Forscher stoßen auf überraschendes Ergebnis Können Windräder für weniger Regen sorgen?

Der Ausbau der Offshore-Anlagen könnte Folgen für die Menge des Niederschlags haben.
Der Ausbau der Offshore-Anlagen könnte Folgen für die Menge des Niederschlags haben. 
EBS

Noch weniger Regen?
Eine Studie des Helmholtz-Zentrums Hereon aus Geesthacht zeigt: Der massive Ausbau von Offshore-Windparks in der Nord- und Ostsee könnte lokale Niederschlagsmengen verändern und das nicht zum Positiven.

Forscher warnen vor Konsequenzen an der Küste

„Wir hatten schon einige Studien zuvor. Und wir sehen, dass sich die Niederschlagsmengen über den Windparks verändern werden, aber wir haben nicht viel über das Land, über die Küstenregion gesehen“, erklärt Naveed Akthar, Klimawissenschaftler. Das Experiment habe gezeigt, dass der Regen entlang der Küste stark reduziert werden könnte.
Für ihre Auswertung nutzen die Forscher Wetterdaten von 2008 bis 2017 und simulieren, wie Wind, Luftdurchmischung und Regen auf die Ausbaupläne für 2030 und 2050 reagieren würden.

Video-Tipp: Fehmarnbelt-Querung soll Fahrt von Hamburg nach Kopenhagen in 2,5 Stunden möglich machen

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Wie funktioniert das überhaupt?

Feuchte Luft kommt von der Nordsee zur Küste. Trifft sie auf große Offshore‑Windparks, bremsen die Turbinen den Wind und wirbeln die Luft durcheinander. Dadurch steigt die feuchte Luft schneller nach oben, kühlt dort ab und bildet Wolken. Der Regen fällt so oft schon über dem Meer. Dadurch könnte dann an der Küste nicht mehr viel Regen ankommen.

Wie groß könnte der Rückgang sein?

Die Simulationen zeigen: Bei den aktuellen EU-Ausbauplänen könnte an der Küste rund 8–10 Prozent weniger Niederschlag fallen. Für 2050 rechnen die Wissenschaftler auch ein Extremszenario durch. „Wir möchten einfach die Wissenschaft bereitstellen, die dann auch den Hintergrund liefert, um Entscheidungen zu treffen“, erläutert Corinna Schrum vom Hereon Forschungszentrum.

Lese-Tipp: Dieses Bauprojekt soll die Reisezeit von Hamburg nach Kopenhagen halbieren

Bis sich solche möglichen Änderungen rund um Schleswig‑Holstein aber wirklich bemerkbar machen, könnten noch Jahrzehnte vergehen. Trotzdem wirft die Studie die Frage auf, ob Offshore‑Windanlagen nicht nur grünen Strom liefern könnten, sondern möglicherweise auch das regionale Klima beeinflussen. Punkte, die für Forschende jetzt eine noch größere Rolle spielen dürften.

Verwendete Quellen: eigene RTL‑Recherche