Belastung soll sichtbar werdenIn diesem Bundesland müssen bald auch Lehrer ihre Arbeitszeit erfassen

Lehrer sollen durch die Erfassung mehr Sichtbarkeit bekommen.
Der zeitliche Aufwand soll durch die Erfassung mehr Sichtbarkeit bekommen.
Julian Stratenschulte/dpa

Kleinstes Bundesland als Vorreiter!
Sechs Wochen Sommerferien und mittags Feierabend − also eigentlich Freizeit ohne Ende, oder? Dieses Vorurteil über den Beruf des Lehrers hält sich hartnäckig. Wie groß der zeitliche Arbeitsaufwand aber wirklich ist, soll bald die bundesweit erste Arbeitszeiterfassung von Lehrern im Land Bremen sichtbar machen.

Arbeit der Lehrkräfte hat sich verändert

Der Bremer Senat entscheidet sich schon im Mai 2025 für ein Pilotprojekt, das an mehreren Schulen die Arbeitszeit von Lehrern erfassen soll. Das bisherige Modell, in dem nur die unterrichteten Schulstunden erfasst werden, müsse dringend überarbeitet werden, denn ein großer Teil der Arbeit von Lehrkräften finde außerhalb des Klassenzimmers statt. „In den letzten Jahren ist deutlich mehr dazugekommen. Also Elternarbeit, Teamarbeit, alle möglichen Anforderungen, Fahrten, Konferenzen, Sachen entwickeln für die Schule. Und das ist alles nicht abgebildet im bisherigen Modell”, erklärt Bremens Bildungssenator Mark Rackles (SPD) im Gespräch mit RTL.

Bremens Bildungssenator Mark Rackles (SPD) stellt das Pilotprojekt vor.
Bremens Bildungssenator Mark Rackles (SPD) stellt das Pilotprojekt vor. 
RTL

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Mit der neuen Arbeitszeiterfassung sollen alle Aufgaben eines Lehrers, beispielsweise auch die Planung und Nachbereitung des Unterrichts und Gespräche mit Eltern und Schülern ab dem kommenden Schuljahr 2026/2027 dokumentiert werden. Denn viele Aufgaben von Lehrkräften werden überhaupt nicht wahrgenommen. „Wir arbeiten mit Menschen und wenn Eltern mich am Wochenende kontaktieren, natürlich gucke ich da immer mal wieder rein. Und wenn dann was ansteht, dann mache ich das auch in dem Moment. Oder häufig nehme ich auch Dinge aus dem Schultag mit nach Hause, die ich dann abends abarbeite”, erzählt Simon Landgraf, Lehrer aus Bremen, im Gespräch mit RTL.

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Projekt startet nur an ausgewählten Schulen

Den letzten Ruck für die neue Arbeitszeiterfassung haben eine Initiative und ein Antrag des Personalrats Schulen gegeben. Mit der neuen Erfassungsmethode sollen Überlastungen sichtbarer werden und der Arbeits- und Gesundheitsschutz der Lehrkräfte besser überwacht werden können.

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In einem digitalen Tool sollen die Lehrkräfte neben dem Unterricht dann auch den Rest ihrer Arbeit erfassen können. Ab Beginn des Schuljahres 2026/2027 soll die appgestützte Erfassung an insgesamt neun Pilotschulen im Land Bremen starten.

Verwendete Quellen: Eigene RTL-Recherche