun besser mit seinen Emotionen und Erfahrungen umgehen. Meist endet das Fremdeln zwischen einem Alter von zwölf bis 18 Monaten. Bis zu dem 15. Lebensmonat haben die Kleinen in der Regel die ersten Worte gelernt und können so ihren Unfrieden mit einem barschen "Geh weg!" äußern. Dies sollten Erwachsene und andere Kinder akzeptieren, denn immerhin ist Ihr junges Kind nichts anderes als ein kleiner Mensch.