Vertrauensvolle Beziehung

Bonding mit Baby: So bauen Eltern eine Bindung zu Ihrem Kind auf

© iStockphoto, Courtney Hale

8. Oktober 2019 - 13:48 Uhr

Eine Beziehung zueinander aufbauen

In den ersten Monaten und Jahren des Lebens wird zum großen Teil die Basis für eine stabile, selbstbewusste Persönlichkeit gelegt. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass ein gutes Bonding zwischen Babys und Eltern sowie ein Urvertrauen in die Welt und in seine Mitmenschen wichtige Weichen für die weitere Entwicklung sind. Um eine emotionale Bindung zum Kind aufzubauen, ist ein wenig Zeit erforderlich. Hier sind hilfreiche Tipps rund ums Bonding mit Ihrem Baby.

Was ist Bonding?

Der Begriff "Bonding" stammt aus dem Englischen und bedeutet Bindung. Psychologen bezeichnen ihn auch als emotionalen Kleber, der die Eltern mit dem Kind zusammenschweißt. Dieses unsichtbare Band ist die intensivste Verbindung, die ein Mensch in seinem Leben knüpft. Die Bindung hat verschiedene Funktionen: Ihrem Neugeborenen sichert sie das Leben und die Möglichkeit, Urvertrauen aufzubauen. Den Eltern gibt sie viel Kraft, sodass sie bereit sind, für ihr Kind alles zu opfern. Eine Initialzündung für das Bonding gibt die Natur: Bei der Geburt setzt das Gehirn der Mutter das Bindungs- und Liebeshormon Oxytocin frei. Zudem schüttet der Körper im weiteren Verlauf der Geburt viele Endorphine bzw. Glückshormone aus.

Was kann man tun, um Vertrauen aufzubauen?

Das Bonding beginnt mit der Geburt. Eltern sind glücklich, wenn sie unmittelbar danach viel Zeit mit dem Neugeborenen verbringen dürfen. Sofern es möglich ist, sollten sie während des gesamten Krankenhausaufenthaltes bei ihrem Kind bleiben und so früh wie es geht, mit dem Familienzuwachs nach Hause fahren. In der vertrauten, ruhigen Umgebung des Heims können sich Eltern und das Neugeborene am besten entspannen und sich annähern. Dies sind ideale Voraussetzungen, um von Anfang an Vertrauen aufzubauen, was in den kommenden Wochen und Monaten verstärkt werden sollte.

Wie entwickelt das Baby eine Bindung zu den Eltern?

Bonding ist nicht auf die Geburt beschränkt, denn es ist kein einmaliges Ereignis. Vielmehr lässt es sich als Prozess beschreiben, in dem das Baby eine Bindung zu den Eltern entwickelt und umgekehrt. Das Bonding braucht Zeit. Eltern sollten sich dem Kind daher viel zuwenden. So raten beispielsweise Hebammen dazu, mit dem Neugeborenen oft zu schmusen. Es kann beispielsweise auf die Brust gelegt werden, damit das Kind den Duft Ihrer Haut aufnimmt und Ihre Wärme spürt. Auch ein freundlicher Augenkontakt sorgt dafür, dass das Kind eine Bindung zu den Eltern entwickeln kann.

Wie lässt sich die Bindung zwischen Baby und Eltern stärken?

Die Verbindung zwischen Baby und Eltern lässt sich mit Liebe und Wärme stärken. Eltern sollten ganz und gar auf die Bedürfnisse ihres Kindes eingehen, was jedoch nicht bedeutet, dass sie sich nicht auch um sich selbst kümmern sollen. In den ersten acht Monaten des Kindes sollten sie auf ein Schreien und Weinen reagieren. So lernt das Kind, dass die Eltern da sind, wenn es sie braucht. Da das Baby sich noch nicht richtig artikulieren kann, sollten Mama und Papa seine Körpersignale genau beobachten und daraus ihr Handeln ableiten. Eine Intensivierung der Beziehung ist zudem durch ein sanftes Schaukeln auf dem Arm möglich, da das Baby die Eltern über den Körperkontakt besser kennenlernt.