„Verreckt! Lügenpresse! Wir zerstören euch!”RTL Nord-Reporterin auf Demonstration beleidigt und angegriffen
Wie steht es um die Pressefreiheit bei uns?
Am 3. Mai ist internationaler Tag der Pressefreiheit. Er soll darauf aufmerksam machen, wie wichtig freier und unabhängiger Journalismus für unsere Demokratie ist. Trotzdem erleben Reporter immer öfter Bedrohungen, auf der Straße und im Netz. Wie sich die Pressefreiheit künftig weiter stärken lässt, darüber spricht die Geschäftsführerin des Deutschen Journalistenverbands Niedersachsen im Video.
Deutschland im Ranking nur noch auf Platz 14
Obwohl die Pressefreiheit im Grundgesetz verankert ist, fällt Deutschland seit Jahren im internationalen Ranking zurück. In diesem Jahr landet die Bundesrepublik laut Reporter ohne Grenzen auf Platz 14. 2025 stand Deutschland noch auf Platz 11. Die Lage sei zwar noch „zufriedenstellend”, aber Bedrohungen auf der Straße und unwahrheitsgemäße Berichterstattungen, vor allem im Netz, nehmen zu.
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„Pressefreiheit kann sich nur im Zusammenspiel mit Medienkompetenz voll entfalten, weil es natürlich nicht nur darum geht, dass jemand, der postet, die Freiheit hat zu posten, sondern der Rezipient muss ja auch in der Lage sein, den Inhalt richtig einzuordnen. Und das ist Medienkompetenz”, sagt Christian Krebs, Direktor der Niedersächsischen Landesmedienanstalt.
„Ich mache nur meinen Job”
RTL Nord-Geschäftsführerin Sonja Schwetje beschreibt die aktuelle Lage so: „Einschränkungen, die wir jeden Tag erleben, die reichen natürlich von den Behörden, die uns nicht zurückrufen oder Auskünfte einfach verschleppen, bis hin zu Reporterteams, die angegriffen werden, beispielsweise auf besonders politisch aufgeheizten Demonstrationen, aber auch bei bestimmten Recherchen oder auch bei Fußballspielen.”
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Genau das hat unsere Reporterin Merle Upmann-Schiller zusammen mit einem Kamerateam erlebt. Auf einer Coronademo in Berlin vor sechs Jahren wird sie bedrängt und beschimpft. Es fallen Äußerungen wie „Verreckt!”, „Lügenpresse!” und „Wir zerstören euch!” Damals arbeitet sie noch für ein anderes Medienunternehmen. Schon zu Beginn ist die Stimmung erhitzt, wenige Momente später kommen einige Demonstranten und kesseln sie und ihre Kollegen ein. „Also das war halt super beängstigend, weil ich mir dachte, ich mache ja auch nur meinen Job […]. Und ich weiß noch genau, dass ich mir dachte, ich habe euch nichts getan und bitte, vor allen Dingen, tut ihr mir jetzt bitte auch nichts” , erinnert sich Merle zurück.

Sie ist damals mit Sicherheitspersonal vor Ort. Am Ende greift die Polizei ein. Es ist ein Erlebnis, das Merle lange beschäftigt. „Auf der einen Seite ist es schon so, dass ich vorsichtiger an bestimmte Themen herangehe […]. Ich habe eine Familie, ich habe ein Privatleben […]. Und auf der anderen Seite ist es eben auch so, ich verstecke mich nicht und ich glaube, das machen, und ich weiß es auch, viele unserer Kolleginnen und Kollegen eben auch nicht.”
Wie erkenne ich seriöse Nachrichten?

Mit dieser und vielen anderen Fragen hat sich RTL Nord-Reporter Philipp Baumhöfner mit Schülern der BBS Burgdorf in einem Workshop auseinandergesetzt. Auch Social Media spielt dabei eine große Rolle, denn viele junge Menschen informieren sich fast nur noch online. „Wir stellen immer wieder fest, dass dieses Verifizieren von Nachrichten oft verbleibt und obwohl man sich vornimmt, sich nicht manipulieren zu lassen, immer wieder manipuliert wird, weil eben Nachrichten nicht hinterfragt werden”, erzählt Studiendirektorin Christine Buchholz-Strasser. Der Workshop soll den Schülern deutlich machen, wie wichtig es ist, Quellen zu checken und Postings im Netz zu hinterfragen.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Reporter ohne Grenzen

































