Hälfte der Einwohner hat an Fronleichnam freiEin Dorf – zwei Bundesländer: Bruchmühlen gehört zu NRW und Niedersachsen
Fronleichnam ist in NRW ein Feiertag, in Niedersachsen nicht. Besonders deutlich wird das im Ort Bruchmühlen. Dort verläuft die Grenze mitten durchs Dorf. Auf der einen Seite liegt Nordrhein-Westfalen - genauer gesagt der Kreis Herford, auf der anderen Seite Niedersachsen. Für die Menschen heißt das: andere Schulen, andere Regeln, andere Müllabfuhr.
Ein Ort - zwei Bundesländer
Von oben betrachtet ist Bruchmühlen ein Ort wie viele andere. Doch der Eindruck täuscht, denn das Dorf ist geteilt. Ein Teil gehört zu NRW, der andere Teil zu Niedersachsen. Gerade an Feiertagen, wie Fronleichnam spüren das die Einwohner. Die Niedersachsen müssen arbeiten. Die NRWler können ganz entspannt frei machen - und das ist längst nicht alles: In den beiden Teilen gibt es verschiedene Gebühren und unterschiedliche Regeln bei der Müllentsorgung. So stellen ein paar Bewohner zu Hause die Mülltonne raus, während es 100 Meter weiter ganz andere Abholtage gibt.
Ein Ort - zwei Bürgermeister
Übrigens gibt es auch zwei Bürgermeister. Siegfried Lux gehört zu Bruchmühlen-Rödinghausen. Dieser Teil liegt in Nordrhein-Westfalen. Axel Uffmann ist Ortsbürgermeister für die niedersächsische Seite. Die beiden verstehen sich gut - auch wenn es bei ihnen jede Menge Besonderheiten gibt, die beachtet werden müssen. Zum Beispiel bei den Grundschulen, den Kindergärten und sogar bei den Autokennzeichen.
Ein Ort – mit Streitfaktor
Vor mehr als 40 Jahren gab es Pläne Bruchmühlen zusammenzulegen. Doch die Verhandlungen scheiterten an einer entscheidenden Frage: Zu welchem Bundesland soll Bruchmühlen gehören? Brigitte Brinkmann kennt den geteilten Ort noch von früher. Damals war es gar nicht so leicht zwischen NRWlern und den Niedersachsen. So erzählt Rentnerin Brigitte Brinkmeyer: „Wenn die aus Nordrhein Westfalen rüber wollten, war da ganz früher ein Schlagbaum. Später, wenn einer von Nordrhein Westfalen in Niedersachsen ein Mädchen als Freundin hatte, gab es manchmal Schläge. Das sahen die Niedersachsen nicht ein und das war schwierig.” Inzwischen ist das längst kein Thema mehr. Beide Seiten haben sich lieb - auch wenn die Niedersachsen vielleicht gerade an Feiertagen, wie Fronleichnam neidisch auf ihre Nachbarn in NRW schauen.

































