Städtetrip in 2,5 Stunden!Dieses Bauprojekt soll die Reisezeit von Hamburg nach Kopenhagen halbieren

Unter der Ostsee entsteht der Fehmarnbelttunnel
Das dritte Element des neuen Fehmarnbelt-Tunnels, der unter der Ostsee Dänemark mit Deutschland verbinden soll, wird auf den Meeresboden abgesenkt.
Femern A/S, Handout / Berlin/Femern A/S/dpa, Handout / Berlin

Die neue Fehmarnbelt-Querung soll Hamburg ganz neue Chancen eröffnen.
Hamburgs Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard (SPD) blickt auf die im Sonnenlicht glänzende Ostsee. Knapp 18 Kilometer Wasser trennen ihren Standort am Rand der Großbaustelle auf Fehmarn in Schleswig-Holstein von der dänischen Insel Lolland – bislang führt der direkte Weg über die Fähre. Doch unter der Ostsee entsteht der Fehmarnbelttunnel. Und der könnte Hamburg künftig zur „südlichsten Stadt Skandinaviens“ machen, so Leonhard.

Reisezeit von Hamburg nach Kopenhagen wird halbiert

„Das ist ein gigantisches Großprojekt mit einer enormen Bedeutung für einen ganz neuen Wirtschaftsraum”, so Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard. Mit der Fertigstellung soll sich die Bahnfahrzeit von Hamburg nach Kopenhagen von derzeit fünf auf zweieinhalb Stunden halbieren. Noch bevor der Tunnel fertig ist, bringt sich Hamburg in Stellung, um von der neuen Verbindung zu profitieren.

Melanie Leonhard (SPD) an der Baustelle für den Fehmarnbelt-Tunnel
Hamburgs Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard (SPD) an der Großbaustelle auf Fehmarn.
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Aus Moin wird Hej

Für Hamburger und Schleswig-Holsteiner entstehen vor allem neue Möglichkeiten für Städtetrips nach Kopenhagen. Auch Südschweden wäre über die dänische Hauptstadt mit der Bahn schneller erreichbar. Die norddeutsche Tourismuswirtschaft rechnet umgekehrt mit mehr Reisenden aus Skandinavien.

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Reiseziel Hamburg erwartet mehr Touristen

Schon heute stellen Dänen den größten Anteil der ausländischen Tagesgäste in Hamburg. Michael Otremba, Geschäftsführer der Hamburg Tourismus GmbH, ist sich sicher: „Aus der neuen und besseren Erreichbarkeit wird sich touristische Nachfrage entwickeln.“ Immerhin 4,5 Millionen Menschen leben im Großraum Kopenhagen – für Hamburgs Tourismusbranche ein großes Potenzial.
Auch internationale Gäste, beispielsweise aus den USA oder aus Asien, könnten Hamburg künftig als Ausgangspunkt für Reisen in den Norden nutzen.

Bei allen Ambitionen, den Tourismus weiter zu fördern, soll Hamburg aber auch weiterhin für Einheimische lebenswert bleiben: „Die Stadt muss aber natürlich auch attraktiv für Einheimische sein und nicht nur für Touristen - keiner möchte in Disneyland leben”, so Hamburgs Tourismus-Chef Otremba.

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Neue Chancen für Hamburgs Wirtschaft

Von den kürzeren Fahrzeiten soll auch die norddeutsche Wirtschaft profitieren. Lkw könnten auf der Strecke künftig rund zwei Stunden sparen. Kürzere Transportwege eröffnen Unternehmen neue Absatzmärkte. Profitieren könnten etwa Unternehmen aus dem Maschinenbau. Aber auch für die Lebensmittelbranche eröffnen sich neue Möglichkeiten: Zimtschnecken könnten morgens in Kopenhagen gebacken und mittags bereits in Hamburg gegessen werden.

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Risikofaktor Deutsche Bahn

Doch all die Hoffnungen haben einen entscheidenden Haken: Der Tunnel allein reicht nicht. Auch die Schienen auf deutscher Seite müssen rechtzeitig fertig sein und ein neuer Tunnel zwischen dem deutschen Festland und Fehmarn.
Mit dem Einbau der ersten Tunnelelemente unter Wasser im Fehmarnbelt wurde im Mai begonnen. Für den Straßenverkehr soll der Fehmarnbelttunnel 2031 öffnen. Ob die Schienenanbindung im Hinterland rechtzeitig fertig wird, kann Ute Plambeck Regional Managerin der Deutschen Bahn derzeit noch nicht garantieren. „Ein aktualisierter Terminplan soll bis Ende des Jahres zwischen Dänemark und Deutschland erarbeitet werden”.

Verwendete Quellen: Eigene RTL‑Recherche