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Bitte nicht glauben! Das sind die 7 häufigsten Corona-Fake-News

Falschinformationen schneller übertragbar als das Virus

Bitte nicht glauben! Das sind die häufigsten Corona-Fake-News

Seit Beginn der Pandemie kursieren daher zahlreiche Falschinformationen und Fake-News im Netz.
Seit Beginn der Pandemie kursieren daher zahlreiche Falschinformationen und Fake-News im Netz.
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Pandemie + Informationszeitalter = jede Menge Fake-News

Wir befinden uns immer noch in einer Pandemie - und gleichzeitig im Informationszeitalter. Digitale Technologie hat den Austausch von Informationen rund um den Globus massiv beschleunigt und verdichtet. Doch Informationen können falsch oder richtig sein. Das gilt auch für das Coronavirus und die Mittel dagegen. Seit Beginn der Pandemie kursieren daher zahlreiche Falschinformationen und Fake-News im Netz. Das sind die Top-Fake-News!

Lese-Tipp:
Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de

Fake-News sind schnell unterwegs - und halten sich hartnäckig

Falschinformationen und Falschmeldungen existieren nicht erst seit unserem Informationszeitalter, sie sind nur schneller und intensiver unterwegs und halten sich hartnäckig - dank hoher Vernetzungsdichte und sozialen Medien und Messengern wie Facebook, Twitter, WhatsApp, Telegram und Co. sind Falschinformationen quasi schneller übertragbar als das Virus. Auch die Corona-Pandemie hat von Anfang an eine große Menge an Falschinformationen und Fake-News hervorgebracht. Journalisten und Rechercheure bemühen sich, Corona-Fake-News aufzuspüren und sie zu widerlegen. Hier sind unsere Top 7 Falschinformationen zur Corona-Pandemie!

#1 Das Coronavirus ist nichts anderes als eine herkömmliche Grippe

Die Mutter aller Corona-Fake-News! Erst Ende Dezember 2021 kursierte wieder ein Video, in dem eine angebliche Berliner Krankenschwester behauptete: Die Pandemie sei nur herbei getestet worden, das Coronavirus nicht schlimmer als die Grippe. Positiv auf Covid-19 getestete Personen, die nur ein gebrochenes Bein haben, aber keine Symptome zeigten, würden auf die Covid-19-Station verlegt. Intensivbetten würden abgebaut und Krankenhäuser bekämen „Unsummen“ für jedes freigehaltene Bett.

Im Vergleich zur Grippe traf das neue Corona-Virus auf eine "immunnaive" Bevölkerung - Grippeviren sind uns schon länger bekannt. Außerdem belegen alle Zahlen und Daten von Anfang an: Das Coronavirus ist ansteckender - und tödlicher. Zu dem Video der angebliche Berliner Krankenschwester recherchierten die correctiv-Mitarbeiter: Es wurden weder Intensivbetten, noch Krankenhausbetten abgebaut. Auch lägen laut Divi keine Menschen "nur mit einem gebrochenem Bein" auf Covid-Intensivstationen. Zudem ziehe die Frau irreführende Vergleiche zwischen der Grippe und Covid-19 und lasse wichtigen Kontext über die Inzidenzen sowie Covid-19-Todesfälle aus.

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#2 Corona-Impfungen machen Frauen unfruchtbar

In verschiedenen Videos in Sozialen Netzwerken behaupten zum Beispiel Dr. Wolfgang Wodarg und Dr. Sucharit Bhakdi, dass die Covid-19-Impfung Frauen unfruchtbar machen könne. Bei vielen jungen Menschen hat sich diese Falsch-Information festgesetzt. Das Robert-Koch-Institut sagt hier ganz klar: "Diese Aussage ist falsch."

