Protest gegen Bundeswehrmanöver in HamburgAktivisten blockieren Hafenbahn, während Bundeswehr den Krisenfall trainiert

Aktivisten blockieren Gleise im Hamburger Hafen.
Aktivisten blockieren Gleise im Hamburger Hafen.
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Proteste gegen „Red Storm Charlie”!
Seit dem frühen Freitagmorgen (25. September) blockieren Aktivisten Gleise im Hamburger Hafen. Ihre Aktion richtet sich gegen Waffenexporte, Aufrüstung und die Bundeswehr-Großübung „Red Storm Charlie“ – bei der ausgerechnet auch Ähnliches trainiert wird.

Sitzblockade auf Gleisen im Hafen

Laut Polizeiangaben besetzen gut 60 Aktivisten des Bündnisses „Ende Gelände” seit 6 Uhr die Schienen der Hamburger Hafenbahn. Die Gruppe sitzt auf den Gleisen und protestiert insbesondere gegen Waffentransporte. Nach Angaben der Aktivisten werden über die Strecke Rüstungsgüter und Waffen verschifft, unter anderem nach Israel. Dazu sagt Lakshmi Thevasagayam, Sprecherin des Bündnisses: „Dabei bedeutet mehr Waffen immer auch mehr Gewalt. Es ist unerträglich, dass Deutschland weiter Waffen an die rechtsextreme Netanjahu-Regierung liefert. Die Beweise für einen Genozid sind längst erdrückend. Wir stellen uns diesem Verbrechen heute in den Weg.“ Gegen 10.45 Uhr haben Polizeibeamte damit begonnen, die Gleise zu räumen.

Lesetipp: Hamburgs Katastrophen-Szenario: Chemieunfall, Verletzte, Sabotage!

Der angesprochene Genozid-Vorwurf bezieht sich auf Israels Vorgehen im Gaza-Krieg nach dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023. Eine unabhängige UN-Untersuchungskommission bewertet das Vorgehen als Völkermord, Israel weist die Bewertung zurück. Ein endgültiges Urteil des Internationalen Gerichtshofs dazu gibt es bislang nicht, das Verfahren läuft.

Im Video: Deshalb kann die Bundeswehr nicht alleine üben

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Echte Blockade trifft auf Übungsszenario

Die Bundeswehrübung „Red Storm Charlie“ läuft von Donnerstag (24. September) bis Samstag (26. September). Rund 500 Soldaten üben gemeinsam mit Polizei, Feuerwehr, Hilfsorganisationen und Unternehmen den Transport von Truppen und Material durch Hamburg in Richtung osteuropäische Grenze. Zu den geplanten Szenarien gehören ein Chemieunfall, ein Angriff auf einen militärischen Güterzug und die Abwehr von Drohnen. Auch Militärkolonnen mit bis zu 70 Fahrzeugen fahren durch die Stadt.

Nur eine Übung: Bei „Red Storm Charlie” werden auch Proteste simuliert.
Nur eine Übung: Bei „Red Storm Charlie” werden auch Proteste simuliert.
RTL

Die Aktion im Hafen trifft auf ein Szenario, das bei „Red Storm Charlie“ selbst geübt wurde. Zum Auftakt der Großübung simulierten die Beteiligten eine Gruppe Demonstrierender an einem Militärkonvoi. Bundeswehr, Polizei und zivile Stellen trainierten dabei, wie sie eine solche Störung bewerten, sich abstimmen und den Transport von Soldaten und Material dennoch absichern können.

Verwendete Quellen: Ende Gelände, Bundeswehr