Sehvermögen fördern

Sehen beim Baby: Wie sich der Sehsinn entwickelt

Kleine Entdecker: Der Sehsinn muss sich beim Baby erst noch entwickeln, damit es seine Umgebung in voller Pracht erkunden kann.
Kleine Entdecker: Der Sehsinn muss sich beim Baby erst noch entwickeln, damit es seine Umgebung in voller Pracht erkunden kann.
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16. September 2020 - 13:29 Uhr

Wie entwickelt sich das Sehen beim Baby?

Wenn Babys auf die Welt kommen, sind sie schon mit allen wichtigen Sinnen ausgestattet. Allerdings sind diese unterschiedlich weit entwickelt, da sich Anforderungen noch auf sehr wenige Dinge beschränken. Das Baby sieht nach der Geburt nur schemenhaft und orientiert sich eher an Gerüchen. Generell kann das Baby ab der Geburt zwischen hell und dunkel unterscheiden und im Nahbereich Umrisse und Bewegungen erkennen. Diese sind aber noch sehr unscharf, sodass es bis zur Erkennung des Gesichts der Mutter noch etwas dauert. Trotzdem kann das Baby ein Gesicht schon wahrnehmen und erkennt auch, wenn es aus nächster Nähe angelächelt wird.

Sehen fördern beim Baby

Die Sehzentren werden erst nach der Geburt langsam trainiert. Vermutlich liegt es daran, dass das Sehen eine so große Rolle spielt. Babys können anfangs noch keine Farben unterscheiden und sehen alles ein wenig unscharf. Was weiter als 20 bis 30 Zentimeter vom Gesicht entfernt ist, wird kaum wahrgenommen.

Durch die langsam fortschreitende Entwicklung des Sehvermögens sehen Babys anfangs auch nur zweidimensional. Die Fähigkeit für räumliches Sehen wird erst noch geschult. Dabei kann das Baby unterstützt werden. Babyspielzeug wie ein Mobile helfen den Kindern, den Blick zu fokussieren und klare Konturen zu erkennen. Ein Mobile ist also nicht nur ein hübsches Dekowerk, sondern wirklich sinnvoll, um die Sehkraft zu fördern.

Optische Anreize für das Baby

Bei Untersuchungen wurde festgestellt, dass einfache Formen für die Babys ideal sind. Auch intensive Farben wie Rot oder kräftiges Blau und Grün bieten optische Anreize zum Hinschauen. Vor allem Figuren wie kleine Puppen oder Tiere wecken das Interesse der Babys. Beim Gesichtsschema dominieren in der Wahrnehmung der Babys vor allem Augen und Mund. Deshalb sind kindgerechte Figuren häufig mit besonders großen Augen und einem rundlichen Mund ausgestattet. Dieses Schema können Babys nämlich schon sehr früh erkennen. Spielzeug, welches sich bewegt, wie Windräder oder das eben erwähnte Mobile, reizen das Baby am ehesten hinzuschauen. Die Sehkraft beim Baby wird so spielerisch trainiert.

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Welche Probleme mit dem Sehen beim Baby sind normal?

Die Entwicklung sieht vor, dass sich das Sehzentrum nach und nach herausbildet. Babys können schneller riechen, schmecken und tasten als gut sehen. Dies ist vollkommen normal, denn diese Sinne brauchen sie schon im Mutterleib. Es kann allerdings auch vorkommen, dass durch falsche Lichtreize die Sehkraft beeinträchtigt wird. Jedes 30. Kind entwickelt eine sogenannte Amblyopie. Hierbei handelt es sich um eine erworbene Sehschwäche, die nicht genetisch festgelegt ist.

Eltern können darauf achten, ob das Kind schielt, denn dieser Umstand scheint diese Sehschwäche zu fördern. Spezielle Therapien können, früh erkannt, das Problem weitgehend beheben.

Leichte Sehprobleme sind nicht ungewöhnlich

Allerdings ist ein leichter Silberblick gerade in den ersten drei Lebensmonaten nicht ungewöhnlich. Die Augenmuskeln sind noch nicht genügend entwickelt. Der gesamte Bewegungsapparat der Augen ist noch nicht dafür ausgelegt, dass die beiden Bilder der Augen aufeinandergelegt und ausgewertet werden. Mit ungefähr sechs Monaten sollte sich das gelegentliche Schielen allerdings gelegt haben. Falls nicht, sollten die Augen von einem Facharzt untersucht werden. So kann auch direkt festgestellt werden, ob andere Probleme vorliegen. Eine gewisse Weitsichtigkeit ist im jungen Alter allerdings normal, da die Augäpfel noch nicht ausgewachsen sind.