Das Robert-Koch-Institut (RKI) zählt zum Beleg mehrere Punkte auf: In nicht-klinischen Studien vor Zulassung der Impfstoffe habe es keinerlei Hinweise auf Unfruchtbarkeit gegeben. In der Zulassungsstudie des Herstellers Biontech seien zwölf Frauen unter den Geimpften und elf Frauen in der Gruppe mit Placebo-Gabe innerhalb des Nachbeobachtungszeitraums von zwei Monaten schwanger geworden.

Das RKI führt außerdem eine Studie aus Israel an: Ausgewertet wurden hier Daten von 36 Paaren, die sich in einer Behandlung für eine künstliche Befruchtung befanden und in der Zeit impfen ließen. Bei Anzahl und Qualität der gewonnenen Eizellen sowie der untersuchten Spermienparameter habe es vor und nach der Impfung keinen Unterschied gegeben, teilte das Institut mit.

#3 Die Impfung ist unsicher, weil sie zu schnell entwickelt wurden

Immer wieder wurden in der Vergangenheit Behauptungen aufgestellt, die Impfstoffe gegen das Corona-Virus seien zu schnell entwickelt worden - und dadurch weder wirksam noch sicher. Tatsächlich ging die Entwicklung schneller als normalerweise vonstatten. Denn: Um die Impfstoffe schnellstmöglich zulassen zu können und trotzdem eine umfassende Prüfung sicherzustellen, wurde wegen der Dringlichkeit das sogenannte Rolling Review Verfahren angewendet.

Es erlaube den Impfstoffherstellern, noch während der klinischen Prüfungsphase einzelne Berichte über den Impfstoff an die zuständigen Prüfungsbehörden zu geben, die dann unabhängig von den dortigen Expertinnen und Experten geprüft werden, so das Bundesgesundheitsministerium. In der Tat ist eine solche Prüfung sonst erst nach Sammlung aller Ergebnisse und damit erst nach Jahren üblich.

Lese-Tipp: Die 4 häufigsten Corona-Impfstoffmythen im Check

Zuletzt kursierte in diesem Zusammenhang der Auszug aus einer Pressekonferenz des Schweizer Vereins Aletheia im Netz: Ein Vortrag von Pharmazeutin Kati Schepis wurde fast eine Million Mal geklickt. Die von Schepis aufgestellten Behauptungen über die Wirksamkeit der Covid-19-Impfstoffe seien jedoch nicht haltbar, so die Rechercheure von correctiv.org. Schepis Aussagen zu den angeblich fehlerhaft durchgeführten Zulassungsstudien seien falsch. Auch die Aussage, dass die Impfstoffe lediglich auf Basis von Daten, die innerhalb von zwei Monaten erhoben wurden, zugelassen wurden, lasse sich nicht halten.

#4 mRNA-Impfstoffe verändern die menschliche DNA

Ebenso ein Gerücht, das sich hartnäckig hält: mRNA-Impfstoffe gegen Covid-19 verändern die menschliche DNA dauerhaft. Experten widersprechen vehement. Tatsächlich: Es gibt keine Belege, dass mRNA-Impfstoffe das menschliche Erbgut verändern. RNA und DNA sind unterschiedlich aufgebaut und erfüllen verschiedene Funktionen.

Lese-Tipp: Kann der mRNA-Impfstoff unser Erbgut verändern?

Alles, worauf es bei der Impfung ankommt, geschieht zwar in der Zelle, aber hat mit dem Zellkern nichts zu tun - nur dort befindet sich jedoch das menschliche Genom, gespeichert in Form von DNA. "Die mRNA hat (...) kaum eine Möglichkeit, zur DNA zu gelangen, die ja isoliert im Zellkern liegt", erklärte der Impfstoffforscher Carlos Guzmán vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung bereits im Dezember 2020 gegenüber der "Zeit". Innerhalb der Zelle kommen die mRNA des Impfstoffs und die DNA des Genoms also gar nicht miteinander in Kontakt.

