Wie reagiert das Baby auf Gerüche?

Geruchssinn: So entwickelt sich das Riechen beim Baby

Der Geruchssinn ist vor allem in den ersten Monaten wichtig für das Baby. Mit der feinen Babynase erschnüffelt es Gerüche und erkundet so seine Umgebung.
Der Geruchssinn ist vor allem in den ersten Monaten wichtig für das Baby. Mit der feinen Babynase erschnüffelt es Gerüche und erkundet so seine Umgebung.
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16. September 2020 - 12:44 Uhr

Wie entwickelt sich das Riechen beim Baby?

Babys orientieren sich sehr über das Riechen. Der Geruchssinn von Babys sorgt dafür, dass das Baby seine Mutter am Geruch erkennt und der Geruch der Milch weist Neugeborenen schon den sicheren Weg zur Brust. Dieser stark ausgeprägte Geruchssinn ist also sehr wichtig für das Baby. Schon ab der Geburt können Babys zwischen angenehmen und unangenehmen Gerüchen unterscheiden. Vanillearomen ziehen das Baby magisch an, während stechende Gerüche von Chemikalien die Kleinen abschrecken. Der Geruch der Mutter beruhigt das Kind und gibt ihm die nötige Sicherheit. Rund 30 Millionen Riechzellen sind anfangs daran beteiligt, dass das Baby seine Umwelt über die Nase wahrnimmt.  

So nützlich ist das Riechen beim Baby

Da das Sehvermögen bei Neugeborenen noch nicht vollständig ausgeprägt ist, sind Gerüche für das Baby sehr wichtig. Es kann sich den Duft der Mutter ganz schnell einprägen und fühlt sich bei bekannten Gerüchen am wohlsten.

Natürlich kann bei intensivem Kontakt ebenso schnell eine Verbindung zum Vater oder anderen wichtigen Personen im Leben des Babys aufgebaut werden. Das Baby lernt schon im Mutterleib, Gerüche wahrzunehmen. So kennt es beispielsweise den Geruch des Fruchtwassers und kann auch Gerüche, die die Mutter einatmet, analysieren. So lernt das Baby schon vor der Geburt wichtige Duftmarken, wie beispielsweise die der heimischen Wohnung, kennen. Generell dient das Riechen also vor allem der Orientierung des Neugeborenen.

Die Bindung zum Kind durch Gerüche festigen

Die Bezugspersonen, also vor allem Mutter und Vater, sollten in den ersten Wochen verstärkt darauf achten, das Baby nicht durch zu viele Gerüche zu überfordern. Stark riechende Seifen, Duschgel und Deodorants sollten nach Möglichkeit ebenso wie Parfüm und Aftershave vermieden werden. Der Geruch ist für das Baby sehr wichtig, um seine Bezugspersonen zu identifizieren. Chemische Gerüche irritieren dabei die feinen Riechzellen unnötig. Der natürliche Duft der Haut ist für das Kind viel angenehmer und gibt Babys ein Gefühl der Geborgenheit. 

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Beruhigung durch Gerüche

Eltern stellen sehr schnell fest, dass vertraute Gerüche das Kind beruhigen. Der Duft von Mama und Papa steht dabei natürlich ganz oben auf der Liste. Aber auch ein geliebtes Kuscheltier vermittelt dem Baby über den Geruch Geborgenheit. Wenn irgendetwas in der vertrauten Umgebung plötzlich anders riecht, kann dies das Baby stark irritieren. Das Baby reagiert dann mit Unruhe und äußert so seine Verwirrung.

Schuld daran können neben parfümierten Körperpflegeprodukten auch Waschmittel und Weichspüler sein. Deshalb sollten Eltern möglichst in den ersten Wochen keinen Produktwechsel vornehmen. Der vertraute Geruch eines bestimmten Kuscheltieres wird das Baby übrigens noch recht lange begleiten und durch den individuellen Geruch Geborgenheit vermitteln. Viele Erwachsene erinnern sich immer noch an den ganz speziellen Duft ihres plüschigen Kindheitsbegleiters.

Die Welt der Gerüche für das Baby

Da die Wahrnehmung von Gerüchen so wichtig für das Baby ist, sollten Eltern unbedingt darauf achten, die Duftwelt rund um das Kind möglichst angenehm zu gestalten. So können Babys zum Beispiel auch mit gezielten Düften auf die Umwelt vorbereitet werden. Eltern können schon kleinen Babys zum Trainieren der Riechzellen Lebensmittel unter die Nase halten und die Reaktion beobachten.

Damit das Kind nicht überfordert ist und Begegnungen mit seltenen oder erstmaligen Besuchern möglichst angenehm wird, können Sie diese ebenfalls dazu anhalten, keine Parfums und andere Kosmetika mit starken Düften zu verwenden.