Umgang mit Trotzreaktionen des Babys

Wenn Babys trotzig sind: Die frühen Anzeichen der Trotzphase

"Gib her!" - Die Trotzphase beim Baby ist für Eltern und Kind gleichermaßen anstrengend. Wie Sie am besten reagieren, wenn das Baby oft trotzig ist.
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24. September 2020 - 12:50 Uhr

Wenn das Baby trotzig wird

Bestimmt hat es jeder schon einmal gesehen: Ein kleines Kind wirft sich im Supermarkt auf den Boden, schreit wie am Spieß und schlägt mit Händen und Füßen um sich. Dabei handelt es sich um eine klassische Trotzreaktion. Die Gründe dafür sind meistens recht simpel: Das Kind will eine Süßigkeit oder ein Spielzeug. Die Trotzphase setzt in der Regel bei Kindern in einem Alter ab zwei Jahren ein. Hier erfahren Sie, wie diese abläuft und wie Sie damit umgehen können.

Die kindliche Entwicklung: Warum ist das Baby trotzig?

Trotz ist eine ganz natürliche Begleiterscheinung der Abnabelung von den Eltern. Die Kinder wollen verschiedene Tätigkeiten selbst ausführen, obwohl sie dazu noch nicht in der Lage sind. Wenn es nicht klappt, sich selbst die Jacke oder die Schuhe anzuziehen, reagieren sie mit Trotz. Außerdem lehnen sich die Kinder gegen Regeln und Verbote auf.

Besonders häufig kommt es zu Trotzreaktionen, wenn sie einen bestimmten Gegenstand unbedingt haben möchten, ihn aber nicht bekommen. So nervig diese Trotzreaktionen sein mögen – sie sind wichtig für die kindliche Entwicklung. Sie lehren Durchsetzungsvermögen und den Umgang mit Frustration und Stress.

Der Beginn der Trotzphase beim Baby

Die eigentliche Trotzphase beginnt bei den meisten Kindern in einem Alter von etwa zwei Jahren. Zu diesem Zeitpunkt werden sie immer unabhängiger und sind nicht mehr ständig auf ihre Eltern angewiesen. Das führt dazu, dass sie auch eigene Regeln durchsetzen möchten. Normalerweise dauert diese Phase bis zu einem Alter von etwa vier bis fünf Jahren an. In dieser Zeit lernen die Kinder, ihre Emotionen zu kontrollieren. Babys im ersten Lebensjahr befinden sich daher eigentlich noch nicht in der Trotzphase. Dennoch kommt es auch in diesem Lebensabschnitt bereits zu ersten Trotzreaktionen.

Trotzreaktion beim Baby: Beispiele

Die Gründe für Trotzreaktionen beim Baby sind sehr vielfältig. Häufig geht es darum, dass sie einen bestimmten Gegenstand haben möchten – beispielsweise ein glänzendes Messer, das teure Handy von Mama oder einen süßen Keks. Wenn die Eltern dann Nein sagen, setzen Wut und Trotz ein.

Auch wenn eine Routinehandlung nicht nach den Vorstellungen des Babys verläuft, kann das eine Trotzreaktion hervorrufen. Wenn das Baby beispielsweise jeden Tag beim Weg zur U-Bahn die Fahrt mit der Rolltreppe genießt, führt es zu einem Wutanfall, wenn diese gerade gewartet wird und Mama den Aufzug nimmt.

So gehen Sie mit der Trotzreaktion um

Für Eltern stellen Trotzanfälle eine große Herausforderung dar. Doch es gibt einige Tipps, wie Sie diese schwierige Phase einfacher meistern. Wenn das Baby unbedingt einen verbotenen Gegenstand haben will, hilft es oftmals, es mit anderen Dingen abzulenken. Greifen Sie einfach eines seiner Spielsachen und beginnen Sie, selbst damit zu spielen. Sie sollten es so gut wie möglich vermeiden, auf den Wutanfall selbst mit Wut zu reagieren. Das Kind nimmt Sie als Vorbild wahr und wird Ihre Verhaltensweisen imitieren. Versuchen Sie stattdessen, ruhig mit dem Baby zu reden und es einfach in den Arm zu nehmen, wenn es sich beruhigt hat.