#5 Herzstillstände bei Sportlern haben wegen der Impfung stark zugenommen

Seit Ende November 2020 kursieren in Blogs und in Sozialen Netzwerken auch immer wieder Listen von Vorfällen, bei denen Sportler Herzstillstände oder Herzinfarkte hatten. Es wird dabei behauptet, es gebe einen starken Anstieg von solchen Vorfällen zu beobachten, und diese seien auf Covid-19-Impfungen zurückzuführen. Die Journalisten von correctiv.org sagen ganz klar: Die Aussage ist unbelegt, ein Anstieg sei nicht zu verzeichnen. Hier würden Herzinfarkte, teils von älteren Männern, mit Fällen von plötzlichem Herzstillstand bei jüngeren Sportlern vermischt. Letztere seien zwar selten, kämen aber immer wieder vor. Was hingegen stimme: Bei jungen Männern treten nach mRNA-Impfungen im Vergleich zur Gesamtzahl extrem seltenen Fällen Herzmuskelentzündungen auf.

#6 Die Pandemie wurde mit allen Varianten "geplant"

Schon im Sommer des vergangenen Jahres machten Screenshots eines angeblich geheimen Zeitplans für die Varianten des Coronavirus in den sozialen Medien die Runde. Seitdem gehen sie immer wieder viral, werden gerepostet und geteilt. Was die Liste angeblich zeigen soll: Die Corona-Pandemie wurde von mächtigen Institutionen von langer Hand „geplant“. Die Bill & Melinda Gates Foundation, die Johns Hopkins University, die WHO und das World Economic Forum sollen das Dokument erstellt haben. Immer wieder tauchen solche Verschwörungstheorien im Netz auf. Es handelt sich dabei um extrem plumpe Photoshop-Fälschungen.

Die Deutsche Welle bat im Juli 2021 trotzdem alle vier auf der angeblichen Varianten-Liste genannten Organisationen um eine Stellungnahme. Ein Sprecher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sagte, dass dies „kein WHO-Dokument“ sei und man Virusvarianten nicht vorhersagen könne. „Es gibt keine Verbindung zwischen uns und dieser Fake-Grafik“, stellte auch eine Sprecherin des Weltwirtschaftsforums klar, die Bill & Melinda Gates Foundation blieb kurz und knapp: „Diese Behauptung ist falsch.“ Und eine Sprecherin der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität machte deutlich: „Diese Behauptungen wurden bereits als offensichtlich falsch überführt und die Johns-Hopkins-Universität hat nichts mit der Verbreitung dieser Desinformation zu tun.“

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#7 Wundermittel gegen Corona: UV-Licht, Chlordioxid, Ivermectin oder Eigen-Urin-Kur

Ebenso beliebt wie Falschmeldungen über das Virus, über eine Planung der Pandemie durch mächtige Organisationen und die angebliche Nicht-Wirksamkeit und Gefährlichkeit von Impfstoffen sind Hurra-Meldungen über die Wirksamkeit diverser Mittelchen. Da ist man sich in der Szene der Verschwörungstheoretiker und Corona-Leugner wohl auch nicht ganz eins: Denn wenn das Coronavirus nicht so gefährlich oder sogar gar nicht existiert - wozu sollte man dann mit Mittelchen dagegen vorgehen?

  • UV-Licht:

Die Tatsache, dass UV-Licht insgesamt tatsächlich eine das Virus abtötende Wirkung hat und uns damit schon immer infektionsärmere Sommer beschert hat, verführte schon US-Ex-Präsident Donald Trump zu der grotesken Vorstellung, man könne eventuell einfach mit starkem UV-Licht in die Infizierten leuchten, um das Virus loszuwerden.

Lese-Tipp: Was UV-Strahlung gegen den Virus ausrichten kann – und was nicht

Doch so einfach ist es nicht, wie Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia, bereits im April 2020 erklärte: "Die Ansteckung geht von Mensch zu Mensch vonstatten", das sei das Hauptreservoir des Virus, die Sonne spiele da keine große Rolle, so Zinn damals "Insofern ist die Hoffnung da nicht allzu hoch." Schließlich gebe es ja auch andere Infektionskrankheiten, die im Sommer grassieren – die UV-Strahlung der Sonne "ist ein Effekt, den wir kennen, aber es ist nicht der Effekt, der das Problem löst", so der Experte.

