Ties Rabe (SPD) sorgt sich um deutsche Bildung Ex-Senator meldet sich aus Ruhestand zurück: „Es passiert so wenig“

Lehrer sein war seine große Liebe!
Die meisten Norddeutschen kennen Ties Rabe (SPD) als langjährigen Schulsenator. Doch sein Traumberuf war es eigentlich nie, Spitzenpolitiker zu werden. Die Bildung junger Menschen liegt dem heute 65‑Jährigen auch heute noch am Herzen. Seinen Ruhestand hat er deshalb kurz mal aufs Eis gelegt und ein Buch geschrieben.
Vom Klassenzimmer zum Schulsenator
Lehrer sein war eigentlich schon immer der Traumberuf von Ties Rabe. Doch ausüben kann er den Beruf erst mal nur für fünf Jahre, denn trotz eines ausgezeichneten Staatsexamens sind in den 90er Jahren Jobs für Lehrer Mangelware. Rabe sattelt erst mal um, arbeitet als Journalist und tritt 1992 in die SPD ein. Doch dann findet er endlich einen Job an einem Gymnasium und unterrichtet dort ab 2006 Deutsch, Geschichte, Religion und Gemeinschaftskunde. Bis ihn der damalige Erste Bürgermeister Hamburgs, Olaf Scholz (SPD), 2011 zum Schulsenator ernennt. Mit insgesamt 13 Jahren im Amt ist Ties Rabe Hamburgs am längsten dienender Schulsenator der Nachkriegszeit.
Video-Tipp: Ministerpräsident fordert bessere Drohnenabwehr
Rabe bereitet Sorgen um Bildung in Buch auf
Mittlerweile ist der 65-Jährige zwar im Ruhestand, macht sich aber noch immer viele Gedanken, rund um seinen ehemaligen Beruf. „Ich bin doch ein bisschen aufgewühlt. Es gibt Diskussionen ohne Ende über alles Mögliche: mehr Noten, Handyverbot oder wollen wir andere Zeugnisse machen? Oder brauchen wir neue Schulfächer? Aber es passiert so wenig.”
Lese-Tipp: Olaf Scholz’ leere Hamburger Wohnung bekommt neue Fenster
Unrecht hat er damit nicht, denn auch eine PISA‑Studie zeigt, dass sowohl Mathematik- als auch Lesekenntnisse immer geringer werden. Diesen Abstieg thematisiert Hamburgs ehemaliger Spitzenpolitiker auf 255 in seinem neuen Buch und hat auch schon konkrete Lösungsvorschläge. „Ein Lesetraining von jeden Tag 20 Minuten hat umwerfende Erfolge. Und da fragt man sich doch schon: Warum sollen wir das ganze System schreddern und neu erfinden, wenn wir einfach nur 20 Minuten lesen üben müssen?“, erklärt Ties Rabe im Gespräch mit RTL.
Rabe eckt schon während seiner Amtszeit mit Forderungen an
Ohne die Vermittlung sogenannter Schlüsselkompetenzen, wie Lesen, Rechtschreibung und Mathematik – am besten schon ab der Kita – sei der aktuell desaströse Bildungsstand deutscher Schülerinnen und Schüler nicht zu verbessern, so der ehemalige Schulsenator. Schon während seiner Amtszeit eckt Ties Rabe mit seinen Forderungen an. Nach einer Handreichung an alle Hamburger Schulen, dem Rechtschreibunterricht mehr Gewicht einzuräumen, hagelt es 2014 Proteste: „Pädagogik der 50er Jahre“ lautete der Vorwurf und dass solche Unterrichtsinhalte im digitalen Zeitalter nicht mehr wichtig seien.

Mehr Feedbackkultur ist nur einer von vielen Vorschlägen, die Ties Rabe in seinem Buch auch für Lehrkräfte macht. Es gehe um Reformen, kleine Schritte statt großer Umwälzungen, so sein Motto, denn im Kern funktioniere das deutsche Schulsystem bereits – es brauche aber viele kluge Korrekturen. So richtig im Ruhestand befindet sich Ties Rabe also auch nach Ende seines politischen Amtes nicht.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche



