Wer von euch spricht die Fremdsprache?Neues Schulfach auf Stundenplan sorgt für Gesprächsstoff

Wer Verbesserungsvorschläge hat, kann sich jetzt auf kurzem Weg beim Bildungsministerium melden. (Symbolbild)
Premiere für Schüler und Lehrer in Niedersachsen! (Symbolbild)
Marijan Murat/dpa

Schülerinnen und Schüler aufgepasst!
In einer Schule in Uplengen (Landkreis Leer) gibt es ab dem kommenden Schuljahr ein einzigartiges Unterrichtsangebot. Laut Kultusministerium Niedersachsen beginnt damit ein neues Kapitel für das Bundesland.

Einzigartiges Angebot in Niedersachsen

Na, snackst du ok Plattdüütsch? Kenner haben sicher direkt verstanden, worum es hier geht: Plattdeutsch. Vor allem in Norddeutschland wird die niederdeutsche Regionalsprache noch regelmäßig gesprochen. Doch längst ist sie nicht mehr so verbreitet, wie noch in der Vergangenheit. In der niedersächsischen Gemeinde Uplengen, Niedersachsen gelangt die Sprache nun aber wieder in den Fokus. Das Kultusministerium des Landes erteilt der Oberschule Uplengen als erster Schule Niedersachsens die Erlaubnis, Plattdeutsch zukünftig als reguläre zweite Fremdsprache anzubieten.

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„Heute schreiben wir ein neues Kapitel für unsere Sprachenvielfalt in Niedersachsen”, erklärt Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) dazu. Die Genehmigung gilt für Schüler, die ab dem 1. August 2026 in den sechsten Jahrgang der Oberschule eintreten. Plattdeutschunterricht in Wahlpflichtfächern oder Arbeitsgemeinschaften gibt es an niedersächsischen Schulen schon länger. Das Angebot als reguläre zweite Fremdsprache ist hingegen neu und bisher einzigartig.

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Für das Plattdeutsch-Angebot als zweite Fremdsprache arbeitet die Schule eng mit der Universität Oldenburg bei der Ausbildung von Lehramtsstudierenden zusammen. An der Hochschule gibt es bereits seit 2023 einen entsprechenden Studiengang für Niederdeutsch. In Uplengen sollen ab 2028 auch die nötigen Ausbildungsplätze bereitstehen, um Referendare für das neue Unterrichtsfach vorzubereiten und zu schulen.

„Wichtige Bestandteile der Mehrsprachigkeit”

Bereits 2017 beschloss der niedersächsische Landtag die Weiterentwicklung des Plattdeutschunterrichts zum ordentlichen Schulfach. In einer Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen erhielten Niederdeutsch sowie die Teilen Niedersachsens gesprochene Minderheitensprache Saterfriesisch einen speziellen rechtlichen Status. Niedersachsen ging demnach als eines von acht Bundesländern entsprechende Förderverpflichtungen ein.

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Dem Ministerium zufolge hat sich über die letzten Jahre auch die pädagogische Bewertung des Schulfaches geändert. Während Regionalsprachen wie Plattdeutsch früher tendenziell als „bildungshemmend” gesehen wurden, gelten sie laut Ministerium heute als „wichtige Bestandteile der Mehrsprachigkeit”. Wer zweisprachig mit Hoch- und Niederdeutsch aufwachse, lerne leichter Fremdsprachen, teilt das Ministerium mit. (afp/ela)

Verwendete Quellen: afp