Regelschmerzen, Muskelkater oder Corona?

Rückenschmerzen? Es könnte Omikron sein!

17. März 2022 - 10:57 Uhr

Omikron-Variante weltweit auf dem Vormarsch

Die Omikron-Variante des Coronavirus breitet sich rasend schnell aus – auch bei uns in Deutschland! Wer infiziert ist, berichtet häufig von anderen Symptomen als bei einer Ansteckung zum Beispiel mit der Delta-Variante. Immer mehr Erkrankte berichten über Rückenschmerzen als ein Symptom einer Infektion mit Omikron. Gut zu wissen: Die Omikron-Symptome ähneln häufig viel stärker denen einer klassischen Erkältung. Wir erklären, welche Anzeichen auf eine Infektion hindeuten können.

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Rückenschmerzen können Anzeichen für Omikron-Infektion sein

Eines ist klar: Wirkliche Sicherheit, ob Sie sich mit der neuen Omikron-Variante des Coronavirus angesteckt haben, bringt nur ein Test. Doch um eine genauere Vorstellung der möglichen Symptome bei einer Ansteckung zu bekommen, sammeln britische Wissenschaftler in der sogenannten "ZOE Covid"-Studie Daten von Infizierten. Dabei werden die Symptome von Nutzern aus London mithilfe einer App nachverfolgt. London wurde aufgrund der höheren Krankheitshäufigkeit von Omikron im Vergleich zu anderen Regionen ausgewählt.

Vor dem Ausbruch der Omikron-Variante zählten Rückenschmerzen nicht zu den typischen Symptomen einer Coronainfektion. Mittlerweile gehören sie laut der Studie zu den 20 meistgenannten der Variante.

Warum unter Omikron vermehrt Rückenschmerzen auftreten, ist noch unklar. Ein Grund könnte jedoch die hohe Infektionsrate sein. Dadurch könnten sich mehr Symptome entwickeln. Möglich ist auch, dass Ärzte und Patienten jetzt vermehrt auf andere Symptome achten, als noch zu Beginn der Pandemie, wo Erkrankungen weitaus schlimmer verliefen.

Wissenschaftler bemerken neues Symptom

Die gesammelten Daten zeigen unter anderem auch ein anderes völlig neues Symptom: Appetitlosigkeit. Die Erkenntnis könne asymptomatisch infizierten Menschen helfen, auf eine Infektion mit Omikton aufmerksam zu werden, wie das britische Magazin "Mirror" berichte. Wer also in den vergangenen Tagen ungewöhnlich wenig Appetit verspürt hat, sollte demnach besonders aufmerksam sein und die Zeichen seines Körpers beobachten. Oder noch besser: einen Test machen.

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Die häufigsten Omikron-Symptome

Daten von Omikron-Patientinnen und Patienten und Ärzten aus Großbritannien, Südafrika und den USA zeigen zudem, dass die folgenden Symptome bei einer Omikron-Infektion am häufigsten auftreten:

  • Halskratzen
  • Schmerzen im unteren Rücken/Rückenschmerzen
  • Schnupfen oder verstopfte Nase
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Niesen
  • Nachtschweiß
  • Gliederschmerzen

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Klassische Symptome einer Erkältung

Die fünf häufigsten Symptome waren demnach eine laufende Nase, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Niesen und Halsschmerzen - eher klassische Symptome einer Erkältung. Die Symptome stimmen mit dem überein, was die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC bei Omikron-Patienten festgestellt hat.

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Nicht mehr hauptsächlich Fieber, Husten, Atemnot und Geschmacksverlust

Es fällt auf: Unter Geschmacks- und Geruchsverlust leiden mit Omikron symptomatisch Erkrankte nicht mehr. Neu hinzugekommen ist der Nachtschweiß. Dr. Amir Khan, ein britischer Allgemeinmediziner, beschrieb diese nächtlichen Schweißausbrüche als so heftig, dass "man vielleicht aufstehen und sich umziehen muss". Tim Spector, der für die ZOE-Studie verantwortliche Wissenschaftler, sieht bei den Symptomen eine klare Nähe zu Erkältungen. Er fordert den Gesundheitsdienstes NHS deswegen auf, ihre Aushänge anzupassen - und die neuen Symptome zu den drei klassischen Covid-Symptome Fieber, Husten und Atemnot hinzuzufügen.

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Studie aus Südafrika: Keine ausreichender Schutz bei Genesenen oder 2-fach Geimpften

Die größte private Krankenkasse in Südafrika, Discovery Health, hatte am bereits 17. Dezember in einer Pressemitteilung Ergebnisse zu einer Analyse von Omikron-Tests mitgeteilt. Sie bestätigen bisherige Befürchtungen: Eine zweifache Impfung ist nur ein begrenzter Schutz. Auch frühere Infektionen mit dem Virus führen nicht zu einer ausreichenden Immunität. Experten empfehlen deswegen schon seit längerem, dringend eine Auffrischungs-Impfung zu bekommen. Der Anstieg von schweren Erkrankungen sei aber bei Infektionen mit Omikron bisher flacher ausgefallen als während der ersten Welle der Erkrankung Mitte letzten Jahres, so die Studie. Auffällig: Es sind mehr schwere Infektionen bei Kindern zu beobachten.

Bei Kindern teilweise ungewöhnlicher Hautausschlag

Dr. Lloyd, Hausarzt in London, hat Mitte Bezember festgestellt, dass circa 15 Prozent der Kinder, die von frühen Omikron-Infektionen betroffen waren, neben anderen Symptomen auch einen ungewöhnlichen Hautausschlag hatten. Zudem berichtet er von Symptomen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit. "Wir hatten schon immer eine kleine Kohorte von Patienten mit Covid, die einen seltsamen Ausschlag bekamen, aber bis zu 15 Prozent der Omikron-Kinder bekommen einen ungewöhnlichen Ausschlag", sagte er vor einer Woche dem britischen Sender "SkyNews".

Omikron-Entdeckerin berichtet früh von „milderen“ Symptomen

Bereits Ende November hatte die Entdeckerin der Omikron-Variante, Angélique Coetzee, Vorsitzende des südafrikanischen Ärzteverbands, berichtet: Die Symptome der neuen Variante seien zwar ungewöhnlich, aber hauptsächlich mild. "Die Patienten klagen meist über Gliederschmerzen und Müdigkeit, extreme Müdigkeit, und wir sehen es bei der jüngeren Generation, nicht bei den älteren Menschen", sagte sie seinerzeit der BBC.

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Hinzu komme bei einigen Infizierten ein Kratzen im Hals und trockener Husten. Nur wenige hätten Fieber bekommen. Epidemiologen wie Eric Feigl-Ding kritisieren immer wieder: Auch wenn die Variante weniger schwere Verläufe verursacht, ist die Gefahr nicht gebannt. Denn eine hohe Übertragungs- und Infiziertenrate könne wegen des rasanten exponentiellen Wachstums für Überlastung der Gesundheitsysteme sorgen. (ija/dhe)

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