Keine Entscheidung nach Wahlabend

Die Bilanz des Wahlabends: Das Rennen ums Kanzleramt ist weiter offen

Armin Laschet und Olaf Scholz - ihre Parteien liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Armin Laschet und Olaf Scholz - ihre Parteien liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
© deutsche presse agentur

27. September 2021 - 15:32 Uhr

Noch steht kein Kanzler fest

Ein langer Wahlabend ist zu Ende, das vorläufige Endergebnis steht: Die SPD ist die stärkste Partei, doch nur knapp dahinter landet die Union. Trotzdem: Das Rennen um das Kanzleramt bleibt weiter offen. Denn sowohl die Olaf Scholz, als auch Armin Laschet beanspruchen das Kanzleramt für ihre Partei. Jetzt können andere Entscheider werden: FDP und Grüne bereiten sich auf die ersten Beratungen vor. Im Video: ntv-Politik-Experte Heiner Bremer ist sich sicher: "Die Menschen wollen eine andere Politik."

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Parteien bereiten sich auf Gespräche vor

Am Tag nach der Bundestagswahl bereiten sich die Parteien auf die ersten Gespräche für eine künftige Regierungsbildung vor. Nach dem Auszählungsergebnis aller Wahlkreise landet die SPD mit 25,7 Prozent der Stimmen auf Platz eins, die Union erhebt trotz einer historischen Niederlage ebenfalls weiterhin den Anspruch, die kommende Regierung anzuführen.

Grüne und FDP, die jeweils als dritt- und viertstärkste Kraft aus der Bundestagswahl am Sonntag hervorgegangen sind, wollen zunächst miteinander beraten.

Die Wahlbeteiligung lag mit 76,6 Prozent auf dem Niveau der vergangenen Wahl (76,2).

Warum Angela Merkel vielleicht doch noch die Neujahrsansprache halten wird erklärt RTL-Politik-Chef Nikolaus Blome in einem Kommentar.

Söder: "Kein Anbiedern um jeden Preis"

 CSU Parteitag 2019 in der Münchner Olympiahalle Dr. Markus Söder Soeder Ministerpräsident des Freistaates Bayern, München Bayern Deutschland Olympiahalle *** CSU Party Congress 2019 in the Munich Olympic Hall Dr Markus Söder Soeder Minister Presiden
Markus Söder sieht keinen zwingenden Anspruch auf eine Regierungsführung der Union.
© imago images/Sammy Minkoff, Sammy Minkoff via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Die Wählerinnen und Wähler hätten mit ihrem Votum drei Parteien gestärkt, sagte Scholz mit Blick auf SPD, Grüne und FDP. Dies sei ein "sichtbarer Auftrag" für eine Regierung. Die Union hingegen solle nicht mehr regieren. Unionskanzlerkandidat Laschet sieht das anders: er ist bereit, Verhandlungen über eine von ihm geführte Bundesregierung zu führen.

CSU-Chef Markus Söder betonte, dass die Union keinen zwingenden Anspruch auf die Regierungsführung erheben könne. Die Union sei auf Platz zwei und nicht eins gelandet, allerdings gebe es ein Angebot für Gespräche, sagte Söder nach Teilnehmerangaben am Montag in einer CSU-Vorstandssitzung in München. Ein solches Angebot mache man - aber es werde kein "Anbiedern um jeden Preis" bei Grünen und FDP geben, stellte er klar.

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Grüne und FDP müssen sich einig werden

Grünen-Chef Robert Habeck bekräftigte, dass er wie FDP-Chef Christian Lindner Vorab-Gespräche der beiden Parteien für sinnvoll hält. Aus seiner Erfahrung mache es Sinn, "dass die Parteien, die erstmal am weitesten voneinander entfernt sind, (...) dass die mal schauen, ob die das zusammen hinkriegen", sagte Habeck am Montag bei NDR Info. Das seien nun mal FDP und Grüne - "wir sind in sozial-, steuer-, finanzpolitischen Fragen wirklich konträr".

FDP-Generalsekretär Volker Wissing signalisierte in der Koalitionsfrage Kompromissbereitschaft. "Die Menschen wollen keinen Klimaschutz zulasten des Wohlstands. Und die Menschen wollen auch keinen Wohlstand zulasten von Natur und Umwelt. Und deswegen müssen wir diese Dinge zusammenbringen", sagte der FDP-Politiker.

AfD zufrieden, Linke nicht

Die AfD äußerte sich am Tag nach der Wahl trotz leichter Verluste insgesamt zufrieden mit dem Abschneiden bei der Wahl. AfD-Vorsitzende Alice-Weidel lieferte sich noch am Wahlabend einen heftigen Schlagabtauch mit RTL-Moderator Peter Kloeppel.

Große Enttäuschung gab es hingegen bei der Linken, die nach dem vorläufigen Ergebnis die Fünf-Prozent-Hürde verpasst hat: "Wir haben deutlich verloren. Das kann man nicht beschönigen, das ist kein gutes Ergebnis gewesen", sagte die Fraktionsvorsitzende Amira Mohamed Ali am Montag im Deutschlandfunk. (dpa/khe)

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