  • Chlordioxid:

Ebenfalls auf Donald Trump geht der Vorschlag zurück, doch einfach Desinfektionsmittel und Chlorbleichen gegen das Virus einzusetzen. Noch heute wirbt zum Beispiel Ex-"Tagesschau"-Sprecherin Eva Herman auf ihrem Telegram-Kanal für das angebliche Wundermittel CDL, auch bekannt als MMS oder Chlordioxid. Forschungen hätten ergeben, heißt es in Hermans Telegram-Nachricht, dass CDL "wirksam im Kampf gegen Covid-19" sei. Das ist nicht nur falsch, sondern auch lebensgefährlich.

Denn auch wenn es eigentlich klar sein sollte: Das Chlordioxid, das in der Chlorbleiche enthalten ist, ist giftig und kann laut RTL-Medizin-Experte Dr. Christoph Specht schon äußerlich zu Verätzungen führen. Nimmt man es ein, dann können zudem die Schleimhäute im Innern verätzt werden und der Körper eine starke Reaktion in Form von Übelkeit und Erbrechen zeigen. Manche der Impfskeptiker schwören außerdem auf das Mittel "MMS". Dahinter verbirgt sich die Chemikalie Natriumchlorit, welches jedoch im Körper zu Chlordioxid wird und vor dessen Einnahme Specht ebenso eindringlich warnt.

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  • Ivermectin:

Nicht ganz haltlos sind die Meldungen darüber, dass das Pferde-Entwurmungsmittel Ivermectin eine Wirkung gegen das Coronavirus haben. Dr. Specht kennt die Gründe für den Hype: "Am Anfang der Pandemie hat man alle Medikamente mal untersucht, ob sie antivirale Wirksamkeit haben können." Darunter sei Ivermectin gewesen. "Und im Labor hat man gesehen, dass dieses Mittel Viren reduzieren kann."

Dennoch ist das Pferdemedikament für Menschen ungeeignet. "Es gibt viele Medikamente, die im Labor ganz toll wirken, aber leider nicht beim Menschen eingesetzt werden können", erklärt Dr. Specht. "Der Grund dafür ist meistens die Dosis: Im Labor, in der Zellkultur kann man die Substanz direkt auf die Zellen träufeln und erreicht dann auch einen Effekt. Wenn man den gleichen Effekt beim Menschen haben will, muss die Dosis meistens viel höher sein. Und diese Dosis ist dann für den Gesamtorganismus giftig." Bedeutet: Zu hoch dosiert, würde Ivermectin den Menschen letztlich "auf anderem Weg" umbringen, wie der Experte sagt.

  • Eigen-Urin-Therapie:

Zu einem Uralt-Klassiker der alternativen Medizin zählt die sogenannte Eigenharntherapie - manchmal, vor allem in Indien, auch mit Kuh-Urin angewandt. Dabei soll das Trinken des Urins neben allen möglichen anderen Wirkungen unter anderem die Immunkräfte anregen. Diese Form der Krankheitsabwehr wurde in der Vergangenheit auch immer wieder von Impfgegnern empfohlen - aktuell laut "The Independent" von dem prominenten US-Impfgegner Christopher Key.

Über seinen Telegram-Account forderte er seine Follower jetzt auf, "kräftig eigenen Urin zu trinken", um gegen die Omikron-Variante gefeit zu sein. Tatsächlich wurden die möglichen medizinischen Wirkungen von Eigenharntherapie immer wieder auch wissenschaftlich untersucht. Resultat ist und bleibt bis heute: Weder Nutzen noch Schädlichkeit von Urinbehandlungen sind belegt. (ija)

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