Hamburg übt den ErnstfallBundeswehr simuliert Drohnenangriff im Hafen

von Thomas Jell, Sebastian von Hacht und Mareike Baumert

Es ist ein ungewohntes Bild mitten im Hamburger Hafen.
Ein Bild, das im besten Fall nicht Realität wird: Ein Angriff mit Sprengstoffdrohnen. Doch um für den Fall der Fälle vorbereitet zu sein, übt das die Bundeswehr zusammen mit der Polizei bei der Großübung „Red Storm Charlie”. Warum bei dieser Übung auch die Zivilgesellschaft gefragt ist, darüber haben wir im Video mit Kurt Leonards, Kommandeur Landseskommando Hamburg gesprochen.

Simulierter Drohnenangriff im Hafen

Bei der ersten Übung, dem Drohnenangriff, werden Drohnen gezielt abgefangen. Mit dem Gerät „Jammer” können Störsignale gesendet und Sprengstoff an den Drohnen unschädlich gemacht werden. Im Mittelpunkt der gesamten Bundeswehrübung „Red Storm Charlie” steht neben der Vorbereitung auf Abläufe in Krisenszenarien die Frage, wie Truppen und Material über Hamburg weiter Richtung Osten transportiert werden könnten.

Das fiktive Szenario: Wegen eines Konflikts in den baltischen Staaten werden Truppen an die NATO-Ostgrenze verlegt. Hamburg würde zu einer Drehscheibe für Truppenbewegungen werden. So sieht es der von der Bundeswehr entwickelte Operationsplan Deutschland vor. Ein der Geheimhaltung unterliegendes Dokument, das die Grundlage für Red Storm Charlie ist.

Hamburg ist wieder großer Übungsplatz

Nach „Red Storm Alpha” 2024 und „Red Storm Bravo” im vergangenen Jahr ist „Red Storm Charlie” bereits die dritte Übung dieser Art in Hamburg. 500 Soldatinnen und Soldaten sind am 24. bis 26. September dabei. Außerdem nehmen zivile Organisationen und rund 250 Unternehmen an der parallel laufenden Übung Red Storm Business teil. Durch diese Übung soll die Hamburger Wirtschaft resilienter werden, erklärt Innensenator Andy Grote (SPD): „Sodass wenn es mal drauf ankommt, sich alle drauf verlassen können, unsere Strukturen funktionieren.” Das Ziel: Immer besser werden.

Verwendete Quellen: Bundeswehr, RTL-Recherche