Stellenabbau und WerkschließungenProteste vor VW-Aufsichtsrat: So geht es mit dem Konzern weiter

VW prüft laut Medienbericht den Abbau von bis zu 100.000 Stellen. (Archivbild)
VW prüft laut Medienbericht den Abbau von bis zu 100.000 Stellen. (Archivbild)
Julian Stratenschulte
von Lisa Lechner und Alexander Gurgel

Drohende Standortschließungen!
Der VW-Aufsichtsrat berät am Donnerstag (9. Juli) über den angekündigten Kahlschlag des Vorstands. Laut Medienberichten könnten 100.000 Stellen gestrichen und mehrere Werke geschlossen werden. Die Gewerkschaft IG Metall rief zu Protesten an mehreren Standorten auf – sie befürchtet drastische Einschnitte.

Verunsicherung an vielen Standorten

Mit Tröten und Sirenen protestieren am Donnerstag (9. Juli) hunderte Beschäftigte an mehreren VW-Standorten in Niedersachsen. So auch auf dem VW-Gelände in Wolfsburg, wo sich der Aufsichtsrat seit dem Nachmittag im Vorstandshochhaus zu den angekündigten Sparmaßnahmen berät. „Große Angst, große Verunsicherung geht durch alle, alle Werkshallen, alle Büros”, verkündet VW-Betriebsratchefin Daniela Cavallo am Donnerstag (9. Juli) beim Protest.

Lese-Tipp: VW will 100.000 Arbeitsplätze streichen

Standortschließungen und Stellenstreichungen, das sind die radikalen Pläne, die Volkswagenchef Oliver Blume dem Aufsichtsrat vorgelegt haben soll. Medienberichten zufolge sollen weltweilt bis zu 100.000 Stellen der rund 650.000 Arbeitsplätze gestrichen werden, doppelt so viele als ursprünglich geplant. Zudem drohen Werksschließungen an vier Standorten in Deutschland: in Emden, Hannover, Neckarsulm und Zwickau.

Im Video: RTL-Reporter mit Eindrücken von vor Ort

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Unsichere Zukunft für die Belegschaft

Betriebsrat und IG Metall kritisieren die Pläne. Man brauche jetzt Klarheit für die Belegschaft. „Die Beschäftigten haben es satt, Woche für Woche in der Zeitung Spekulationen zu lesen über Werkschließungen, über Massenentlassungen. [..] Die Beschäftigten machen ihren Job und wir erwarten, dass der Volkswagenvorstand jetzt endlich auch seinen Job macht”, so Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall.

Neue Technologien, neue Märkte, neue Wettbewerber, insbesondere aus China - all das sind Faktoren, die den größten Automobilhersteller in Europa zunehmend unter Druck setzen. Man müsse flexibel bleiben, um am Ende noch mit zu den Gewinnern zu gehören, so Experten. Wie es in Zukunft mit dem Unternehmen weitergeht, bleibt abzuwarten. Es sind Stunden der Ungewissheit für die Gewerkschaft, zehntausende VW-Beschäftigte und mehrere deutsche Industriestandorte.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche